„Die Welle“ führt zu Diskussionen

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ESCHEDE. Der Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte Eschede lud am Sonntag zu einem Film- und Diskussionsabend ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an dem Abend teil und diskutierten im Vorhinein über einzelne Filmszenen. Bevor der Film „Die Welle“ gestartet wurde, hatte der Arbeitskreis generelle Fragen in die Runde gestellt, ob zum Beispiel alle Mittel angemessen sein, um eine Diktatur zu verhindern, oder ob die Presse gezielt lügen dürfe.

Franziska Baden, Maximilian Baden und Marlon Gollnisch vom Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte Eschede moderierten den gestrigen Film- und Diskussionsabend. Die Teilnehmerzahl war durch das fast parallel stattfindende EM-Qualifikationsspiel zwischen den Niederlanden und Deutschland eher zurückhaltend, dennoch fanden sich interessierte Bürgerinnen und Bürger im Christopherushaus ein.

Bei Snacks und Getränken wurden den Teilnehmern zunächst Ausschnitte des Films gezeigt. Im Anschluss musste sich jeder selbst Fragen beantworten, welchen Gruppen (Vereinen und Freunden) er sich zugehörig sieht, wie diese Gruppen auf einen wirken und ob es auch Kritik an diesen Gruppenzugehörigkeiten gibt / geben könnte.

Mit diesem vorgehaltenen Spiegel startete der Abend in die Diskussion. Dazu stellte der Arbeitskreis den Tischen gezielte Fragen, ob die Presse lügen dürfe, oder ob alle Mittel angemessen seien, um eine Diktatur zu verhindern. Kontrovers und lebhaft wurde über die Fragen diskutiert und stetig gedanklich in der Diskussion erweitert.

Mit dieser Grundlage startete das Filmdrama „Die Welle“ (Regie: Dennis Gansel) aus dem Jahr 2008. Jürgen Vogel in der Hauptrolle verkörpert den Lehrer „Rainer Wenger“. In einer Projektwoche sollen im dem Film die Schüler etwas über „Autokratie“ lernen. Da der Kurs „Anarchie“ schon von einer anderen Lehrkraft unterrichtet wird, versucht sich Wenger der Thematik anzunehmen und den Schülern lebhaft „Autokratie“ zu vermitteln. Dazu bindet er die Schüler direkt ein und schmiedet aus ihnen eine autokratisch faschistoide Projektgruppe. Wenger, alias Jürgen Vogel, ging dabei auf die anfangs gestellte Schüleraussage ein, dass es in Deutschland nicht mehr möglich sei, dass wieder eine Diktatur entstehe. Die Gruppendynamik nahm mit nur wenigen Anleitungen des Lehrers ihren Lauf und eskalierte am Schluss des Films.

Anschaulich wurde dem Zuschauer der schleichende Prozess präsentiert, der zu Beginn gar nicht abschreckend wirkte. Nur diejenigen Schüler, die sich der hochschaukelnden Dynamik wiedersetzten, zeigten, dass das System der „Welle“ aus dem Ruder läuft.

Dennis Gansel hatte dazu auch das Drehbuch zusammen mit Peter Thorwarth geschrieben.

Vorlage war das reale Experiment an einer amerikanischen Highschool. 25 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg behandelte eine Schule das Thema, ob es wieder zu einer Diktatur kommen könnte. Das damals angesetzte 14-tägige Projekt verselbstständigte sich ransant und musste nach nur fünf Tagen gestoppt werden. Unter dem Titel „The Wave“ war dazu bereits im Jahr 1981 der Roman von Morton Rhue entstanden.

Redaktion
Celler Presse





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