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Startschuss für die Aktion „Assistenzhundefreundliches Celle“

Hund ist nicht gleich Hund, das wurde allen Teilnehmenden bei der heutigen Auszeichnung der Stadt bewusst. Einige Menschen sind aufgrund von vielleicht nicht sichtbaren Erkrankungen auf einen ganz besonderen Hund angewiesen. Diese Assistenzhunde werden aber in der Öffentlichkeit meist nicht so wahrgenommen, und somit erfahren ihre menschlichen Begleiter oft Ablehnung. Um in solchen Fällen besser aufzuklären und allen zu zeigen, dass Assistenzhunde ruhig überallhin mitgenommen werden können, fungiert die Stadt Celle als Vorreiter für hoffentlich viele andere Geschäfte und Institutionen.

Assistenzhunde

Einige Menschen sind auf sogenannte Assistenz- oder Warnhunde angewiesen, die eine spezielle Ausbildung absolvieren mussten. Die Hunde sind nicht nur besondere Begleiter für den Menschen, sondern haben auch einen konkreten Job. Sie sind Augen und Ohren, sie erschnüffeln Änderungen beim Menschen und schlagen Alarm. Viele kennen bereits Blindenhunde, aber es gibt auch viele besonders ausgebildete Hunde, die bei Diabetes, schweren Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gehörlosigkeit und vielen anderen Fällen dem Menschen lebensrettend zur Seite stehen.

Interessant ist, dass es seit dem 1. Juli 2021 ein spezielles Assistenzhundgesetz gibt. Menschen mit einem solchen Hund soll die Teilhabe am Alltagsleben erleichtert werden, doch Dr. Hannah Reuter und Manja Myrrhe-Kohlenbrenner von den „Pfotenpiloten“ zeigten in einem kleinen Rollen-Fallbeispiel, dass die Erfahrungen in ganz Deutschland anders aussehen.

Der Besuch bei einem Arzt scheint eine große Hürde zu sein, obwohl manche speziell ausgebildete Hundenase gewisse Mangel- und Gefahrenlagen besser und schneller erkennt als die Geräte und Laborwartezeiten in einem Krankenhaus. Was eigentlich eine Hilfe für die konkrete Person sein sollte, kann in diesem Fall auch eine Unterstützung für das medizinische Personal sein. Dies hat sich jedoch aus den Erfahrungen heraus noch nicht herumgesprochen, und der Hund wird oft nur als Hund gesehen. Die Personen müssen ständig erklären, warum sie ihren Hund dabeihaben, und werden oft auch aus den Räumlichkeiten verwiesen, wie auch Karolin Bartels aus ihrer eigenen Erfahrung berichtet. In einem Celler Restaurant wurde sie des Ladens verwiesen, obwohl sie an einer Herz-Kreislauferkrankung leidet und auch einen Defibrillator eingesetzt bekommen hat. Ihr Hund Aragon kann mit seiner feinen Nase blitzschnell erkennen, wenn bei ihr zum Beispiel der Magnesiumspiegel sinkt und schlägt Alarm. Der Hund ist so ausgebildet, dass er bei Gefahr auch den Notfallknopf bedienen kann und sich anschließend um Bartels kümmern könnte, bis Hilfe eintrifft.

Erkrankungen und Behinderungen, die man nicht sieht, sind in der Gesellschaft ein besonderes Problem. Schnell werden professionell geschulte Hunde als ganz gewöhnliche Hunde wahrgenommen und die Personen erfahren in vielen Situationen Ablehnung – ob im Bürgeramt, im Museum, im Lebensmittelladen, beim Arzt oder auch in einer Ferienwohnung.

Die Stadt Celle möchte nun Vorreiter sein und auf diese besonderen Hunde aufmerksam machen. Die gemeinnützige Organisation „Pfotenpiloten“ war heute zu Gast im Neuen Rathaus. Die Organisation zeichnete die Stadt Celle am heutigen Montag als „Assistenzhundefreundliche Kommune“ aus. An allen Gebäuden der Stadt Celle werden in Zukunft entsprechende Aufkleber mit dem Aufdruck „Assistenzhund willkommen“ angebracht.

Auszeichnung

Die Auszeichnung fand im Rahmen eines Pressetermins durch die Vertreterinnen der „Pfotenpiloten“, Dr. Hannah Reuter mit Labradorhündin Daika (11 Jahre, Blindenführhund), Karolin Bartels mit Labradorrüden Aragon (2,5 Jahre, Kardiowarnhund) und Manja Myrrhe-Kohlenbrenner mit Labradorhündin Mascha (7 Jahre, Kardiowarnhund), statt. Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge befürwortet diese Aktion und sieht die Stadt als gutes Vorbild. Circa 40 städtische Gebäude, darunter Schulen und Kitas, werden diesen Aufkleber erhalten, und die Mitarbeiter werden über die Aktion informiert, sagt der Oberbürgermeister.

Doch damit ist nicht genug getan. Die ganze Stadt und auch der Landkreis sind aufgerufen, sich dieser Aktion anzuschließen. Ein Aufkleber an der zeigt Menschen mit einem Assistenzhund, dass sie hier willkommen sind und die Mitnahme des besonderen Hundes in Ordnung ist. Die Celler Museen haben zu Beginn jedenfalls auch signalisiert, dass Assistenzhunde bei ihnen willkommen sind, und die Aufkleber werden in Kürze auch an diesen Türen zu finden sein.

Bei diesem Elan wollte es sich der Oberbürgermeister auch nicht nehmen lassen, zumindest den ersten dieser Aufkleber an der Rathaustür persönlich anzubringen. Mehr Informationen zu dieser Aktion gibt es unter www.pfotenpiloten.org.

60 Städte und Kommunen, wie Köln, Düsseldorf, Wolfsburg und verschiedene Stadtteile Berlins, haben sich bereits an der Kampagne beteiligt und wurden als „Assistenzhundefreundliche Kommunen“ ausgezeichnet.

Die „Pfotenpiloten“ bilden selbst keine Teams aus, sondern sorgen durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Akzeptanz der tierischen Hilfsmittel und unterstützen die Schaffung solider Fundamente im jungen Assistenzhundsektor.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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