Samstag, 18. Juli 2026

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„Wir erwarten in der Bildung nun umgehend Taten!“ – GEW-Landesvorsitzender Stefan Störmer im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen der Celler Schulen

Gut 100 Tage nach der Landtagswahl besuchte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Stefan Störmer die Axel-Bruns-Schule und die Oberschule an der Welfenallee. Im Austausch mit den Celler Kolleginnen und Kollegen wurde deutlich: Geduld und Kräfte der Beschäftigten an den Schulen sind erschöpft, von der niedersächsischen Landesregierung werden nun umgehend Taten erwartet.

Zunächst informierte sich Störmer an der Axel-Bruns-Schule (BBS II) im Gespräch mit der Schulleitung über die Arbeit an einer berufsbildenden Schule mit dreizehn verschiedenen Schulzweigen. Inner- und außerschulische Kooperationen, ein vielschichtiges und durchlässiges Schulangebot, aber nicht zuletzt die intensive Arbeit der Kolleginnen und Kollegen bereiten die Schülerinnen und Schüler auf die Berufs- und Lebenswelt vor. Gesellschaftliche, technologische und ökologische Entwicklungen werden aufgegriffen und für die Lernprozesse genutzt – auch dies zeichnet die besondere Arbeit an dieser Schulform aus, verlangt den Kolleginnen und Kollegen aber auch vieles ab.

Die besondere Belastungssituation der Kolleginnen und Kollegen an den allgemeinbildenden Schulen wurde danach bei einem Besuch an der Oberschule an der Welfenallee breit diskutiert. „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten großartig und viel Herzblut, aber sie schaffen es nicht mehr“, lautet das Fazit des Schulleiters. Gerade an den Oberschulen müssten die Schülerinnen und Schüler für die Gesellschaft vorbereitet werden und eine Perspektive bekommen. Doch die räumliche und personelle Situation behinderten eine erfolgreiche Arbeit. Räume für differenzierendes Arbeiten fehlen. Für die gezielte Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler würden darüber hinaus mehr Kolleginnen und Kollegen sowie die Unterstützung von z. B. Therapeutinnen und Therapeuten benötigt, doch beim aktuellen Personalmangel sei nicht einmal die grundlegende Unterrichtsversorgung gedeckt. Die GEW fordert seit langem Entlastung für die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen und nun eine schnellstmögliche Umsetzung der Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung. „Eine bessere Bezahlung von Grund-, Haupt- und Realschullehrkräften darf keinesfalls hinausgezögert werden“, forderte

Störmer. Für die Beamtinnen und Beamten handelt es sich um die Besoldungsgruppe A 13, bei den Tarifbeschäftigten geht es um die Entgeltgruppe E 13. „Die Geduld dieser Lehrkräfte ist erschöpft. Sie brauchen einen konkreten Terminplan, wann ihre Bezahlung endlich auf das Niveau der anderen Schulformen angehoben wird“, so der Landesvorsitzende. Auch die Bezahlung der weiteren Beschäftigten müsse angepasst werden – und die Kapazitäten für die Ausbildung der Fachkräfte erhöht werden, damit überhaupt mehr Personal verfügbar wäre.

Abschließend kamen Mitglieder der Celler Schulpersonalräte sowie des Celler Kreisvorstandes der GEW mit Stefan Störmer zusammen. In diesem Rahmen wurden die besonderen Herausforderungen, die aktuell die Arbeit an den Celler Schulen begleiten, ausgetauscht. Als unbefriedigend und aufreibend bewerten die Kolleginnen und Kollegen die Umsetzung von Ganztag und Inklusion. Fehlende Lehrkräfte an den Grund- und Oberschulen werden durch Abordnungen von anderen Schulformen gedeckt, Fachkräfte für die Inklusion fehlen, der Krankenstand der Kolleginnen und Kollegen erhöht sich stetig.
Auch hier zeigt sich: Ohne mehr Personal ist auch keine Lösung der Misere in Sicht.

PR
Fotos: Nadine Kaminski

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