Austauschgruppe aus Celles Partnerstadt Meudon zu Gast am Ernestinum – deutsch-französisches Schülerprojekt „100 Jahre nach Verdun“

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CELLE. In der Woche vom 7. bis zum 13. Juni ist die Klasse 9 FL des Ernestinums Gastgeber für „ihre“ Französinnen und Franzosen mit diversen Aktivitäten im Rahmen eines umfassenden Programms. Der seit 2012 mit dem Collège François Rabelais in Celles Partnerstadt Meudon bestehende Austausch wird auch in diesem Jahr für die französischen Gäste Erfahrungen mit deutschem Familien- und Schulleben bringen, ferner eine Fahrt nach Bergen-Belsen, Ausflüge nach Hannover und Hamburg und – als „Spaß pur“ – in den Heidepark, wo das Miteinander so besonders entspannt erfolgen kann.

Wie immer stand auch bei diesem Austausch ein gemeinsames Projektthema an. Nachdem im Jahr 2015 unter dem Motto „70 Jahre Frieden“ sowohl in Meudon als auch in Verden ein gemeinsames Konzert gegeben wurde, soll sich in diesem Jahr die Arbeit auf ein ernstes Thema konzentrieren: „Verdun 1916“. Beim Besuch in Meudon ist bereits ein gemeinsamer Besuch der deutschen und der französischen Gruppe im Armeemuseum in Paris und bei der Gedenkstätte für die Deportierten während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erfolgt. Im Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler in Meudon und Celle ausgewählte Feldpostbriefe gelesen. Am 29. Mai und in den Tagen danach sind eifrig die Berichte über die große Gedenkveranstaltung in Verdun verfolgt worden, vor allem über die Rolle der Jugendlichen dabei. Die Erfahrungen wurden heute in einem Erinnerungsvideo und in einer „Verdun-Mappe“ zusammengetragen. Die Jugendlichen stellten auf der Bühne des Ernestinums ihre Gedanken zu dem Thema dar, wobei die Franzosen dieses auf Deutsch und die Deutschen auf Französisch vortrugen. Zunächst in zwei Gruppen getrennt nebeneinanderstehend, um die bedrückenden Botschaften aus dieser Zeit sich gegenseitig zu erklären. Doch nach den Schlussworten des Vortrags „Es ist ganz still – Totenstille / Un silence de mort.“ sagten die Jugendlichen: „La vie triomphe sur la mort / Das Leben siegt über den Tod“.

Anschließend rückten alle Schülerinnen und Schüler zusammen und sangen gemeinsam zur Melodie der Europa-Hymne einen eigenen französisch-deutschen Text, der den Schrecken der Vergangenheit die entspannten, freundschaftlichen Kontakte unserer Zeit gegenüberstellt und die jungen Leute nachhaltig dafür sensibilisieren soll, dass das gute Einvernehmen von heute keineswegs „selbstverständlich“ ist und beständigen Engagements bedarf. Ungeachtet dieser eher ernsten Akzentsetzung steht im Mittelpunkt der Austauschbegegnung der Spaß, die Freude über die entspannte Begegnung mit jungen Leuten aus dem Nachbarland und ihrer Sprache.

Begleitet wurden die französischen Schülerinnen und Schüler von ihrer Deutschlehrerin Madame Lemeur und einem weiteren Lehrer, Monsieur Jacquet, und seitens des Ernestinums von den Französisch-lehrerinnen Frau Kircher und Frau Boll-Wagner. „Wir tun unser Bestes, um das Verdienst von René Leduc, dem Bürgermeister von Meudon, der nach seiner Zeit als Häftling in Bergen-Belsen die Städtepartnerschaft schon 1953 initiiert hat, unseren jungen Leuten zu vermitteln“, sagte Frau Kircher.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Innenstadt von Celle wurden die Schülerinnen und Schüler von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende empfangen, der bei seiner Begrüßung hervorhob, dass sowohl Frankreich als auch Deutschland unter den beiden Weltkriegen gelitten hätten und wie wichtig es sei, dass beide Länder sich wieder angenähert haben und diese Art von Austausch möglich sei. „Wir schulden das den vielen toten Menschen, die für beide Länder gekämpft haben. Und leider stehen wir nun gemeinsam vor den Herausforderungen neuer Aggressionen – wie in Paris geschehen. Wir möchten Frankreich unsere Solidarität zeigen. Und wir feiern trotz allem jetzt erstmal die EM. Heute drücke ich für Frankreich die Daumen, es kann aber sein, dass sich das im Laufe des Turniers noch ändert.“ Dirk-Ulrich Mende nahm damit schmunzelnd ein wenig die Schwere der Thematik. Die Jugendlichen trugen noch einmal die selbstgeschriebene deutsch-französische Hymne vor und erhielten dann als Gastgeschenk „blaue“ (Les Bleus)Trinkflaschen.

Vive l’amitié franco-allemande!

PR/Redaktion
Celler Presse



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