Landvolk fordert „5G auf jeder Wiese“ – Digitalisierung schreitet im ländlichen Raum nach wie vor eher schleppend voran

Landvolk fordert „5G auf jeder Wiese“ – Digitalisierung schreitet im ländlichen Raum nach wie vor eher schleppend voran

7. September 2020 Aus Von Celler Presse

NIEDERSACHSEN. Eine verlässliche digitale Infrastruktur ist für Landwirte heutzutage genauso wichtig wie ein gut befahrbarer Feldweg. „Wir brauchen ein leistungsfähiges Netz nicht nur an jeder Milchkanne, sondern auch auf jeder noch so abgelegenen Wiese“, bekräftigt Landvolk-Vizepräsident Dr. Holger Hennies. „Nur so können wir die digital gestützten Zukunftstechnologien bei der Düngung und bei der mechanischen Unkrautbekämpfung sinnvoll einsetzen“, begründet Hennies die Forderung gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Moderne, computergestützte Technik wird auf den Höfen längst auch im Stall sowie weiteren Häusern und Anlagen verwendet und benötigt. Aktuell können nach Angaben des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen (BZNB) 87 Prozent aller Gebäude in Niedersachsen über einen Breitbandanschluss verfügen, der 30 MBit/s oder mehr im Download leistet. Da der 5G-Ausbau erst im Frühjahr dieses Jahres begann, gibt es laut BZNB noch keine flächendeckenden Daten. Die Versorgung mit 4G (LTE) liegt in Niedersachsen insgesamt bei ca. 95 Prozent. Die Versorgungszahlen Breitband/Mobilfunk lassen sich nicht für einzelne Betriebe zuordnen, sind aber regional abbildbar. Hennies ist überzeugt, dass der Ausbau noch schneller vorangetrieben werden könnte. „Langwierige Genehmigungsverfahren und das Gerangel um Fördermittel müssen endlich der Vergangenheit angehören“, betont der Landwirt. „Wir Bauern können helfen, indem wir bei den Vorgesprächen mit den Netzbetreibern freien Zugang zu den Glasfaserleitungen einfordern. Das hat vielerorts schon gut geklappt.“

Flächen und Infrastrukturen, die sich für den Mobilfunkausbau eignen, können von Besitzern an das Breitbandzentrum in Osterholz-Scharmbeck gemeldet werden. Die Vorschläge werden von dort aus an die Mobilfunknetzbetreiber weitergeleitet. Das BZNB hat für die Meldung ein Tool entwickelt, das den Nutzern ermöglicht, alle relevanten Daten zu erfassen. Es ist abrufbar unter

www.niedersachsen-breitbandatlas.de/mapbender3/application/mobilfunkstandorte

Das Land Niedersachsen plant weiterhin eine Mobilfunkförderung. Diese befindet sich aktuell im Notifizierungsverfahren der EU. Für das Jahr 2023 prognostiziert eine Studie des Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) einen Anstieg auf insgesamt 22 Millionen Glasfaseranschlüsse in Deutschland. Das Datenvolumen wachse rasant: Wurden im Jahr 2014 pro Festnetzanschluss noch 34 Gigabyte übertragen, waren es im vergangenen Jahr bereits 132 Gigabyte. Ein Viertel der Anschlüsse seien staatlich gefördert worden.

LPD
Foto: Landvolk Niedersachsen





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