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Ein Vorbild für weitere Stadtteile? – Stadtteilversammlung Neuenhäusen

CELLE. Zum vergangenen Sonntag lud die „Solidarische Initiative Neuenhäusen“ die Bürger:innen Neuenhäusens zur Stadtteilversammlung ein. Im letzten Mai und Juni wurden 140 Menschen zwischen 6-96 Jahren (53% Frauen, 45% Männer, 2% keine Angaben) befragt. Die Ergebnisse der Umfrage präsentiert die Initiative anhand anschaulicher Bildtafeln. Folgende Bereiche werden dargestellt: Aktivitäten und Orte, Bildung, Frauen und Divers, Persönliches, Corona, Wohnen und Finanzen sowie Ernährung und Konsum.

Ziel der Gruppe sei die bessere Vernetzung der unmittelbaren Nachbarschaft und Aktivitäten, mit denen der Stadtteil bereichert werden kann. Nachbarn sollten sich näherkommen und gegenseitig bei Herausforderungen unterstützen sowie gemeinsam etwas vor Ort bewegen können, so der Redner. Vorab geben die beiden Redner*innen ihre Eindrücke zur Umfrage wieder. So würden viele im Stadtteil zur Miete wohnen und den größten Teil ihres Einkommens Geld für Wohnraum ausgeben. Des Weiteren würden sich viele Menschen bereits in Vereinen und Organisationen ehrenamtlich betätigen. Bereits in den Umfrageergebnissen zeige sich, dass Orte der Begegnungen fehlen würden wie bspw. Sitzgelegenheiten, Nachbarschaftstreffen oder auch mehr Stadtteilfeste. Auch gebe es den Wunsch, Erfahrungen zu bündeln oder auszutauschen in den Bereichen Handwerk, Kochen und Garten. Im Bereich Ernährung und Konsum würde viel Wert gelegt werden auf ökologische Aspekte, regionale Produkte und einem Gemeinschaftsgarten. Frauen wiederum würden sich in bestimmten Stunden und Gegenden unsicher und unwohl fühlen. Nun wollten sie mit Menschen aus dem Stadtteil sich direkt austauschen. In drei Gruppen (Ökologie, Kultur, BegegnungsOrt) sollten innerhalb einer halben Stunde konkrete Ziele ermittelt und Überlegungen der Realisierung angestellt werden.

Im Bereich Ökologie werden Orte zum Tauschen sowie zur Begegnung und zum Treffen sowie Lernen gesucht. Ein Rahmen zum Informationsaustausch schaffe Sicherheit. Mögliche Gärten (Privatgärten, Kirchstraße, Fläche hinter Combi) sollten barrierefrei sowie nah sein und zum Zusammenkommen, Gemüseanbau sowie zum natürlichen Lernen einladen. Schwarze Bretter im Stadtteil zur Information über gemeinsame Aktivitäten und zum Teilen gäbe es zwar schon einige. Bestehe bei ihnen die Möglichkeit einer Patenschaft? Der Fuhserandweg solle demnächst saniert werden. Hier stelle sich die Frage: wie könnte man ihn ökologisch gestalten bspw. mit einer Fallobstwiese oder einem TrimmDich-Pfad. Sport(geräte) im Schmaul oder Triftpark wären attraktiv.

In der Gruppe „Kultur“ wurde angeregt, Musizieren zu lernen wie bspw. beim Rotkehlchenchor (Dienstag 20.07. bis 18 Uhr) womöglich in der Neustadt. Ideen und Hinweise zum Stadtteilfest in Selbstorganisation oder auf Kultur Trif(f)t wurden gesammelt. Gesucht werde ein Ort zum Treffen für Musikveranstaltungen. Der Triftpark wäre da sehr gelegen. Ein Multikulturelles Picknick im Park mit verschiedenem Essen, Musik oder Theater zum Kennenlernen wurde angedacht. Im Park könnten auch Sport wie bspw. Yoga oder ähnliches angeboten werden. Die Frage: wie sie zukünftig wieder zueinanderfinden, beantworten sie sich mit regelmäßigen, offenen, lockeren Treffen, mittels Infos über einem schwarzen Brett oder Online-Plattform. Ein nächstes Treffen findet am Sonntag den 25. Juli um 15 Uhr im Triftpark statt. Zu diesem können gerne auch neue Interessierte hinzustoßen.

Die Gruppe „BegegnungsOrt“ überlegt welche Arten von Begegnungen nötig wären wie z.B. Jugendtreffs, Kneipe, Eisdiele. Aber auch Orte für Gruppen wie Kinder und Frauen sowie fürs Tätigsein wie Lernen oder der Kreativität würden gesucht. Gut wären Sitzmöglichkeiten, vielleicht auch ein Straßencafé. Hier werden einige Kontakte aufgenommen zu Vereinen oder anliegenden leerstehenden Geschäften, um Räumlichkeiten zu finden, in denen ein Spielenachmittag stattfinden oder zeitweise Eis verkauft werden kann. Des Weiteren wurde überlegt, ob ein Schaufenster in der Bahnhofstraße nicht auch als schwarzes Brett herhalten könne. Aus der Gruppe kam auch das Angebot, dass bei schlechtem Wetter auch die Möglichkeit besteht, aus nahestehenden Räumen sich Pavillons zu holen. Hier findet am 15.08.2021 um 16 Uhr ein weiteres Treffen im Triftpark statt. Auch hier können Interessierte gern hinzukommen.

Im Nachgang werden die zusammengetragenen Ideen und die kommenden Schritte allen anderen von einzelnen Sprechern vorgestellt. Nach der Zusammenfassung gibt es noch ein Gruppenfoto bevor sich die Menschen wieder verteilen und untereinander Gespräche führen. Weitere Ideen entstehen im lockeren Austausch: so z.B. ein Reparatur-Café, für den noch ein Ort und Aktive gesucht werden oder auch eine Essensverteilung der übriggebliebenen Reste von Kita- und Schulmensas. Interessenten können Ideen, Hilfe, Unterstützung an neuenhaeusen@riseup.net richten. Die Ergebnisse der Umfrage können Interessierte hier downloaden.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Manuela Mast






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