„Runder Tisch Energie“: Einschränkungen sind leider direkt im Stadtbild und damit bei der Lebensqualität der Celler Bürger angekommen
Am Donnerstag trafen sich auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge Experten der Verwaltung sowie Vertreter der Fraktionen im Celler Stadtrat am „Runden Tisch Energie“. Dabei geht es darum, welche Maßnahmen zusätzlich ergriffen werden können, um der aktuellen Energiekrise entgegen zu treten.


Heute präsentierten Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, Stadtbaurätin Elena Kuhls und Jan Thomas, Fachbereichsleiter Stadtplanung, Bauen und Umwelt, die Ergebnisse.
Dazu äußerte sich der Oberbürgermeister wie folgt:
„Mit den Maßnahmen, die wir gestern diskutiert haben, ist die Krise neben den bisherigen privaten Einschränkungen nun leider direkt im Stadtbild und damit bei der Lebensqualität der Celler Bürger angekommen. Das war nie das Ziel von Verwaltung und Politik, erscheint nun aber unumgänglich. Dies desillusioniert mich und macht mich umso wütender, da die jetzt aufkommenden Härten für die Celler Bevölkerung auf strategische Fehler der Vorgängerregierung zurückzuführen sind, aber auch auf die ideologiebehaftete Haltung der jetzigen Regierung. Jahrelanges Politikversagen auf ganzer Linie hat nun u.a. die Celler Stadtgesellschaft auszubaden.“
Die genannten unten genannten Maßnahmen sparen etwa 20 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs ein. Der gesamtstädtische Stromverbrauch wird durch die laufenden Maßnahmen bereits in dem nächsten Jahr etwa 46 % verringert. Über die kommenden Jahre ergibt sich beim Strom sogar eine positive Bilanz.
Beratene und von den politischen Vertretern mitgetragene Maßnahmen
Badeland:
- Teil-Schließung: Schwimmerbecken und Lehrschwimmbecken bleiben geöffnet, damit Kinder weiterhin Schwimmen lernen können.
Einsparung 3.500.000 kWh Gas im Zeitraum Sept. bis März / 30% des jährlichen Gasverbrauchs vom Badeland! Das entspricht ca. 12 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs! - Im Sommer sonst kein weiterer Hallenbetrieb. Der Freibadbetrieb von Mai bis August läuft unbeheizt.
Einsparung 2.480.000 kWh Gas / 24 % des jährlichen Gasverbrauchs vom Badeland! Das entspricht ca. 10 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs! - Saunabereich im Teilbetrieb.
- Umsetzung ab 01.10.2022 vorgesehen!
Freibad Westercelle:
- Beheizter Freibadbetrieb wird beibehalten. Der bisherige Einsatz von Solarthermie-Absorbern wird in Verbindung mit Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik weiter ausgebaut.
Sportstätten:
- Generelles Abschalten der Warmwasserbereitung in Sporthallen/-stätten.
Museen:
- Die Lichtkunstexponate im Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon werden abgeschaltet. Das Museum bleibt aber geöffnet. (Mit Politik vorabgestimmt und muss noch gemeinsam mit den zu beteiligenden Stiftungen geprüft werden!)
Einsparung geschätzt 210.000 kWh Strom / Das entspricht 7 bis 8 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs der städt. Gebäude!
Sonstiges:
- Die farbige Beleuchtung der Bahnhofsunterführung wird abgeschaltet. Es gibt eine weitere Beleuchtung zur Verkehrssicherung. (Mit Politik vorabgestimmt und muss noch gemeinsam mit den zu beteiligenden Stiftungen geprüft werden!)
Bereits umgesetzte bzw. kurzfristige umzusetzende Maßnahmen Stadtverwaltung
- Abschalten aller Durchlauferhitzer an Waschtischen (sofern noch vorhanden); Ausnahme Kitas und manueller Bereich (Fette und Öle).
- Festlegen der Heizperiode von 01.10. bis 31.03. in Verwaltungsgebäuden.
