Montag, 17. August 2026

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42 Menschen ertrinken 2022 in Niedersachsen – Deutlicher Anstieg der Fälle – Langer warmer Sommer treibt die Menschen ans Wasser

Der DLRG-Bundesverband veröffentlichte heute Vormittag (23.2.) die Ertrinkungszahlen für das Jahr 2022. Deutschlandweit gab es mindestens 355 Opfer, in Niedersachsen waren es 42, das sind 16 mehr als im Vorjahr. Der im Jahr 2021 mit 26 Ertrunkenen niedrigste Wert seit 21 Jahren konnte sich nicht verstetigen.  

Noch 2021 betonte Dr. Christoph Penning, Leiter Verbandskommunikation in Niedersachsen, man dürfe sich angesichts der niedrigen Zahlen „nicht darauf ausruhen“ und müsse weiter große Anstrengungen unternehmen, Menschen über die Gefahren am und im Wasser aufzuklären. Immer wieder warnt die DLRG vor allem vor dem Baden an unbewachten (Binnen)Gewässern.  

Die Zahlen 2022 blieben nun zwar hinter den Zahlen von 2020 (50) und 2019 (51) zurück, doch nähern sie sich wieder den zuvor veröffentlichten Werten an. In Niedersachsen stiegen die Zahlen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 38% (DE: 19%) an. „Das ist eine bedauerliche und auch deutliche Entwicklung, vor der wir an verschiedenen Stellen gewarnt haben. In Niedersachsen steigt die Zahl prozentual um das Doppelte im Vergleich zu den Gesamtzahlen in Deutschland. Der lange und warme Sommer hat die Menschen natürlich, besonders hier im Wasserland Niedersachsen mit langer Küste und sehr vielen unbewachten Binnengewässern, ans Wasser getrieben“, betont Penning. Wie in 2021, ertranken auch in 2022 die meisten Menschen an Seen, Teichen (NDS: 20, DE: 147) und Flüssen (NDS: 11, DE: 105).

Nach wie vor ist die Zahl der männlichen Ertrinkungsopfer viel höher, als die der weiblichen: 2022 ertranken in Niedersachsen 36 Männer und 5 Frauen (eine Person ohne Identifikation), 2021 waren es 24 bzw. 2. Im Vergleich nach Altersgruppen fällt auf, dass auch wieder sehr junge Todesopfer beklagt werden mussten. In Niedersachsen sind in 2022 2 Kinder (bis 10 Jahre) ertrunken. Diese Zahl halbiert sich im Vergleich zu 2021. Besonders hoch sind die Zahlen bei den 46-65-Jährigen: In dieser Alterskohorte sind 19

Menschen ertrunken. „Das Thema ‚Sicheres Schwimmen‘ und Prävention vor den Gefahren am Wasser betrifft alle Altersgruppen, wie die Zahlen 2022 deutlich zeigen“, betont der Leiter Verbandskommunikation.

Noch Ende Januar 2023 hat die DLRG mithilfe einer forsa-Umfrage festgestellt, dass sich die Zahl der Nichtschwimmer im Grundschulalter verdoppelt hat. Damit diese nicht weiter steigt, dürfe es zu keinen weiteren Schwimmbadschließungen, Temperatursenkungen oder Kursausfällen und daraus resultierenden Wartelisten von mehreren Jahren kommen. „Wir müssen immer noch feststellen, dass es weiterhin keine ausreichende gemeinsame Kraftanstrengung der Politik in Bund, Land, Kreisen und Kommunen gibt, um der sich verschärfenden Nichtschwimmerlage Herr zu werden, die uns weiter aus den Händen gleitet“, fasst Penning zusammen.

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Foto: DanaTentis / Pixabay