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Gesamtwerk von Otto Haesler: Bürgerinitiative setzt sich für die Anerkennung als Weltkulturerbe ein

“Celle kann auch Bauhaus”, so Dr. Wulf Haack von der Haesler Initiative 2019 zum 100-jährigen Jubiläum der Bauhaus-Architektur, “Celle hat mehr Bauten im Bauhausstil, als Weimar und Dessau zusammen. Und wir haben, was keine andere Stadt bieten kann: eine Bauhaus-Arbeiterwohnung, einen Schulbau im Bauhausstil, der das Potential zum Weltkulturerbe hat, und jetzt haben wir auch eine Bauhaus-Bürgerwohnung.”

Es hat noch ein bisschen gedauert bis zum großen „Angriff“. Jetzt aber ist es geschehen. Der Appell zur Anerkennung des Gesamtwerks von Otto Haesler aus der Bauhausperiode in Celle als Weltkulturerbe. Adressaten sind der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, Oberbürgermeister Jörg Nigge und Landrat Axel Flader. In dem Appell hat sich die Initiative ausdrücklich auf die Aussage des Ministerpräsidenten bezogen, deranlässlich der Einweihung vom BauhausSchauhaus 2019 sagte, dass die „Entdeckung“ der noch weithin unbekannten Celler Bauhausarchitektur eine Kraftspritze für die Tourismuswirtschaft sei. Das sei aber nicht nur Sache der Stadt und des Landkreises, sondern auch die des Landes. Für Niedersachsen sei es interessant, neben den Faguswerken in Alfeld mit einer weiteren Touristenattraktion aufwarten zu können. An Landrat Klaus Wiswe und Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge gewandt, hat der Ministerpräsident noch einen draufgesetzt. Wörtlich: “Warum sollen die Hannoveraner nach Dessau fahren, wenn sie in Celle so viel Bauhaus unmittelbar vor der Haustür haben und das auch noch in einer schönen Fachwerkstadt.“

Anlass für den Appell ist die beginnende Neuorientierung im Tourismus – von der Ferne in die Nähe. Der Städtetourismus ist angesagt. Es soll mit einer Anregung in Richtung „Weltkulturerbe“ dazu beitragen, dass die Fachwerkstadt Celle mit der Bauhausarchitektur für einen neuen Besucherkreis bekannt und attraktiv wird. Das wäre Humus für den Wirtschaftsstandort Celle und damit Grundlage für sichere und neue Arbeitsplätze. Aktivitäten rund um die Bauhausarchitektur wären eine gute Nachricht für sehr viele Menschen in der Stadt und im Landkreis, die ihren Arbeitsplatz in den Hotels, Gaststätten, Restaurants und im Handel haben. Was wäre besser als die Nachricht, dass Celle sich mit seiner Bauhausarchitektur um die Anerkennung als Weltkulturerbe bewirbt? Und dafür wird mit dem Appell insbesondere auch die Unterstützung der Stadt und des Landkreises erbeten.

Der 1880 in München geborene Otto Haesler begann seine Tätigkeit in Celle im Jahre 1906 und prägte 27 Jahre lang die Architektur dieser Stadt. Schon damals war Haeslers Anliegen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Acht repräsentative Bauten sind zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum eine Touristenattraktion. Herausragend ist die 1928 erbaute Altstädter Schule – auch Glasschule genannt – deren weitere Nutzung aktuell in der Diskussion ist. Derweil ist dem angrenzenden Rektorenhaus historisches Ambiente eingehaucht worden. Der Besuch ist eine Zeitreise in die Vergangenheit und ein Besuchermagnet.

Der kometenhafte Aufstieg begann im Mai 1928 mit der Altstädter Schule. Dieses Bauwerk löste eine Völkerwanderung nach Celle aus, von Architekten, Politikern und Schulfachleuten. Weltweit berichteten alle bedeutenden Architekturzeitschriften über diesen Schulbau. Dieses Bauwerk hat auch heute nichts von seiner Genialität, Bedeutung und Einmaligkeit verloren. Man müsse die Anerkennung als Weltkulturerbe ernsthaft verfolgen, weil dieser Titel für den Tourismus wie eine Goldader wirke.

Hier ist der Appell, den der Sprecher der Initiative, Dr. Wulf Haack, zusammen mit Dietrich Klatt, Kulturpreisträger der Stadt Celle und Ehrenvorsitzender der otto-haesler-initiative, Rolf Becker, Geschäftsführer der Otto-Haesler-Stiftung und Dr. Walter Jochim, Galerist, Haesler Direktorenhaus, initiiert hat, im Wortlaut:

„Wir regen an, dass sich die Stadt und der Landkreis, unter Federführung des Landes, gemeinsam für die Anerkennung der von Otto Haesler in Celle geschaffenen Bauhausarchitektur als Weltkulturerbe einsetzen.

Otto Haesler hat in der Bauhausperiode in Celle eine Vielzahl von Bauwerken errichtet, die eine ganze Architekturepoche in einer Stadt sichtbar und erlebbar machen. Die Stadt hat nicht nur mehr Bauhausarchitektur als alle anderen deutschen und europäischen

Städte, dabei herausragend die Altstädter Schule. Celle ist auch in der Stadtarchitektur durch das deutlich ablesbare Spannungsverhältnis zwischen Fachwerk- und Bauhaus einmalig. Hier sind zwei städtebaulich prägende, in Zeit und Stil höchst unterschiedliche Architekturperioden, in unverfälschter Originalität in einer Stadt erlebbar. Das ist in dieser Form weltweit einmalig. Wir bitten daher Sie

sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrter Herr Landrat Flader, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Nigge

eindringlich, sich dafür einzusetzen, dass das Gesamtwerk von Otto Haesler aus der Bauhausperiode in Celle als Weltkulturerbe anerkannt wird. Das wäre zugleich eine Wiedergutmachung gegenüber Otto Haesler, der mit 53 Jahren zu den weltweit herausragenden Architekten der Bauhausarchitektur gehörte. Er wurde aber mit dem Jahr 1933 in das Tal der Vergessenen ausgestoßen, ohne die Chance zu haben, beim Wiederaufbau (West-Deutschlands) mitwirken zu können.

Der derzeit laufende Rückbau der Altstädter Schule in die — soweit das möglich ist— Originalität der Entstehungszeit, bei gleichzeitiger Umrüstung einer auf den heutigen Bedarf ausgelegten Sprachheilschule, ist für uns ehrenamtlich engagierte Bürger von Celle Anlass, Sie zu bitten, sich dafür einzusetzen, dass das Celler Bauhauserbe von Otto Haesler als Weltkulturerbe anerkannt wird.“

PR/Redaktion
Celler Presse

Archivfotos: Celler-Presse.de

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