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„Wir sind das Klima“ – Bedrohung durch die Klimakrise und die Herausforderung, sie zu bewältigen – Informationsveranstaltungen bei FABI

CELLE. Magda Meyer-Schulte (Leiterin Familienbildungsstätte) stellt mit den Referenten Huber, Weinrich, Steinmetz, Pätzold die Aktionswochen „Wir sind das Klima!“ vor. Um noch mehr Eltern zu erreichen, hätten Parents for Future diese Veranstaltungen entwickelt und in der Familienbildungsstätte einen geeigneten Veranstaltungsrahmen gefunden. Michael Weinrich (Verwaltungsfachwirt und Aktivist) hätte die Veranstaltungen koordiniert, so die Leiterin, die im letzten Jahr coronabedingt ausfallen mussten.

Zu „Klimapolitische Aussagen der Kommunalpolitik“ beschreibt Frank Pätzold (Gründer Celler Klimaplattform), dass Wähler zu wenig über Klimapolitik wissen. So habe er verschiedenen Kommunalpolitikern qualitative, verbindliche Fragen zum Klimaschutz gestellt. In der Veranstaltung wird er Ergebnisse den Teilnehmenden vorstellen. Hier können Interessierte vorab schon nachlesen, welche Ansätze und Anträge die Parteien zum Klimawandel verfolgen: https://www.celler-klimaplattform.de/kommunalwahl_2021.html

v.l.n.r.: Michael Huber (Hochschuldozent f. Technologie u. Werkstoffe), Michael Weinrich (Verwaltungsfachwirt, Aktivist bei Celler Klimaplattform, VCD, Foodsaving), Wolfram Steinmetz (Lehrer für Geografie) und Frank Pätzold (Dipl. Theologe, systemischer Berater, Gründer Celler Klimaplattform)

Zu „Klimawandel und Ernährung“ erzählt Wolfram Steinmetz (Lehrer für Geografie), dass auch die Ernährung durch den Klimawandel beeinflusst wird. Es gebe auch klimafreundlichere Nahrungsmittel. Die Erkenntnisse seien ein Nebenprodukt des Schulunterrichts. Coronabedingt hätte es Ersatzleistungen im KAV-Gymnasium gegeben, dabei hätten einzelne Schülerinnen und Schüler sich mit Klimawandel und Ernährung auseinandergesetzt. Die klimafreundlichen Lebensmittel würden er und eine Schülerin des KAV vorstellen.   

Zu „Plastikfreier Leben“ berichtet Michael Weinrich (Celler Klimaplattform, VCD, Foodsaving), welche klimafreundliche Initiativen es in Celle gibt. Zur Vermeidung des Plastikflaschengebrauchs wird in sogenannten Refill-Stationen Leitungswasser in mitgebrachten Flaschen gefüllt. Bereits 5600 Initiativen sowie nachhaltig handelnde Unternehmen wären in einer „Karte von morgen“ bundesweit registriert. Wie bei Wikipedia könne jeder in diese Karte nachhaltig wirtschaftende Unternehmen angeben und sie auch bewerten.

Zu „Foodsaving“ teilt Weinrich (Aktion des Bunten Hauses) mit, dass Aktivisten abgelaufene Lebensmittel aus hiesigen Supermärkten und Bäckereien retten würden. Vor Corona wären diese gemeinsam verkocht und genossen worden, doch im Lockdown hätten auch Nutzer der Celler Tafel davon profitiert. Auch Nicht-Bedürftige könnten sich Lebensmittel abholen. Jeder sei dort ehrenamtlich tätig, würde persönlich Zeit und Spritgeld darin investieren. Natürlich würden Hygienestandards und Corona-Auflagen dort erfüllt werden.

Zu „The Point of No Return“ legt Steinmetz dar, wie abhängig die Kippelemente voneinander wären. Würde eins kippen, hätte dies eine schwere Kettenreaktion zur Folge wie bei den Dominos. Die Eisschmelze in Grönland und in der Antarktis habe schon eingesetzt. Als Folge kippe selbst die jahrelang als stabil geltende Golfströmung, was sich auf das Klima derzeit auswirke. So gebe es knapp 18 Kippelemente, die er in seinem Vortrag vorstellen werde. Mit seinem Vortrag wolle er Bewusstsein über das sensible Zusammenspiel der einzelnen Elemente wecken.