- Senkung der Raumtemperatur auf zulässigen Mindestwert in Büroräumen auf 20 °C (19 °C nach Energieeinspar-Verordnung).
- Senkung der Raumtemperatur auf zulässigen Mindestwert in Lagerräumen auf 17 °C (sofern beheizt / heizen nötig).
- Senkung der Raumtemperatur auf zulässigen Mindestwert in Schulräumen auf 20 °C.
- Senkung der Raumtemperatur auf zulässigen Mindestwert in KITAS auf 20 °C, in Waschräumen 24 °C in Schlafräumen 18 °C in Pausenräumen i.a. auf 21 °C.
- Reduzierung der Temperatur von Erschließungen/Verkehrswegen in Verwaltungsgebäuden.
- Verwendung von elektrischen Geräten aus dem Privatbesitz am Arbeitsplatz untersagen (z.B.: Heizstrahler, Radios, etc.).
- Verzicht auf Klimaanlagen und Raumluftreiniger in Büroräumen.
- Reduzierung der Servicezeiten und Betriebszeiten der Verwaltung auf notwendige Dienstleistungen als Grundlage für die Abschaltung/Reduzierung von wärmeerzeugungs- und Lüftungsanlagen vom 23.12.2022 bis einschließlich 01.01.2023.
- Außenbeleuchtung städtischer Gebäude (außer Wegebeleuchtung) abschalten.
- Nachtabschaltung von Lichtsignalanlagen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht.
- Badeland: Energetische Sanierung (Fassade, Fenster, Dach, Technik).
- Badeland: Absenkung der Beckentemperatur (und entsprechender Raumlufttemperatur) um 1,5 bis 2,0 °C.
Einsparung beide Maßnahmen Badeland: je 300.000 kWh Gas / zusammen 600.000 kWh Gas und damit 6 % des jährlichen Gasverbrauchs vom Badeland! Das entspricht 2 bis 3 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs! - Straßenbeleuchtung: Leuchtdauer täglich 1 Stunde verringern im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht.
Einsparung 400.000 kWh Strom / 9 % des jährlichen Stromverbrauchs der Straßenbeleuchtung! Das entspricht ca. 6 % des gesamtstädtischen Stromverbrauchs!
In Umsetzung befindliche Maßnahmen
- Umstellung auf LED Beleuchtung / Leuchtmitteltausch in städtischen Gebäuden.
- Installation von Bewegungsmeldern.
- Austausch der Umwälzpumpen gegen effektivere (70 % bereits getauscht).
- Weitere Dämmmaßnahmen im Rahmen von Sanierungen (Heizkörpernischen, Kellerdecken, etc.).
- Badeland: Umstellung auf solare Warmwasserbereitung plus Geothermie.
Einsparung 3.000.000 kWh Gas / 30% des jährlichen Gasverbrauchs vom Badeland! Das entspricht ca. 12 bis 13 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs! - Freibad Westercelle: Einsatz von Geothermie und Solarthermie-Absorber in Verbindung mit Wärmepumpen und Photovoltaik.
Einsparung 185.000 kWh Gas / 100% – kompletter Verzicht auf Beheizung mit Gas! Das entspricht ca. 0,7 % des gesamtstädtischen Gasverbrauchs! - Photovoltaik-Konzept erstellen und Anlagen installieren (auf Allerland und städtischen Gebäuden).
Einspeisung von 6.000.000 kWh Strom / ca. 80% des städtischen Stromverbrauchs auf 6 bis 8 Jahre! Nach der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED vollständige nominale Deckung des jährlichen städtischen Stromverbrauchs! - Straßenbeleuchtung: Umrüstung der restlichen 10.000 Leuchten auf LED.
Einsparung 2.780.000 kWh Strom / 62 % des jährlichen Stromverbrauchs der Straßenbeleuchtung! Das entspricht ca. 40 % des gesamtstädtischen Stromverbrauchs!
PR /
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de
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