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Wolfsmanagement: Fachleute der Landwirtschaftskammern, Behörden-Vertreter der Länder und des Bundes tagen bis Mittwoch in Echem

NIEDERSACHSEN. Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist nicht nur für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter eine große Herausforderung, sondern auch für die Organisationen und Behörden, die sich zur Unterstützung der Tierhalterinnen und Tierhalter für einen bestmöglichen Herdenschutz einsetzen. Noch bis Mittwoch tagen im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Echem (Kreis Lüneburg) mehr als 30 Mitglieder der bundesweit aktiven Landesarbeitsgruppe Herdenschutz.

Fachleute der LWK und weiterer Kammern, des Wolfsbüros im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer Behörden diskutieren bei Exkursionen und Vorträgen darüber, wie die Bundesländer noch besser auf die wachsende Präsenz des Wolfs reagieren sollten.

Neben der Wirksamkeit und Alltagstauglichkeit der Herdenschutzzäune, die seit vergangenem Jahr als Dauerausstellung im LBZ Anziehungspunkt für ratsuchende Weidetierhalterinnen und -tierhalter sind, geht es während der Fachtagung beispielsweise um weitere Methoden der Prävention, der finanziellen Entschädigung sowie um den Austausch mit Schäfereien und Tierhalter*innen, die ihre Erfahrungen beim Herdenschutz einbringen.

Auf ihrer Fachtagung in Echem (Kreis Lüneburg) befassen sich Herdenschutzfachleute bis Mittwoch unter anderem mit der Frage, wie Weidetiere auf schwierigem Gelände bestmöglich geschützt werden können. Dies ist ein wichtiges Thema bei der Beratungsarbeit der Landwirtschaftskammer: Auf unserem Bild erläutert Mathias Brockob (2. von links), Herdenschutzberater und Fachberater Schafhaltung, während einer Informationsveranstaltung in Northeim die Funktionsweise des Automatikwicklers, der das Aufstellen eines mobilen Zaunes in Hanglagen erleichtert.

„Immer wieder taucht während unserer Beratungen die Frage auf, wie Weidetiere auf schwierigem Gelände, etwa auf felsigem Untergrund, an Deichen oder an Gräben, bestmöglich geschützt werden können“, berichtet Elke Steinbach, bei der LWK zuständig für die Koordination der Herdenschutzberatung. „Bei der Tagung werden wir uns auch über Zaunkontroll- und Vergrämungssysteme austauschen sowie über die Durchlässigkeit von Zäunen für das Wild.“

Die LWK nimmt bei Herdenschutz und Wolfsmanagement im Auftrag des Landes Niedersachsen mittlerweile mehrere Funktionen wahr. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention: Herdenschutzberaterinnen und -berater des Geschäftsbereichs Landwirtschaft erläutern Nutztierhalterinnen und -halter, welche Möglichkeiten bestehen, um Nutztiere durch Zäune und Herdenschutzhunde vor Angriffen zu bewahren. Fachleute des Geschäftsbereichs Förderung bearbeiten nach Maßgabe der Richtlinie Wolf Anträge auf Zuschüsse zum Bau wolfsabweisender Zäune und zur Anschaffung von Herdenschutzhunden sowie Anträge auf Billigkeitsleistungen zum Ausgleich finanzieller Schäden nach Angriffen auf Nutztiere. Forstfachleute der Kammer nehmen Rissbegutachtungen vor, wenn bei einem Nutztierschaden der Verdacht eines Wolfsangriffs besteht.

Niedersachsen ist eines der Bundesländer mit der stärksten Wolfsaktivität: Nach Angaben der Landesjägerschaft Niedersachsen gab es zum Abschluss des 1. Quartals 2022 in Niedersachsen 44 Wolfsterritorien. Darin lebten insgesamt 38 Wolfsrudel, 2 Wolfspaare und 4 residente Einzelwölfe. Insgesamt wurden im 1. Quartal 2022 74 Übergriffe auf Nutztiere dokumentiert. Hierbei wurden insgesamt 174 Tiere getötet oder so stark verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten.

Die Anzahl der Übergriffe auf Nutztiere ist laut des Wolfsmonitorings der Jägerschaft im Vergleich zum vorangegangenen Quartal (103 Fälle) um 24,81 Prozent gestiegen. Bei 69 Fällen wurde der Wolf als Verursacher amtlich bestätigt, in keinem Fall konnte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden. Die meisten Übergriffe hat es auf Schafe gegeben, am zweitstärksten waren Rinder betroffen. Außerdem wurden Angriffe auf Gatterwild, Pferde und Ziegen dokumentiert.

PR
Archivfoto: Christian Mühlhausen

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