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Erlöse aus Schweinehaltung sind zu niedrig – Veredlungsausschuss Landvolk: Selbstversorgungsgrad Schweinefilet bei 73 Prozent

Obwohl sich die Erzeugerpreise für Ferkelerzeuger und Mäster derzeit auf einem historischen Spitzenniveau bewegen, kann vor dem Hintergrund der gesetzlich geforderten baulichen Tierschutzauflagen noch keine Kostendeckung erreicht werden, berichtet Dr. Albert Hortmann-Scholten, Fachbereichsleiter bei der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Angesichts explodierender Bau- und Lohnkosten müssten Landwirte, die die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) erfüllen wollen, erkennen, dass die Schweinehaltung unter ökonomischen Gesichtspunkten in Zukunft nicht nachhaltig betrieben werden kann.

Für 2023 geht der Marktexperte daher von einem weiteren Rückgang des bundesdeutschen Schweinebestandes von sieben bis acht Prozent aus. Dieser liege in Deutschland mittlerweile deutlich unter dem Niveau von 1980, so Hortmann-Scholten vor den Mitgliedern des Veredelungsausschusses im Landvolk Niedersachsen. Die von den Verbrauchern wertgeschätzten Teilstücke wie Schinken, Lachs oder Filet könne man hierzulande gar nicht mehr in ausreichenden Mengen herstellen: „Der Selbstversorgungsgrad für Schweinefilet liegt zum Beispiel nur noch bei 73,4 Prozent und bezogen auf die in Deutschland erzeugten Ferkel noch deutlich darunter.“

Der Referent geht davon aus, dass der Markt und damit die Produktionsmöglichkeit für Schweinefleisch aus höheren Haltungsformen in Deutschland noch weiter begrenzt sein werden. „Aus Wettbewerbsgründen dürften diese zu einem großen Anteil aus dem Ausland eingeführt werden, wenn der Verbraucher dies überhaupt nachfragen sollte“, erläutert der Fachmann. Die zunehmende Segmentierung in der Fleischvermarktung stelle die Branche zudem vor logistische Herausforderungen und verursache weitere Kosten. „Diese müssen an den Verbraucher weitergegeben werden – oder die Programme werden scheitern“, ist sich Hortmann-Scholten sicher.

In der Prognose ist davon auszugehen, dass sich der Abbau der Sauen- und Schweinebestände in Deutschland fortsetzen wird. Übermäßig stark ist der Rückgang in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. In Zukunft dürften zudem weniger Ferkel aus dem Ausland eingeführt werden, da auch in den Niederlanden und in Dänemark die Sauenbestände rückläufig sind. Bei den zurzeit ASP bedingt eingeschränkten Drittlandexporten könnten perspektivisch gesehen Marktöffnungen für Spezialitäten in Asien zu erwarten sein, zeigte Hortmann-Scholten einen Hoffnungsschimmer.

Durch die Änderungen beim Entwurf zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz bestehen Chancen, dass die Initiative Tierwohl als Basis für die Haltungsform 2 in die nächste Programmphase überführt werden kann. „Wichtig aus Sicht des Veredlungsausschusses ist die Fortsetzung des Fonds für die Sauenhalter“, bekräftigt Ausschussvorsitzender und Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers abschließend.

LPD
Foto: Landvolk Niedersachsen

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