Neuapostolische Kirche in Celle feiert Richtfest
In Neuenhäusen wurde heute das Richtfest der Neuapostolische Kirche gefeiert. Zu diesem Anlass trafen sich in der Jägerstraße zahlreiche Mitglieder, Freunde und Gäste der Kirche, um gemeinsam den rasanten Fortschritt zu bestaunen.




















Gemeindevorsteher Priester Andreas Heidemann begrüßte nach einer kleinen Musikalischen Einführung nicht nur die zahlreich erschienenen Gäste, die in dem Rohbau des Kirchenschiffes Platz fanden, Heidemann fungierte bei der Feierlichkeit auch als Moderator und freute sich zunächst über dem ersten Redner.
Apostel Ralf Vicariesmann begann mit einem Gebet und dem Segen. Vicariesmann zeigt sich erfreut, dass man die Möglichkeit habe eine Kirche neu zu errichten und spielte damit auf die generellen rückläufigen Mitgliederzahlen der Kirchen in Deutschland an. Mit dieser neuen Kirche setze man auch als Christen ein Zeichen, und das Christentum sei auch das Grundprinzip der Gemeinde in Celle. Hier kommen Jung und Alt zusammen, man akzeptiere einander und das Wahrnehmen des Nächsten sei eine wichtige Säule der Gemeinschaft. Ralf Vicariesmann wünscht sich viel Gemeinschaft, viel Freude und viel Segen.
Architekt Michael Wagner zeigt sich angesichts des Zwischenergebnisses erleichtert. Für Wagner ist der Bau einer Kirche etwas ganz Besonderes. Hier wurde aus der Idee eines Raumes eine Vision und diese wird nun Wirklichkeit. Wo nun der gesamte Rohbau steht, entstehe für jeden ein intensiver Eindruck, so Wagner.
Alle mussten nun vor die Kirche treten, denn Zimmermann Tim Mielert stand nun im Fokus. Das Richtfest geht schließlich nicht ohne Richtkranz und den Spruch des Handwerkers. Für die Zeremonie musste eine ganze Delegation auf das Gerüst und Mielert begann mit den Worten:
Mit Gunst und Verlaub
Zu einem Richtfest so wie heut‘
gehört ein Richtspruch, liebe Leut‘
Man hat den Richtspruch aufzusagen,
was dem Meister heut‘ wurd‘ aufgetragen.
Ich wird‘ ihn sprechen, doch sollt was fehlen
so braucht Ihr‘s ja keinem erzählen.
Gottlob, so weit ist es vollbracht:
Seht hier der Kranz in seiner Pracht!
Den Kranz, der unserm Werk gebührt,
das wir mit Eifer ausgeführt.
Gottlob! Ruft froh der Zimmermann
Gottlob! Das Werk, es ist getan.
Dem Auge hat über uns gewacht,
bis wir den Bau ohn‘ Unfall hier zustande gebracht.
Nun blickt man sicher wieder
vom Kirchendach zur Traufe nieder.
So wird es manch Jahrhundert stehen
und manches der Geschlechter sehen.
Ein Hoch sei allen ausgebracht,
die sich viel Mühe hier gemacht!
Ein Hoch zumal den Zimmerleuten,
die Mühe und Gefahr nicht scheuten,
um schwindelfrei bei Sturm, Schnee und Regen,
hofften auf des Himmels Segen,
die schweren Balken hinzuricht‘,
getreu der übernommenen Pflicht.
Das dritte Hoch! gilt jenen Händen,
die diesen Bau werden beenden.
Dass dies gelinge unverwehrt,
darauf wird dieses Glas geleert.
Nun geb‘ ich sie in Gottes Hand,
diese kann sie schützen und erhalten!
Wenn ihr Gefahr und Unheil droht,
durch Wetter, Blitz und and‘re Not.
Dann gütiger Gott, bewahre, rette!
Bewahre uns auch Stadt und Land
vor Wetterschäden, Krieg und Brand!
Dies sei vom Herrgott uns gewährt,
darauf wird das letzte Glas geleert.
Nun ist das Glas wohl ausgeleert
und weiter für mich nichts mehr wert,
drum werf‘ ich es zu Boden nieder,
zerbrochen brauch es keiner wieder.
Doch Scherben bringen Glück und Segen
auf allen Wegen.
Nach dem offiziellen Akt im Außenbereich, wobei ein einzuschlagender Zimmermannsnagel nicht fehlen durfte, kehrten alle wieder in der Kirche ein. Nach einer weiteren kleinen musikalischen Überbrückung durfte Ortsbürgermeister Dr. Jörg Rodenwaldt nicht fehlen. Rodenwaldt freute sich, dass zu einem Bau gleich mehrere Feierlichkeiten verbunden sind. Erst folgte die Grundsteinlegung, nunmehr das verschobene Richtfest und Ende Juli 2023 die Fertigstellung. Der Ortsbürgermeister unterstrich die Besonderheit dieses Richtfestes einer Kirche, schließlich werden neue Kirchen nicht häufig gebaut. Rodenwaldt schloss mit dem Zitat von Antoine de Saint-Exupery: „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.“
Eigentlich war der offizielle Teil nun vorbei, wie Gemeindevorsteher Andreas Heidemann verkündetet, doch kurzfristig habe sich Pfarrer Gerrit Schulte-Degenhardt, von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Celle, in die Liste der Redner eingereiht. Schulte-Degenhardt hatte beim Bau der Kirche in Holzbauweise die steigenden Rohstoffpreise im Blick und hegte den Gedanken „was wird das werden“. An dem Tag des Richtfestes habe er aber die vielen Menschen gesehen und das große aufgebaute Buffet, der Duft der Bratwürste lag in der Luft und der Pfarrer war zufrieden, schließlich habe er – selbst wenn es nur ein Rohbau ist – die Kirche mit einer lebendigen Gemeinde gesehen.
Die Kirche wirkt kleiner als das damalige voluminöse Gebäude. Die Holzbalken ragen von der neuen Kirche hoch hinaus und von allen Seiten wird der Innenraum lichtdurchflutet werden, was bei dem trüben und regnerischen Wetter zum Richtfest etwas eingeschränkt wahrnehmbar war. Die gelockerte Außenanlage und das später auch von außen hell wirkende Gebäude sollen einladend und ungezwungen wirken.
Am 30. Juli soll das Gebäude die Weihe erhalten als letzten Meilenstein zur Errichtung der neuen Kirche.
Wenn das kein Grund für eine weitere Feier ist.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de
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