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Die Rallye am Getreide-Markt nimmt kein Ende – Weizenpreise setzen Abwärtstrend fort – Vorjahrs-Niveau fast halbiert

Neben den Aussichten auf die eigene Getreideernte bekamen Niedersachsens Landwirte bei der Juni-Sitzung des Ausschusses Pflanze im Landvolk Niedersachen auch einen Blick auf den Getreide-Weltmarkt – und der hat es in sich. Fachreferentin Stephanie Stöver-Cordes von der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen gab ihre Einschätzung zu den wichtigen Feldfrüchten Weizen, Raps sowie Soja ab. Sie führte den Landwirten vor Augen, was die Bauern auch schon im Portemonnaie bemerkt haben: „Nachdem die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt im Dezember 2022 um fast 30 Prozent höher waren als im Dezember 2021, sind sie im April 2023 unter das Vorjahresniveau gefallen und sogar 6,5 Prozent niedriger als im April 2022“, zeigt die Marktexpertin der LWK den drastischen Verlauf der Erzeugerpreise.

Für pflanzliche Erzeugnisse fielen die Preise um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, die für tierische Erzeugnisse stiegen hingegen im gleichen Zeitraum um fast vier Prozent. So sanken die Getreidepreise um gut 38 Prozent zum Vorjahresmonat, beim Raps waren es sogar über 51 Prozent. „Der Grund dafür ist zum einen, dass der Getreidekorridor funktioniert und zum anderen, dass günstige Wetterbedingungen auf der Nordhalbkugel herrschten, sodass ausreichend Getreide auf dem Markt war und ist. Entscheidend ist aber, was auf dem Weltmarkt ankommt“, führt Stöver-Cordes aus.

China und Indien führen die Welt-Weizen-Produktion an. 140 Mio. Tonnen (Mio./t) werden für 2023 für China prognostiziert, 113,5 Mio./t für Indien. Zum Vergleich: die gesamte Weizenproduktion der EU-27 wird für 2023 ebenfalls mit 140,5 Mio./t geschätzt. Es folgen die russische Föderation mit 85 Mio./t, USA mit gut 45 Mio./t, Kanada mit 37 Mio./t und Australien mit 29 Mio./t. „Doch China und Indien stellen ihren Weizen nicht dem Markt zur Verfügung. Zudem erschweren der Ukraine-Krieg und die Trockenheit die Prognosen. Kanada hat mit einer Dürre und Waldbränden zu kämpfen, die USA ebenfalls. Russland und die Ukraine exportieren 27 Prozent der Weltweizenexporte“, verweist die Marktexpertin auf die Abhängigkeit von den großen Weizen-exportierenden Ländern gekoppelt mit Naturextremen.

Erwartet wird eine Welt-Weizen-Produktion von gut 800 Mio./t, ein leichter Anstieg von 1,5 Prozent, sodass erstmals seit 2017/18 die Produktion den Verbrauch übersteigen könnte. Aber: „Die Trockenheit in Nordeuropa und USA breitet sich aus und der Dammbruch in Ukraine ist in den Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums vermutlich noch nicht berücksichtigt. Zudem setzen im Mai hohe Exporte Russlands den Markt unter Druck. Die Verhandlungen über den Exportkorridor, die Trockenheit in der EU und den USA sowie der Ukraine-Kriegbeherrschen weiterhin das Marktgeschehen werden entscheidend für Kursentwicklung sein“, verweist Stöver-Cordes abschließend auf die vielen Aspekte, die in das Marktgeschehen eingreifen. In wieweit Deutschlands Landwirte mit ihrer Ernte zu beitragen werden können, wird die kommende Ernte zeigen. Sie haben Wintergetreide auf 5,04 Mio. Hektar (ha) ausgesät, 2,85 Mio. ha sind davon Winterweizen, gefolgt von Wintergerste mit 1,27 Mio. ha und Winterraps 1,16 Mio. ha.

PR
Foto: Landvolk

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