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Umfrage zur Bundestagswahl: Unionsparteien nicht mehr erste Wahl der Landwirte

DEUTSCHLAND. CDU und CSU haben ihre jahrzehntelang bestehenden Spitzenplätze in der Gunst der deutschen Landwirte verloren. Aktuell würden demnach nur noch 18 Prozent der Landwirte CDU/CSU wählen. Deutlich vorne liegt mit 24 Prozent hingegen die FDP. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von agri EXPERTS, einer der führenden Marktforschungsspezialisten für die Agrarbranche aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Die Umfrage wurde von agrarheute, der führenden Medienmarke im Agrarbereich, in Auftrag gegeben. An der Befragung nahmen zwischen 29. Januar und 28. Februar 2021 rund 1.000 Landwirtinnen und Landwirte teil.

Damit waren CDU und CSU zum ersten Mal seit Beginn der Erhebungen zu den Bundestagswahlen durch agri EXPERTS nicht mehr die Parteien, die von Landwirten am meisten gewählt werden würden. 2013 hatten sogar noch 54 Prozent der deutschen Landwirte ihre Stimme der CDU/CSU gegeben.

Auffallend dabei ist aber, dass die CDU/CSU in der Gunst der Wähler noch vorne lag, bis das Bundeskabinett am 10. Februar das Insektenschutzpaket beschlossen hat. Erst danach hat die FPD viele Stimmen dazugewonnen und die Union vom Spitzenplatz verdrängt. Insgesamt haben sich die Liberalen bei den Landwirten gegenüber der letzten Bundestagswahl um 11 Prozentpunkte gesteigert.

Nur 6 % der Landwirte sehen ihre Interessen am besten von den Grünen vertreten. Das sind zwar 2 Prozentpunkte mehr als vor 5 Jahren. Der nach aktuellen Wahlumfragen zweitstärksten Partei trauen dennoch nur die wenigsten Bauern zu, ihre drängensten Probleme – faire Erzeugerpreise, Bürokratieabbau und eine fachlich fundierte Umweltpolitik – zu lösen. Gleiches gilt für die SPD, denen laut agri EXPERTS nur 1 % der Landwirte ihre Stimme geben würde. Themen wie den Umbau der Nutztierhaltung oder die stärkere Förderung des Ökolandbaus, welche für Grüne und SPD wichtige Anliegen sind, sehen nur 5 % der Landwirte als bedeutende politische Aufgaben.

In der Gunst der Landwirte deutlich verloren hat seit der letzten Bundestagswahl die AfD. Sie würden nur noch 14% der Bäuerinnen und Bauer wählen. Um 3 Prozentpunkte verbessert haben sich hingegen sonstige Parteien und der Anteil der noch unentschlossenen Landwirte. Weitere sieben Prozent der Umfrageteilnehmer wollten zur Sonntagsfrage keine Angabe machen.

Insbesondere durch die vielen Unentschlossenen lag der Anteil derjenigen, die bei dieser Frage keine Partei angegeben haben, bei ganzen 37 Prozent. Wie agrarheute-Chefredakteur Simon Michel-Berger betonte, „wird der Wahlkampf und die konkreten politischen Beschlüsse bei den vielen „Unentschlossenen“ noch deutlich für Bewegung sorgen. Mit der klaren politischen Orientierung früherer Jahre scheint es vorbei zu sein“.

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Grafik: agri EXPERTS





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