Ausbildungszentrum Munster gedenkt der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – Volkstrauertag ganz im Zeichen der Corona-Einschränkungen

Ausbildungszentrum Munster gedenkt der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – Volkstrauertag ganz im Zeichen der Corona-Einschränkungen

13. November 2020 Aus Von Celler Presse

MUNSTER. Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag haben eine große Tradition im größten Heeresstandort Deutschlands. Auch im Corona-Jahr 2020 fand diesmal eine Feierstunde statt, wenn auch im kleinsten Kreis. „Wir machen das, was machbar ist, im Rahmen des Verantwortbaren! Der Volkstrauertag hat für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Auch in Corona-Zeiten wollen dem gemeinsamen Gedenken einen Raum geben“, so der Kommandeur des Ausbildungszentrum Munster und Standortälteste Munster, Brigadegeneral Ullrich Spannuth. Aufgrund der CORONA-Regeln war nur eine kleine Zahl von Gästen zugelassen, u.a. die Bürgermeisterin der Stadt Munster, Christina Fleckenstein und der Kommandierende General des I DEU/NLD Korps, Generalleutnant Marlow.

Volkstrauertag und 65 Jahre Bundeswehr

Aufgrund der Corona-Einschränkungen fand diesmal nur eine kleine Feierstunde am Ehrenmahl in der Kaserne Panzertruppenschule statt. Und auch hier gehörten das Tragen einer Maske und große Abstände von mindestens anderthalb Metern zwischen den Teilnehmenden dieses Jahr dazu. „Das wir diesmal die Veranstaltungen zum Volkstrauertag nicht im gewohnten Umfang durchführen können, schmerzt uns alle, ist doch gerade der Volkstrauertag einer der Gelegenheiten, generationsübergreifend das Gespräch zu führen. Und das gilt an diesem Tag, dem 12. November 2020 umso mehr, begehen wir doch heute auch den 65. Aufstellungstag unserer Bundeswehr“, so Spannuth, der zudem unterstrich, dass es jedoch die Möglichkeit gebe, diese Feierstunde in Auszügen im Internet virtuell nachzuverfolgen.

„Bewahrt den Frieden“

Im Verlauf seiner Ausführungen ging der Kommandeur auf die besondere Bedeutung des Volkstrauertages für die Gesellschaft und insbesondere für den militärischen Nachwuchs ein. So dürfe der Volkstrauertag nicht zur Routine werden und sei eine Chance zum Innehalten, um auf das unermessliche Leid von Krieg und Gewaltherrschaft zu schauen, sich den „inneren Kompass“ vor Augen zu führen! Bereits zum Beginn seiner militärischen Laufbahn war es für den jungen Offizier Ullrich Spannuth wichtig, sich mit der Weltkriegsgeneration auszutauschen. „Ganz gleich ob mit ehemaligen Soldaten oder mit meinen Großeltern, eines hatten alle gemein – die eindringliche Mahnung an uns Jüngere: Bewahrt den Frieden“. Diejenigen, die den Volkstrauertag zum Anlass nehmen, einen Soldatenfriedhof zu besuchen, könnten dort durch die „dröhnende Stille“ der Gräberfelder hindurch, genau dieselbe eindringliche Mahnung vernehmen

Rückbesinnung ist wichtig

„Der Volkstrauertag leistet deshalb auch weiterhin seinen Beitrag, dass wir die gestalterische Kraft aufbringen und den Mut haben mögen, den wir heute und auch in Zukunft brauchen, um den Frieden zu schützen“, resümierte Brigadegeneral Spannuth. Anschließend ging Oberleutnant Patrick Scheller an das Rednerpult und sprach stellvertretend für die Lehrgangsteilnehmer, der zurzeit am Ausbildungszentrum seinen Offizierlehrgang Teil 3 absolviert. Der junge Offizier ging in seinen Ausführungen zunächst auf die aktuellen extremistischen Bedrohungen in Europa ein. „Wir gedenken deshalb heute auch aller Opfer von Terrorismus und politischer Gewalt“, sagte Scheller. So würden sich an diesem Tag viele jüngere Kameradinnen und Kameraden fragen, was für einen Sinn es habe, über lang zurückliegende Kriege und deren Opfer zu sprechen und zitierte daraufhin den französischen Generalfeldmarshall Ferdinand Jean Marie Foch mit den Worten „Ein Volk ohne Vergangenheit ist ein Volk ohne Zukunft!“ Ein Zitat, das als Lehre aus dem 1. Weltkrieg erwuchs und dennoch auch heute noch aktuell ist. „Nur durch die Rückbesinnung auf die Geschichte können wir verstehen, wie wichtig und wertvoll der heutige Frieden in Europa ist“, ergänzte der junge Offizier.

In Stille gedenken wir

Militärpfarrer Yves Töllner leitet mit einer kurzen Andacht zum Totengedenken über. Nach einer Minute des stillen Gedenkens wurden die Kränze an das Ehrenmal gelegt und den Opfern in Stille und Würde gedacht. Untermalt wurde die Veranstaltung durch eine kleine Abordnung des Heeresmusikkorps Hannover unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn.

Paul Hicks
Fotos: Katrin Hanske, Ausbildungszentrum Munster





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