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Kleiner Plan in Celle: Umgestaltung für eine grünere und fußgängerfreundliche Altstadt

Gestern fand eine bedeutende Ausschusssitzung statt, bei der sowohl der Ausschuss als auch der Ortsrat Blumlage Altstadt zusammenkamen. Ein zentraler Diskussionspunkt war die geplante Umgestaltung des Kleinen Plans.

Thomas Jarosch, Landschaftsarchitekt bei häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, präsentierte das erste Konzept für die Umgestaltung. Der Fokus liegt dabei auf ökologischen Aspekten, der Erholung der Besucher und dem Klimaschutz. Es ist geplant, Pflanzen anzulegen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und eine angenehme Atmosphäre im öffentlichen Raum zu schaffen.

Die Ingenieurgesellschaft Heidt + Peters mbH wird später die Bauüberwachung durchführen, um sicherzustellen, dass die Pläne fachgerecht umgesetzt werden.

Jarosch wies auf den derzeit stark versiegelten Zustand des Platzes hin. Die geplante Umgestaltung zielt darauf ab, eine reine Fußgängerzone zu schaffen und den Platz durch Grünflächen zu entsiegeln. Das Konzept sieht vor, zwei Grüne Inseln zu schaffen, die zum Verweilen einladen, sowie genügend Raum für Fußgänger und Bewegungsfreiheit bieten.

Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, den Abstand zwischen Bäumen und Gebäuden zu wahren, um die Fachwerkhäuser sichtbar zu halten und die Wurzeln der Bäume vor Beschädigungen zu schützen. Das Gefälle zur Mitte des Platzes soll außerdem dazu dienen, Oberflächenwasser für die Bewässerung der Grünflächen zu nutzen.

Die Parkplätze werden größtenteils verschwinden, um Platz für eine fußgängerfreundliche Umgebung zu schaffen. Es werden jedoch Kurzzeitparkplätze und ein Behindertenparkplatz eingerichtet, während die Durchfahrt nur noch für Lieferverkehr und Rettungskräfte gestattet sein wird.

Während der Diskussion wurden auch Fragen zur Sicherheit und zur Erhaltung bestehender Merkmale des Platzes gestellt. Es wurde betont, dass Maßnahmen zur Entsiegelung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität Vorrang haben. Dennoch bleiben einige Fragen zum Umgang mit Starkregenereignissen offen.

In Bezug auf den Verbleib des Bücherschranks wies Ulf Pohlmann darauf hin, dass dieser in der Planung berücksichtigt wird, jedoch an einem anderen Standort auf dem Platz positioniert sein wird. Die Kosten für die Versetzung des Bücherschranks werden von der Stadt Celle übernommen.

Die Zukunft des Kunstdenkmals „Fachwerkbalken“ von Ulrike Enders, das seit 1991 den Platz bereichert, bleibt ungewiss. Während die Stadt Celle plant, das Kunstwerk innerhalb der Stadt umzusiedeln, steht der genaue Standort noch nicht fest. Diese Entscheidung wirft Fragen nach dem Erhalt und der Wertschätzung kultureller Artefakte auf. Es bleibt zu hoffen, dass das Kunstdenkmal auch an seinem neuen Standort weiterhin die lokale Identität und Geschichte bereichern wird.

Carsten Lapusch von der AfD äußerte Kritik an der Verbannung der Autofahrer und der vermeintlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Kleinen Plan. Er stellte die Frage nach der praktischen Umsetzbarkeit und den potenziellen Einschränkungen für die Anwohner und Besucher.

Statement zum Kleinen Plan von Johanna Thomsen und Stephan Ohl (Fraktionsvorsitzende Bündnis90/Die Grünen im Rat der Stadt Celle):
Die Entsiegelung und Begrünung des Kleinen Plans begrüßen wir ausdrücklich. Dies ist ein wichtiger Beitrag für eine klimaresiliente Innenstadt.
Wir freuen uns, dass die Verwaltung den Mut hat, den inneren Ring zu durchbrechen und damit einen ersten Schritt zur autoarmen Innenstadt macht. Wir hoffen, dass uns zeitnah ein Gesamtkonzept für die Altstadt präsentiert wird. Zusätzlich wird durch die Umwidmung zur Fußgängerzone die Aufenthaltsqualität gesteigert, es entsteht ein Ort der Begegnung und des Verweilens und die Anpflanzungen wirken sich in einigen Jahren auch positiv auf das Mikroklima aus. Natürlich reicht diese Maßnahme nicht aus, um das Oberflächenwasser – insbesondere bei Starkregen – versickern zu lassen. Ein Hauptteil wird auch weiterhin in die Regenwasserkanäle laufen.
Unser Antrag von 2022, in dem wir forderten, eine forcierte Entsiegelungspolitik im Stadtgebiet für öffentliche und private Flächen umzusetzen und ein entsprechendes Entsiegelungskonzept bis Ende 2022 zu erstellen, wurde seinerzeit nicht behandelt. Es ist an der Zeit, dies nachzuholen!

Statement zum Kleinen Plan von Torsten Schoeps (Wählergemeinschaft Celle):
Aufenthaltsqualität in einer Innenstadt ist dort, wo sich Menschen gut „begrünt“ und beschattet ohne Autoabgase und Verkehrslärm aufhalten können. Der Entwurf zur Umgestaltung des Kleinen Planes wird somit unsererseits begrüßt, zumal auch alle Feuerlöschbedenken in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ausgeräumt wurden und einige Parkmöglichkeiten weiterhin vorhanden sind – Anlieferverkehr frei, drei Anliegerparkplätze und Kurzzeitparkplätze. Ingesamt somit ein gelungener Entwurf, der unserem Antrag auf Entsiegelung städtischer Flächen Folge leistet.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die geplante Umgestaltung des Kleinen Plans in Celle politisch auf breite Zustimmung stößt, insbesondere hinsichtlich ihres positiven Einflusses auf das Stadtklima, die Aufenthaltsqualität und die Verkehrssicherheit. Die Bauarbeiten, die voraussichtlich ein Jahr dauern werden und wechselseitig durchgeführt werden sollen, markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer grüneren und fußgängerfreundlichen Altstadt. Während noch einige Fragen offen sind, insbesondere bezüglich der Wasserbewirtschaftung und der Erhaltung kultureller Merkmale, ist die geplante Umgestaltung ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de
Visualisierung: häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh
Pläne und Karten: Stadt Celle

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