Grüne informieren sich über artgerechte Sauenhaltung

ENDEHOLZ. Die meisten Zuchtsauen in Deutschland verbringen ein Großteil ihres Lebens in sogenannten Kastenständen und Abferkelbuchten. Weniger Verluste bei den Ferkeln und wirtschaftliche Erwägungen werden als Hauptgrund für die Fixierung der Muttersäue genannt. Bewegung oder sozialer Kontakt mit den Ferkeln ist so nicht möglich. Diese gängige Praxis entspricht nicht der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, das hatte das Bundesverwaltungsgericht schon 2016 bestätigt. Getan hat sich seitdem wenig.

Dass es auch anders gehen kann, davon überzeugten sich die agrarpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion Miriam Staudte, ihre Kollegin Imke Byl und der ehemalige Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Auf dem Hof Michael in Endeholz/ Eschede tummeln sich die Muttersauen ganzjährig auf der Weide. Abgeferkelt wird in sogenannten Welser Abferkelbuchten, in denen die Ferkel sich aufwärmen können, Futter-, Außen- und Kotplätze voneinander separiert sind. Nach zwei Wochen ziehen Muttersau und Ferkel wieder auf die Weide. „Die Außenhaltung ist die einzige artgerechte Haltung für Schweine, weil sie ihrem natürlichen Wühltrieb nachgehen können. Die Tiere sind gesünder und vitaler. Wir brauchen so kaum Medikamente“, erläutert Inga Vellenga ihre bewährte Haltungsmethode. Auch der Biohof profitiert von der Ringelschwanzprämie und Förderung des freien Abferkelns, die unter der letzten rot-grünen Landesregierung eingeführt wurden.

„Beim System Billigfleisch wird das Tier an eine möglichst effiziente Haltung angepasst und nicht die Haltungsform an das Tier“, betont Miriam Staudte. Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sei die Akzeptanz dafür inzwischen stark gesunken. Es müsse endlich verbindliche, gesetzliche Vorgaben und Fördermittel für einen tiergerechten Umbau der Landwirtschaft geben, fordert die Landtagsabgeordnete. Marlies Petersen, Kreisvorsitzende des Landkreis Celle zeigte sich begeistert von der Haltungsform: „Für Mensch, Tier und Klima ist diese Form der Landwirtschaft vorbildlich. Man muss nicht jeden Tag Fleisch essen, dann kann man auch etwas mehr für diese Qualität ausgeben.“

Die drei GRÜNEN Landtagsabgeordneten bereisen gemeinsam den Nordosten Niedersachsens zu Themen der Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes. Auch die akute Trockenheit als Folge des Klimawandels und nachhaltige Waldbewirtschaftung wurden mit der Familie Vellenga diskutiert. Weiterhin stehen ein Besuch der Göhrde, dem Wasserwald Wibbese und in der Bohlsener Mühle auf dem Programm.

PR
Foto: Christine-Johanna Schröder

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