Gebrauchtwagen-Ratgeber: Auswahl und Außencheck

CELLE. Wer über den Kauf eines Autos nachdenkt, muss zunächst einmal die Frage klären, ob es ein Neu- oder Gebrauchtwagen sein soll. Knapp drei Viertel der Deutschen geben dabei einem Gebrauchten den Vorzug. Gleichzeitig gibt es aber auch Bedenken: Auf Platz 1 rangiert mit 87 Prozent die Sorge, dass der Wagen versteckte Mängel haben könnte1. Grund genug für TÜV NORD, einige Tipps zum sorgenfreien Erwerb eines sicheren Gebrauchten zu geben.

Wer die Wahl hat, hat die Qual:
Was darf es sein? Ein kompakter Spritsparer für die City, ein Kombi mit viel Raum für die frischgebackene Kleinfamilie oder doch lieber etwas Sportliches? Was auch gesucht wird, auf dem Gebrauchtwagenmarkt wird man sicher fündig, denn das Angebot an unterschiedlichen Marken und Modellen ist riesig. Bevor man seine Auswahl trifft, kann es nicht schaden, sich einen ersten Überblick über wahrscheinliche Mängel zu verschaffen. Nicht alle Modelle sind gleich zuverlässig und haben nach einigen Jahren mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten zu kämpfen. „Wenn ein Auto den Besitzer wechselt, ist es im Schnitt sechs Jahre alt. In dieser Zeit kann viel passieren“, weiß Marc Schnoor, Leiter der TÜVSTATION Celle. Hier bietet es sich an, in Internetforen Erfahrungsberichte zu lesen oder Profis im Bekanntenkreis zurate zu ziehen. „Eine gute Informationsquelle ist auch der jährliche TÜV-Report, den wir gemeinsam mit anderen TÜV erstellen“, so der TÜV-Experte. In dem Sonderheft kommen alle Erkenntnisse aus bundesweit Millionen von Hauptuntersuchungen zusammen. Es werden die häufigsten Probleme angezeigt und wann sie in der Regel auftreten. So sieht man auf einen Blick, mit welchen Mängelerscheinungen man bei welchem Modell rechnen muss. Der TÜV-Report erscheint jedes Jahr im Herbst und ist dann an allen TÜV-STATIONEN sowie im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Der erste Check per Augenmaß:
Ist ein interessanter Gebrauchtwagen gefunden, sollte man einen Termin
vereinbaren, um ihn sich in Ruhe anzuschauen. Es ist ratsam, im Vorfeld eine Checkliste von den Aspekten anzulegen, die man überprüfen möchte. Vorlagen hierfür gibt es auf den Internetseiten von Automobilclubs oder auf tuev-nord.de. Vor Ort wird als Erstes geprüft, ob die fünf wichtigsten Papiere vorhanden sind:

Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, der letzte HU-Bericht, Erstkaufvertrag und
Inspektionsscheckheft. Ist diese Hürde genommen, folgt der Rundgang ums
Auto, um zu sehen, ob es Beulen, Verfärbungen oder Kratzer an Karosserie und Stoßstangen gibt. Auch wenn ein Verkäufer beteuert, dass der Wagen unfallfrei sei, beim Spaltmaß von Türen, Kofferraum und Motorhaube sollte man ganz genau hinsehen: Ist der Abstand der geschlossenen Tür zum Kotflügel nicht durchgängig gleich groß, deutet dies auf eine verzogene Karosserie hin. „Das ist ein sicheres Indiz dafür, dass der Wagen einen größeren Crash hinter sich hat. Manchmal werden vom Vorbesitzer nur die kosmetischen Schäden ausgebessert und versteckte Mängel bleiben bestehen. Dann kann der Wagen schon in kurzer Zeit zur Kostenfalle werden“, sagt Schnoor. Wichtig ist auch der Zustand von Scheinwerfern und Rückleuchten. Hier versteht der Gesetzgeber bei Beschädigungen keinen Spaß. Die Fahrzeugbeleuchtung muss jederzeit einwandfrei sein, das heißt frei von Steinschlägen, Rissen oder Feuchtigkeit im Gehäuse. Andernfalls könnte das Licht falsch gebrochen werden und in der Dunkelheit andere Verkehrsteilnehmer blenden. Wer hier Schäden findet, muss Reparaturkosten einkalkulieren.

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