NABU: Landesweites Treffen zum Hummelschutz – landesweite Hummelerfassung und Wiederansiedlung seltener Hummeln geplant

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MEIßENDORF. Über 60 Hummelfreunde haben sich am Samstag, den 23. März 2019, auf NABU Gut Sunder in Winsen getroffen. Der NABU Niedersachsen hatte zu einer Auftaktveranstaltung des von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekts „Bestandsschutz für seltene Hummelarten in Niedersachsen“ eingeladen. Aktuell wird der dramatische Biomasserückgang bei den Insekten, um rund 75 Prozent in den letzten Jahren, diskutiert.

„Bei den Hummeln setzten massive Bestands- und Artenrückgänge schon vor über 60 Jahren ein, wurden aber noch nicht als „Insektensterben“ wahrgenommen. Hummeln sind eine der am stärksten gefährdeten Wildbienengattungen. Die allseits beliebten Hummeln gehören aber auch zu den wichtigsten Bestäubern vieler Nutz- und Kulturpflanzen“, berichtet NABU-Projektleiterin Nicole Feige. Im Vordergrund des neuen NABU-Projektes steht die Wiederansiedelung seltener Hummelarten, aber auch die landesweite Erfassung der Hummelbestände. Gemeinsam mit den Experten wurden nun die nächsten Schritte geplant, sich ausgetauscht und sich auf den neusten Wissensstand gebracht.

Nach einem Grußwort von Dr. Nick Büscher, 1. stellvertretender Vorsitzender des NABU Niedersachsen, stellte das NABU-Projektteam die Inhalte des neuen Hummelprojekts vor. „Im Vordergrund steht die Wiederansiedelung seltener Hummelarten. Aber auch die landesweite Erfassung der Hummelbestände sowie die Optimierung oder Neuanlage von Hummelschutzflächen haben wir uns zum Ziel gesetzt“, berichtet Biologe und Projektmitarbeiter Rolf Witt (Umwelt- & Medienbüro Witt). Prof. Dr. Jorge Groß, Professor für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Bamberg, präsentierte eine Bestimmungs-App für Hummeln, welche er mit Rolf Witt, Martin Franke vom NABU Niedersachsen und Dr. Armin Blöchl von der Tierärztlichen Hochschule Hannover entwickelt hat und die im April freigeschaltet wird. Im Rahmen des Projekts wird die App um ein Meldetool und eine Datenbank erweitert. „Damit ist es möglich, viele Hummelarten direkt im Gelände zu bestimmen und den Fund an eine Datenbank zu melden. Sie wird als Karte mit den niedersächsischen Hummelvorkommen im Internet einzusehen sein“ erklärt Prof. Dr. Groß.

Nach einem Fachvortrag von Rolf Witt über Hummeln mit aktuellen Forschungsergebnisse kamen auch einige der zahlreichen Teilnehmer zu Wort und berichteten über ihre Aktivitäten im Hummelschutz „Viele der Teilnehmer haben uns auch schon in dem ersten Hummel-Projekt unterstützt, das bis Ende 2016 lief. Das Hummelfieber ist seitdem nicht abgeflaut“, freut sich NABU-Projektleiterin Nicole Feige. „Unser Projekt lebt von der Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Hummelerfasser. Nur so ist es realisierbar, an möglichst vielen Standorten in Niedersachsen nach Hummeln zu suchen.“

Am Ende der Veranstaltung wurden erste Arbeitsgruppen gebildet, um sich auf die Suche nach Hummelvorkommen zu begeben und das Wiederansiedlungsprojekt anzugehen. Weitere Mitstreiter sind herzlich willkommen. Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit hat oder Hummelschutzflächen zur Verfügung stellen möchte, kann sich melden unter Nicole.Feige@NABU-Niedersachsen.de, Telefon: 01590 4537728.

PR





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