Kleine Ursache, große Feuerkatastrophe

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NIEDERSACHSEN. Seit dem 25. Juli ist der Feuerwehr Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in der Luft, um mit regelmäßigen Überwachungsflügen die weitläufigen Waldgebiete Niedersachsens zu kontrollieren. Ein kleiner Funke, eine Glasscherbe im Sonnenlicht, ein unerlaubtes Lagerfeuer oder eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe können an den extremen trockenen Sommertagen im Wald große Katastrophen anrichten, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Mit steigenden Temperaturen und anhaltender Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. Das Risiko wird häufig unterschätzt. Der Waldbesitzerverband und auch die Feuerwehren rufen Waldspaziergänger eindringlich dazu auf, vorsichtig zu sein und jede Feuergefahr zu vermeiden. Sollten Spaziergänger ein Feuer bemerken oder selbst verursacht haben, ist der sofortige Anruf bei der Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 die einzige Alternative, um Schlimmeres zu verhindern. Seit über 50 Jahren besteht der Feuerwehr Flugdienst (FFD) des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. In seiner Form ist er eine einmalige Einrichtung in Deutschland. Die Waldbrandüberwachung konnte viele Schäden von Niedersachsens Wäldern und somit auch für die Allgemeinheit abwenden.

In Deutschland wurden laut Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im vergangenen Jahr 395 Hektar (ha) Wald durch insgesamt 424 Waldbrände vernichtet. Die Anzahl der Brände hat sich gegenüber dem Vorjahr um gut 180 Brände verringert, aber es war eine größere Fläche betroffen, 2016 waren es nur 283 ha. Weiterhin trauriger Spitzenreiter ist bundesweit Brandenburg. Aufgrund der sandigen Böden und des leicht brennbaren Kiefernbestandes wurden hier mit 141 hier die meisten Waldbrände gemeldet und 285 ha Wald zerstört. In Niedersachsen flammten 2017 glücklicherweise nur zwölf Brände auf, betroffen waren etwas über neun Hektar Wald. Der Schwerpunkt war im vergangenen Jahr in den Monaten März und April.

Die meisten Gründe für Waldbrände bleiben bundesweit ungeklärt (153 Fälle). Danach folgt als häufigste Brandursache Brandstiftung (129 Taten), bei 93 Taten war Fahrlässigkeit im Spiel. Drei Brände waren 2017 für Niedersachsen auf Brandstiftung zurückzuführen, einer auf Fahrlässigkeit, drei auf handlungsbedingte Einwirkungen und bei fünf Bränden konnte die Ursache nicht festgestellt werden. In der Statistik lässt sich seit 1977 kein Trend ablesen, dass die Zahl der Waldbrände zu- oder abnimmt. Vielmehr schwankt die jährlich durch Feuer vernichtete Fläche stark und nimmt in trockenen Jahren deutlich zu. Wie hoch die Waldbrandgefahr aktuell ist, können Interessierte auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes www.wettergefahren.de/warnungen/indizes.html erfahren.

LPD
Foto: landpixel

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