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Mahnwache zum Earth-Overshoot-Day – „Es geht auch um unseren Lebensstil“

CELLE. Mitglieder der Initiative LIST (Land in Sicht – Transition) haben am Donnerstag mit einer Mahnwache auf den „Earth Overshoot Day 2021“ hingewiesen. Der Erdüberlastungstag markiert jedes Jahr das Datum, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde während des gesamten Jahres regenerieren kann. Unterstützung erfuhr LIST dabei durch Aktive der Celler Klimaplattform.

Bei der Mahnwache kritisierte die Initiative auf Info-Tafeln die weit verbreitete Hoffnung, durch das Pflanzen von Bäumen eine ausreichende Kompensation für den westlichen Lebensstil erreichen zu können. Was ein Baum in 80 Jahren Wachstum an CO2 binden könne – nämlich etwa fünf Tonnen, emittiere ein Mittelklasse-PKW aktuell im Durchschnitt in einem Jahr. Fünf Tonnen CO2 würde in Deutschland auch jährlich durch den allgemeinen Konsum verursacht, ebenso wie durch eine Flugreise auf die Malediven.

Symbolisch wurden „Ablassbriefe“ angeboten, in denen darauf hingewiesen wurde, dass das Pflanzen von Bäumen erst in einer Zukunft eine Wirkung entfaltet, für die der Menschheit die Zeit weglaufe. Beispiel: „Wenn Du diesen Ablass-Brief für 10 Euro erwirbst, dann wird damit zum CO2-Ausgleich ein Bäumchen gepflanzt. Damit erwirbst Du die moralische Berechtigung, in 60 Jahren auf die Malediven zu fliegen. Falls bis dahin die Malediven im Meer versunken sind, verfällt das Flugrecht und Deine Klimasünden werden Dir nicht vergeben!“ Oder: „Wenn Du diesen Ablass-Brief für 10 Euro erwirbst, dann wird damit zum CO2-Ausgleich ein Bäumchen gepflanzt. Du erwirbst damit das moralische Recht, wenn Du ab sofort Deinen Fleischkonsum einstellst, in 40 Jahren wieder ein Jahr so viel Fleisch essen zu dürfen wie heute. Wenn Dir dann Fleisch nicht mehr schmeckt, dann wird Dir ein Teil Deiner Klimasünden vergeben.“

Die Sprecherin der Initiative LIST, Cornelia Döllermann-Nölting, zitierte dazu ein gerade in der Klimaschutzbewegung gern genutztes Bonmot auf die Frage, wann die beste Zeit sei, einen Baum zu pflanzen: „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 40 Jahren.“ Aber, das fügte sie hinzu: „Trotzdem ist selbstverständlich die zweitbeste Zeit jetzt.“

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