Zur „Biomasse“ berichtet Michael Huber (Hochschuldozent f. Technologie u. Werkstoffe), dass in 10 Jahren ein Sechstel des Waldnachwuchses zurückgegangen sei: Verdursten junger Bäume, Windbruch und Borkenkäfer. In der nächsten Dekade könnte der geschädigte Holzbestand als „klimafreundliche Holzpellets“ für Heizwärme sorgen, sinnvoller wäre eine Humusbildung. 200 junge Bäume würden einen 80-100-jährigen Baum ersetzen können. Die Biomasse müsse erhalten bleiben!

Zu „Reinigen mit Haushaltsmitteln“ legt Weinrich dar, dass 14 Plastikflaschen allein im Bad durch eine Handseife gespart werden könnten. So wäre auch das Abwasser leichter zu reinigen. In einem Workshop-Charakter werde Ulrike Müller verschiedene Rezepte zu Haushaltsmitteln vorstellen und sie herstellen. Aber auch Teilnehmer könnte Rezepturen mitbringen, präsentieren und Haushaltsmittel anfertigen.

Zu „Mobilität der Zukunft“ werde Annegret Pützner (Mitglied bei Bündnis 90 – die Grünen und Umweltberaterin) langfristige, klimafreundliche Mobilitätalternativen anhand ihres fachlichen Hintergrundes präsentieren, so die Leiterin der Familienbildungsstätte. So hat sie sich im vergangenen Jahr für eine Mobilitätszentrale am Bahnhof mit Fahrradverleih sowie Lademöglichkeiten für Pedelecs eingesetzt.

Zu „Der Wald als Dauerpatient“ bezeichnet Dr. Huber den Wald als CO2-Puffer. Dieser hätte in und um Celle eine große Bedeutung. Doch gleichzeitig bestehe hier ein großer Interessenkonflikt. Die Holzwirtschaft betrachte den Wald nur als eine Ressource, die verbraucht werden kann und muss. Dir Forstwirtschaft selbst kümmert sich, dass der Waldbestand erhalten bleibt. Hier kommen also gleich zwei konträre Interessen zusammen. Um bestmöglich durch den Klimawandel zu kommen, müsste die Verwendung von Holz massiv eingeschränkt werden. Denn Waldschutz ist gleich Verhinderung des Fortschreitens vom Klimawandel. Wenn ältere Bäume gefällt werden und die Ausgleichspflanzungen verdorren, würde in kurzer Zeit der Wald seine CO2-säubernde Wirkung kaum noch nachkommen können. Wenn die Holzwirtschaft so weiter agiert, begeht sie auf lange Sicht Selbstmord. Sie berauben sich ihrer Arbeit. Die 10.000 Arbeiter in der Holzwirtschaft müssten ihre Arbeitsweise ändern. So müsste nicht mehr die Holzwirtschaft ein Kernaspekt ihrer Arbeit sein, sondern viel mehr die Pflege und der Schutz der Waldbestände. 

Die Frage, die wir uns alle stellen sollten: “Was kostet uns der Klimawandel?“ Diese sollte sich nicht nur daran orientieren, was uns die Maßnahmen kosten, sondern auch was uns ein Unterlassen von Maßnahmen kosten würde.  Die Folgebereinigung von Problembereichen wie z.B. die Überschwemmung von Ahrweiler sind um ein Wesentliches größer und werden in immer kürzer werdenden Zeitabständen häufiger eintreten.

Alle Veranstaltungen sind gebührenfrei. Es wird coronabedingt um Anmeldung gebeten, bei mehr als 25 Teilnehmern werden 3G zur Grundlage genommen. Alle Vorträge sind ehrenamtlich von den Referenten organisiert. Hier findet der Interessierte weitere Informationen zu den Klimaveranstaltungen: https://www.fabi-celle.de/programm/klima-kompetenz-kontakte-interkulturell/

Redaktion
Celler Presse






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