Nitrat- und Phosphatkulisse ausgewiesen – auch die Landwirtschaft in unserer Region ist davon stark betroffen

Landkreis CELLE. Die Niedersächsische Landesregierung hat die Karte der sogenannten „roten Gebiete“ ausgewiesen. Die roten Gebiete umfassen ca. 39 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Niedersachsen also rund eine Million Hektar oder plastischer formuliert rund 1 Million Fußballfelder. Die Landwirte können nur noch mit erhöhten Auflagen ihre Flächen in diesen Gebieten bewirtschaften. Das Kreisverbandsgebiet Celle liegt mit mehr als 80 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Nitratkulisse.

„Es steht außer Zweifel, dass sauberes Grundwasser für uns und alle nachfolgenden Generationen unverzichtbar ist. Dennoch können rote Gebiete nur aufgrund von fachlich fundierten Erkenntnissen bestimmt werden“, sagt Christoph Düvel, Vorsitzender vom Landvolk Kreisverband Celle. „Die von der Niedersächsischen Landesregierung präsentierte Karte basiert nach unserer Einschätzung auf einem sehr groben Raster. Es wurden auch bei offensichtlich nicht repräsentativ verteilten Messstellen pauschal große Gebiete einbezogen. Das ist aus unserer Sicht ein ungerechtfertigtes Vorgehen und führt zu völlig unnötiger Betroffenheit einzelner Landwirte, hier sehen wir konkreten Korrekturbedarf“, führt Düvel weiter aus.

Insgesamt 16 Kreisverbände haben sich zusammengeschlossen und ein geohydrologisches Ingenieurbüro beauftragt, die Grundlagen, die bei der Festlegung eine Rolle gespielt haben, in fachlicher Hinsicht zu überprüfen. „Sollte sich herausstellen, dass die Festlegung fachlich nicht haltbar ist, werden wir alle notwendigen Schritte zur Abwendung von Nachteilen für die Landwirte einleiten“, teilt der Vorsitzende Christoph Düvel mit. „Für die Betriebe bleibt jetzt weiterhin eine große Unsicherheit. Das zukünftige Anforderungsniveau hängt von den Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission ab. Einige Vorschläge, die hier diskutiert werden, gehen über jedes vernünftige Maß hinaus und sind kontraproduktiv. Dazu zählen die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten, die für den Wasser- und Bodenschutz angebaut werden. Diese geplanten Maßnahmen führen zum Humusabbau im Boden und damit zu einer vermehrten CO2 Freisetzung, Verringerung der Bodenfruchtbarkeit, höhere Erosionsanfälligkeit und geringerer Wasserhaltefähigkeit. Bei diesen wissenschaftlich fundierten Kenntnissen kann man berechtigterweise das Vertrauen in die Umweltpolitik verlieren“, so der Landvolkvorsitzende.

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