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Arm durch Krankheit: Erwerbsminderungsrente darf keine Armutsfalle sein

NIEDERSACHSEN. Wer aufgrund von Krankheit nicht arbeiten kann, bekommt eine Erwerbsminderungsrente. Das Problem: Diese ist oft so niedrig, dass die Betroffenen von Armut bedroht sind. Viele müssen deshalb mit Grundsicherung aufstocken, um finanziell über die Runden zu kommen. In Niedersachsen sind davon mehr als 112.000 Menschen betroffen – Tendenz steigend. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb gezielte Maßnahmen, um Altersarmut zu vermeiden.

Die Zahl derjenigen, die in Niedersachsen trotz Erwerbsminderungsrente Grundsicherung beantragen müssen, steigt kontinuierlich: Während es 2003 noch knapp 45.000 Menschen waren, bezogen 2018 mehr als 112.000 die ergänzende Leistung. Der Grund: Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt in Deutschland derzeit bei rund 740 Euro monatlich. Betroffenen droht akute Armut.

„Um Altersarmut abzumildern, wurde eigentlich die Grundrente eingeführt. Das Problem ist, dass die meisten Erwerbsminderungsrentner*innen gar keinen Anspruch darauf haben, weil sie die entsprechenden Versicherungszeiten nicht erfüllen können. Sie gehen also leer aus“, kritisiert Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Seitdem die Bescheide zur Grundrente verschickt werden, zeige sich dieses Problem auch in der SoVD-Beratung sehr deutlich.

Niedersachsens größter Sozialverband fordert deshalb zwei Dinge von der Politik: „Es muss eine Mindestrente geben, die abgekoppelt ist von den Versicherungszeiten in der Rentenversicherung“, so Sackarendt. Außerdem müsse endlich eine Erwerbstätigenversicherung eingeführt werden, in die alle Arbeitnehmer*innen einzahlen. „Nur so kann Altersarmut wirksam verhindert werden“, ist sich der niedersächsische SoVD-Chef sicher.

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