Sonntag, 12. Juli 2026

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Ausstellung „Herzschlag – Wenn aus Liebe Gewalt wird“ aktuell in Halle 13 in der CD Kaserne

Die aktuelle Ausstellung „Herzschlag – Wenn aus Liebe Gewalt wird“ in Celle thematisiert ein hochaktuelles und zugleich erschütterndes gesellschaftliches Phänomen: Gewalt in Partnerschaften und Familien. Sie macht auf die Vielschichtigkeit dieses Problems aufmerksam, gibt Einblicke in die Lebensrealitäten Betroffener und bietet Raum für Diskussion und Prävention. Vom 20. bis 23. Januar ist die Ausstellung jeweils von 14:00 bis 19:00 Uhr in der Halle 13 der Celler CD-Kaserne zu Gast sein, um auch die Öffentlichkeit über dieses wichtige Thema zu informieren.

Mit der HerzSchlag-Kampagne möchte die Polizeiinspektion Celle insbesondere Jugendliche ab der neunten Klasse ansprechen, die häufig ihre ersten eigenen Beziehungen erleben. Genau hier möchte die Kampagne präventiv ansetzen und die jungen Menschen aufklären, informieren, sensibilisieren und bestärken, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu schützen. Die interaktive Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft von Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, wurde vom Landeskriminalamt Niedersachsen ins Leben gerufen.

Der Leiter der Polizeiinspektion Celle, Frank Freienberg, und der Geschäftsführer der CD-Kaserne, Kai Thomsen, haben heute die Ausstellung eröffnet. In einführenden Worten wies Christian Riebandt vom Präventationsteam der Celler Polizei darauf hin, dass das Thema so große Aufmerksamkeit habe, dass sogar ein Fernsehteam für eine Reportage in einer Schule war. Auch das Interesse der Schülerinnen und Schüler sei sehr groß gewesen. Frank Freienberg beklagte das in den Medien dargestellte Männlichkeitsbild. Das Thema der Gewalt dürfe nun nicht aufkommen, um in Kürze wieder zu verschwinden. Es gehe darum, die Gewaltspirale frühzeitig aufzubrechen. Deshalb sei es wichtig, so Kai Thomsen, das Thema in die Öffentlichkeit zu transportieren.

Lena Kramer aus dem Niedersächsischen Landeskriminalamt trug in einer eindringlichen Präsentation Hintergründe zu dem Thema vor. Gewalt gebe es unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildung. Ein Problem sei, die aktuell nicht zuverlässig einzuschätzende Dunkelziffer.

Statistiken zeichnen ein klares Bild: Rund zwei Drittel aller gemeldeten Fälle von häuslicher Gewalt entfallen auf Partnerschaftsgewalt. Dabei ist bemerkenswert, dass etwa 50 % der Betroffenen nicht mit dem Täter oder der Täterin zusammengelebt haben – ein Umstand, der bestehende Klischees infrage stellt. Auch Männer sind unter den Betroffenen, was zeigt, dass Gewalt in Beziehungen nicht nur ein Thema für Frauen ist.

Die Formen der Gewalt reichen von physischer Gewalt, wie einfacher Körperverletzung, bis hin zu subtileren und oft schwerer nachzuweisenden Arten wie psychischer Gewalt, sozialer Isolation oder sexueller Gewalt. Besonders beunruhigend ist die Normalisierung von Gewalt in Beziehungen: Fehlende Positivbeispiele oder das Miterleben von Gewalt in der eigenen Kindheit tragen dazu bei, dass Betroffene Gewalt häufig als „normal“ wahrnehmen.

Ein erschütternder Fakt ist, dass 87 % der Betroffenen auf professionelle Hilfe verzichten. Gründe hierfür sind oft Scham, die Angst vor den Konsequenzen oder die Annahme, dass es sich um ein privates Problem handelt. Dabei zeigt sich, dass Opfer, die keine Unterstützung suchen, häufig mehrfach von Gewalt betroffen sind – psychische Gewalt tritt besonders häufig in Kombination mit weiteren Gewaltformen auf.

Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum und möchte nicht nur informieren, sondern auch sensibilisieren. Besonders gefährdet sind junge Menschen zwischen 16 und 34 Jahren sowie Personen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen. Umso wichtiger ist es, Betroffenen Mut zu machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Gewalt in keiner Form toleriert werden darf.

„Herzschlag – Wenn aus Liebe Gewalt wird“ lädt ein, über gesellschaftliche Rollenbilder, die Wahrnehmung von Gewalt und mögliche Präventionsansätze nachzudenken. Sie bietet den Raum, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen, damit Gewalt in Partnerschaften und Familien keine Privatsache bleibt, sondern ein öffentlich diskutiertes und bekämpftes Problem wird.

Ziel der Kampagne ist es, zur Sensibilisierung und zu umfassender Information beizutragen. Mit verschiedenen interaktiven Beiträgen wie Kurzfilmen und Interviews mit Betroffenen und Expertinnen und Experten wird das Thema Gewalt in Paarbeziehungen in seinen unterschiedlichen Facetten dargestellt und beleuchtet. Fragen wie: Was ist eine Gewaltbeziehung? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich von Gewalt in der Partnerschaft betroffen bin? Wann gehe ich zur Polizei? Was macht die Polizei? Auf diese und viele andere Fragen gibt die Ausstellung fundierte Antworten und zeigt Wege auf.

Vom 09. Januar bis 17. Januar war die Wanderausstellung bereits in Celler weiterführenden Schulen unterwegs. Vom 27. bis 30. Januar geht es dann weiter in den Schulen, so dass sie dann insgesamt in 13 weiterführenden Schulen von Stadt und Landkreis das Thema eindringlich präsent war.

Weitere Informationen zu der Ausstellung gibt es unter https://herzschlag-kampagne.de/

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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