Sonntag, 8. März 2026

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Interview: BARMER-Analyse zur Migräne

Frauen leiden dreimal häufiger an Migräne als Männer. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor. Im Interview mit der CELLER PRESSE beleuchtete BARMER-Landesgeschäftsführerin Heike Sander das Krankheitsbild näher.

CELLER PRESSE: Wie sehen denn die Zahlen aus, wie viele Menschen leiden am Migräne-Kopfschmerz, Frau Sander?

Heike Sander: Laut unseres BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) wurde im Jahr 2022 in Niedersachsen bei rund 55 Frauen je 1.000 Einwohnerinnen und 17 Männer je 1.000 Einwohner eine entsprechende Diagnose dokumentiert. Bundesweit sind es 55 Frauen je 1.000 Einwohnerinnen und 16 Männer je 1.000 Einwohner.

CELLER PRESSE: Hängt die Betroffenheit auch vom Beruf oder dem Alter ab?
Heike Sander: Das lässt sich so nicht sagen. Denn die Erkrankung tritt in allen Berufsgruppen auf und kommt vor allem im mittleren Alter von 40 bis 59 Jahren vor.

CELLER PRESSE: Wie sieht die Situation im Vergleich mit anderen Bundesländern aus?
Heike Sander: Migräne wird nach der BARMER-Auswertung besonders häufig in Thüringen dokumentiert. Dort leiden rund 40 je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner an Migräne, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 39 je 1.000 Personen. In Niedersachsen sind es 35 Betroffene je 1.000 Personen.

CELLER PRESSE: Und wie schneidet Celle in Ihrer Statistik ab?
Heike Sander: Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen sind Wilhelmshaven mit 50 Betroffenen je 1.000 Einwohner und Nienburg/Weser mit 46 Betroffenen je 1.000 am stärksten betroffen. Am geringsten betroffen ist Lüchow-Dannenberg mit 28 je 1.000 Einwohnern. Der Kreis Celle liegt mit 32 von 1.000 betroffenen Einwohnern unter dem niedersächsischen Schnitt.

CELLER PRESSE: Lassen sich diese Unterschiede erklären?
Heike Sander: Rein medizinisch sind die regionalen Unterschiede bei der Häufigkeit von Migräne nicht erklärbar. Eventuell spielen unterschiedliche Altersstrukturen oder verschiedene Versorgungsmuster eine Rolle. Um den regionalen Besonderheiten auf den Grund zu gehen, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

CELLER PRESSE: Was gibt es denn für Symptome, Ursachen und Auslöser für eine Migräne?
Heike Sander: Migräneanfälle sind in der Regel gekennzeichnet durch pochenden, stechenden Schmerz auf einer Kopfseite. Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen können weitere Symptome sein. Die genauen Ursachen der Krankheit sind nicht vollständig geklärt. Neben genetischer Veranlagung können bestimmte chemische Entzündungsprozesse eine Migräneattacke auslösen. Wetterumschwünge, Stress, hormonelle Schwankungen während der Menstruation, unregelmäßiger Schlaf, aber auch Geruchs- und Lärmbelästigungen können ebenfalls individuelle Auslöser einer Migräneattacke sein.

CELLER PRESSE: Kann ich als Betroffener der Migräne vorbeugen, etwa durch Ausdauersport, oder helfen nur Medikamente?

Heike Sander: Bevor Menschen mit Migräne dauerhaft Schmerzmittel einnehmen, sollten sie sich unbedingt in der Arztpraxis beraten lassen. Insbesondere Entspannungstraining, progressive Muskelentspannung nach Jacobson sowie Ausdauersport sind nach Einschätzung von Ärztinnen und Ärzten in vielen Fällen empfehlenswert. Prävention verhindert zwar nicht den nächsten Migräneanfall, kann aber seine Häufigkeit, Intensität und Dauer erheblich verringern.

CELLER PRESSE: Was kommt noch als Therapie in Frage?

Heike Sander: Migräne hat viele Facetten. Deshalb ist es wichtig, dass vor allem Betroffene mit Risikofaktoren für eine Chronifizierung eine multimodale Therapie bekommen. Eine solche individuelle Behandlung lässt sich auch berufsbegleitend durchführen und so gut in den Alltag integrieren.

CELLER PRESSE: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Sander!

PR/Redaktion
Celler Presse
Foto: StockSnap / Pixabay

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