VdK kritisiert Rahmenbedingungen der niedersächsischen Pflegekammer

NIEDERSACHSEN. Allen Pflegenden im Land eine gemeinsame starke Stimme zu geben, ist das selbsterklärte Ziel der niedersächsischen Pflegekammer. Mit der Zwangsfinanzierung durch ihre Mitglieder ist ihr dies bislang jedoch nur mäßig gelungen, kritisiert der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen e.V. – und schlägt deshalb ein neues Finanzierungsmodell vor: Nach Meinung des VdK sollten die Beiträge von den Arbeitgebern übernommen werden. Denn gerade sie sind auf ausreichend qualifizierte Mitarbeiter und reibungslose Arbeitsabläufe in ihren Einrichtungen angewiesen. Zudem besteht eine besondere Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern.

Derzeit sei die Kammer noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. „Das hätte alles vorab geregelt werden müssen“, rügt Landesvorsitzender Friedrich Stubbe. „Was die Pflege tatsächlich braucht, ist mehr Personal, eine angemessene Bezahlung und vor allem bessere Arbeitsbedingungen. Doch die konsequente Durchsetzung dieser Ziele und eine wirksame Interessenvertretung lässt bislang noch auf sich warten!“ Deshalb sei die Empörung der Kammermitglieder über die Beiträge nachvollziehbar. Sich zu organisieren, um gemeinsam mit starker Stimme gegenüber der Politik aufzutreten, sei der richtige Ansatz. Die Pflegekammer aber auf dem eh schon finanziell schwachen Rücken der Pflegekräfte aufzubauen, hält VdK-Chef Friedrich Stubbe für den falschen Weg. „Wie sollen denn die Kinderkrankenpflegerin oder der Altenpfleger von ihrem geringen Lohn noch etwas abgeben, wenn sie ohnehin schon jeden Euro umdrehen müssen?“

Der VdK unterstütze die starke Lobby der Pflegenden in Niedersachsen – allerdings müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden. Und die Pflegekammer sollte endlich mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen, so Stubbe.

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