Sonntag, 19. Juli 2026

✔ unabhängig ✔ überparteilich ❤ kostenfrei

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Grünenpolitiker Stephan Ohl vor dem Wechsel in Fraktion Die Linke/Zukunft Celle

Der Bruch mit den Grünen liegt schon einige Monate zurück, bereits seit geraumer Zeit ist der Celler Kommunalpolitiker Stephan Ohl, der gemeinsam mit Johanna Thomsen den Fraktionsvorsitz der Grünen im Rat Celle innehatte, fraktionslos. Nun hat er sich entschieden, in die Fraktion Die Linke/Zukunft Celle zu wechseln.

„Ich brauche ein politisches Umfeld, in dem Spaß und Freude am Ehrenamt im Vordergrund stehen“, sagt der 54-Jährige. Damit lässt er indirekt durchblicken, dass in seiner bisherigen politischen Heimat auf kommunaler Ebene nicht mehr alles rund lief. Inhaltlich steht er jedoch immer noch hinter dem Programm der Partei, die sich der Ökologie und Nachhaltigkeit verschrieben hat und in der er 15 Jahre Mitglied war, davon 14 im Mandat, auch wenn ihm das soziale Engagement in letzter Zeit viel zu kurz kam. Damit fand er sich ab, doch nun stehen die Zeichen auf Neuanfang. Der alleinerziehende Vater eines 14-jährigen Sohnes möchte über das Vergangene nicht reden, keine schmutzige Wäsche waschen, sondern den Blick nach vorn richten. Nur eines ist ihm wichtig zu sagen: „An meiner politischen Arbeit und meiner politischen Haltung wurde nichts kritisiert, auch inhaltlich gab es keine Differenzen.“

Gelegentlich wird ihm eine zu große Nähe zum Neuen Rathaus vorgeworfen, wo er bereits ein Praktikum absolviert hat. Stephan Ohl gestaltet gern, Anträge zu stellen und in dieser Form Ideen einzubringen, reicht ihm nicht. Gibt es schwierige Projekte zu stemmen, die Probleme aufwerfen, steigt er zunächst tief in die Thematik ein und beteiligt sich dann auch an der Lösungsfindung. „Wir als Rat sind Teil der Verwaltung“, betont er, „ein vertrauensvolles Miteinander wäre nicht nur wünschenswert, sondern ist ob der vor uns liegenden Aufgaben zwingend geboten“, kritisiert Ohl vor allem den „Maulkorberlass“ des Oberbürgermeisters, der den Austausch zwischen Verwaltung und Rat einschränkt.

Der Pädagoge gehört zu den engagiertesten Ratsmitgliedern, er setzt sich intensiv auseinander mit den kommunalpolitischen Themen, liest die Vorlagen, erkundigt sich bei Fachleuten, regt Vor-Ort-Besuche an. „Es macht Spaß, sich zu engagieren, und es ist eine Ehre, das zu tun“, spricht er aus, was Gespräche mit ihm vermitteln. Für alles scheint er sich zu interessieren, nichts ist ihm zu trocken. In den Ratssitzungen sorgt er für Lebendigkeit und Humor, oft meldet er sich zu Wort, spitzt zu, fragt kritisch nach oder lobt das Personal des Neuen Rathauses, wenn seiner Ansicht nach etwas gut gemacht wurde. Dieses kommt nicht bei allen gut an, mehr Distanz wünschen sich Ohls Kritiker.

Einige Wochen hat er sich Zeit genommen, um zu überlegen, wie er weitermachen soll. In der Waagschale lagen ein Rückzug aus der Kommunalpolitik oder eine Rückkehr zu den langjährigen Mitstreitern und Mitstreiterinnen. Doch nun steht fest: „Das Kapitel Grüne hat sich in den ersten Tagen des  August endgültig geschlossen. Doch mein politischer Werdegang ist mit dem Austritt bei den Grünen nicht beendet.“

Stephan Ohl ist auf der Suche nach einer neuen politischen Heimat, der Eintritt in die Fraktion Die Linke/Zukunft Celle ist der erste Schritt auf diesem Weg.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.

Anzeige