„Wenn die jungen Frauen gehen, dann gehen auch die Kinder…“- Studie zur Gleichstellungsarbeit im ländlichen Raum veröffentlicht

CELLE. Am 15. Oktober zum Internationalen Tag der Frauen auf dem Land stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) die Ergebnisse ihrer neuen Studie „Gleichstellung als Regionalentwicklung – Zur Situation der kommunalen Gleichstellungsarbeit in ländlichen Räumen Deutschlands“ dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vor.

Die Gleichstellungsbeauftragten von links: Maren Pritchard Stadt Bergen, Evelyn Günther Samtgemeinde Wathlingen, Bianka Lawin Landkreis Celle, Ilka Schwolow Gemeinde Eschede, Anne-Katrin Stark Samtgemeinde Flotwedel, Gisela Meyer Gemeinde Südheide und Angelika Barkus Samtgemeinde Lachendorf Es fehlen: Karin Hoy Gemeinde Winsen/Aller, Monika Albrecht Gemeinde Faßberg und Nina Eickhoff Gemeinde Wietze und Gianna Rieb Gemeinde Hambühren

Hierzu wurden 103 Gleichstellungsbeauftragte in 13 Bundesländern, darunter 62 Städte und Gemeinden und 39 Landkreise, zu ihren Arbeitsschwerpunkten und den Herausforderungen ihres Arbeitsalltags befragt und anhand qualitativ-empirischer Instrumente ausgewertet. Die Bundessprecherinnen der BAG machen deutlich, dass wer gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land will, die Lebensverhältnisse zwischen Männern und Frauen nicht außer Acht lassen könne. Dafür sei die kommunale Gleichstellungsarbeit als wesentliche Strategie der Regionalentwicklung zu stärken.

Bereits 2011 stellte das Leibniz-Institut für Länderkunde fest: „ Landflucht in Europa ist jung und weiblich!“. In zahlreichen Studien wurde deutlich, dass sich weibliche Landflucht aus ungleichen Lebensbedingungen und –chancen, unzureichenden Bildungs-und Berufsmöglichkeiten, prekären Arbeitsbedingungen, mangelnder Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsangeboten und einer unzureichenden Beratungsstruktur begründet.

Insgesamt kommt die Studie zu folgenden Ergebnissen:

  1. „Kommunale Gleichstellungsarbeit ist existentiell. Eine Stärkung bestehender Strukturen durch einheitliche bundesweite Gesetzgebung und eine besser Ausstattung und Einbindung der Gleichstellungsstellen in der Kommune sind notwendig.
  2. „Frauen brauche Perspektiven. Traditionelle Rollenbilder, eingeschränkte Mobilität und erschwerte Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Familie begrenzen ihre Entwicklungsmöglichkeiten in ländlichen Räumen.“
  3. „Ländliche Räume brauchen flächendeckende Beratungsangebote, guten und günstigen ÖPNV, ortsnahe Gesundheitsversorgung- insbesondere für Schwangere, gute Arbeit und ausreichend Kitaplätze vor Ort“.

Im Landkreis Celle arbeiten die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinden ehrenamtlich bis auf die Stadt und den Landkreis. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle Bianka Lawin bestätigt die Ergebnisse der Studie: „Die Studie der BAG bildet die Situation auch hier vor Ort ab. Eine einheitliche Anpassung der Rahmenbedingungen für Gleichstellungsarbeit ist längst überfällig. Nur durch die kooperative Zusammenarbeit mit der Politik, den Bürgermeistern und der Unterstützung des Landrats Klaus Wiswe ist erfolgreiche Gleichstellungsarbeit auch eine positive Regionalentwicklung.“

Die Studie steht als Download unter folgendem Link zur Verfügung:
www.frauenbeauftragte.org/bag-studie-gleichstellung-als-regionalentwicklung

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Foto: Laura Matzen

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