Dienstag, 18. August 2026

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Zentren-SOS für sichere Innenstädte

Das neue Impulspapier von der IHK Niedersachsen und dem DEHOGA Niedersachsen greift eine Debatte auf, die in Lüneburg bereits intensiv geführt wird. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg fordert, die begonnenen Maßnahmen gemeinsam mit den Innenstadtbetrieben weiterzuentwickeln.

Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sind zentrale Voraussetzungen für lebendige und wirtschaftlich erfolgreiche Innenstädte. Darauf weisen die IHK Niedersachsen (IHKN) und der DEHOGA Niedersachsen in ihrem neuen Impulspapier „Zentren-SOS“ hin. Wie aktuell die darin formulierten Handlungsempfehlungen sind, zeigt die anhaltende Diskussion über das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität in der Lüneburger Innenstadt.

„Das Impulspapier beschreibt keine abstrakten Probleme. In Lüneburg erleben Unternehmen, Beschäftigte, Kundinnen und Kunden sehr konkret, wie sich Konflikte im öffentlichen Raum auf das Sicherheitsgefühl und die Attraktivität der Innenstadt auswirken. Entscheidend ist deshalb, die Situation gemeinsam mit Handel, Gastronomie, Stadt, Polizei und sozialen Einrichtungen zu betrachten und passende Maßnahmen zu entwickeln“, sagt Jan Weckenbrock, Berater für Raumordnung und Stadtentwicklung der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW).

Die IHKLW hatte im Januar gemeinsam mit der Hansestadt Lüneburg, dem Lüneburger City Management und dem Verein Lüneburger Gastronomen zu einem Dialog über die Situation in der Innenstadt eingeladen. Gewerbetreibende berichteten dort unter anderem von öffentlichem Alkohol- und Drogenkonsum, aggressiv auftretenden Gruppen sowie einer zunehmenden Verunsicherung von Beschäftigten, Kundschaft und Gästen. Die Hansestadt hat unter anderem den Kommunalen Ordnungsdienst personell verstärkt und zum 1. Mai eine befristete Alkoholverbotszone am Platz Am Sande eingeführt.

„In Lüneburg ist ein wichtiger Dialog zwischen den Betrieben und den verantwortlichen Institutionen entstanden. Diesen Austausch müssen wir fortsetzen und gemeinsam prüfen, wie die eingeleiteten Maßnahmen wirken. Die Erfahrungen der Unternehmen gehören zu einem realistischen Lagebild, weil sie die Situation in der Innenstadt täglich unmittelbar erleben“, sagt Weckenbrock.

Das Impulspapier empfiehlt unter anderem eine sichtbare Präsenz von Polizei und kommunalen Ordnungsdiensten, die konsequente Durchsetzung bestehender Regeln, die Beseitigung von Angsträumen und eine enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und sozialen Einrichtungen. Auch Bahnhöfe, Parkhäuser und die Wege in die Zentren müssten berücksichtigt werden. Zugleich gehe es darum, öffentliche Räume zu pflegen, unterschiedliche Nutzungen zu verbinden und Innenstädte über den gesamten Tagesverlauf zu beleben.

„Gute Geschäfte und gastronomische Angebote allein reichen nicht aus. Menschen müssen die Innenstadt sicher erreichen, sich dort wohlfühlen und gerne bleiben. Dafür braucht es klare Konzepte, verlässliche Zuständigkeiten und eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft“, sagt Weckenbrock.

Das Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ ist unter www.ihk-n.de/Zentren-SOS abrufbar.

PR