Sonntag, 18. Januar 2026

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Hochwasserprävention in Süd- und Westohe – Multifunktionale Rettungsboote in Eigenregie

An diesem schönen Herbstnachmittag zeigt sie sich von ihrer besten Seite, ruhig schlängelt sich die Aller durchs Gelände und bildet neben Wiesen und Wald den landschaftlichen Hintergrund für ein nettes Beisammensein der Einwohner aus der Süd- und Westohe. Allesamt sind sie mehr oder weniger gebrannte Kinder von dem Ereignis, als der Fluss, der die Menschen einst mit seinem Reiz an diesen Ort lockte, ungestüm und bedrohlich wurde, weil er über seine Ufer trat und Land und Leute überschwemmte. Kaum einer der insgesamt rund 300 Süd- und Westoher blieb verschont vom Hochwasser zur jüngsten Jahreswende.

Lernen aus dem, was geschehen ist, Erkenntnisse ziehen und überlegen, wie kann man sich besser schützen und wie kann man die Hilfe optimieren, wenn wieder ein Extremwetter wütet. Der Anlass für die Zusammenkunft an diesem Herbstnachmittag ist direkt zurückzuführen auf dieses Credo. „Wir haben spezielle Rettungsboote konstruiert, die wir heute der Öffentlichkeit präsentieren möchten“, berichtet Silke Woltersmann. Ihr Nachbar Frank Bourgonje blickt kurz zurück auf die dramatischen Tagen Ende Dezember des vergangenen Jahres: „Die schweren Gerätschaften kamen nicht in die Seitenstraßen, konnten die Menschen nicht evakuieren. Und die Boote, die wir hatten, waren zu groß, die konnten nicht wenden.“ Fernsehbilder aus Flutgebieten in anderen Teilen Deutschlands inspirierten Bourgonje: „Das Rote Kreuz kam mit einem Boot aus dem Wasser, setzte es auf die Straße und dort rollte es. So etwas müsste bei uns doch auch möglich sein“, beschreibt der selbständige Handwerker die Grundidee, die auf die unterschiedliche Ausprägung von Hochwassern reagiert. „Mal ist das Wasser knietief, dann wieder geht es bis zur Hüfte und manche Strecke ist trocken.“

Die zwei Boote, eines für die West- und eines für die Südohe, die vorgestellt werden, sind in ihrer flachen Konstruktion aus Aluminium und mit Gummirädern auf diese Gegebenheiten zugeschnitten. Sechs Personen finden Platz, die Tragfähigkeit pro Exemplar beträgt 500 kg. Eine Zugdeichsel ermöglicht das Ziehen und Lenken. „Sie lassen sich auch hinter einen Pkw, Trecker oder Quad spannen“, erläutert Phillip Lorenz von „Lorsby Aluminium“. „Seit 30 Jahren baue ich Boote“, erläutert der Mann aus Südwinsen, und die beiden vor ihm stehenden Exemplare hat er besonders gerne angefertigt. „Ich habe das doch alles miterlebt letztes Jahr, ich kenne hier doch viele, habe auch eine Tante hier im Ort“, antwortet Lorenz auf die Frage, wieso er sich so großzügig eingebracht habe. „Ohne Phillip hätten wir das nicht gewuppt“, ist mehrfach aus den Reihen der zahlreich erschienen Gäste zu hören. Die Kosten für ein Boot belaufen sich auf fünf bis sechstausend Euro. „Bei unserem Sommerfest im August haben wir zweieinhalb Tausend Euro eingenommen, die wir für das Projekt gespendet haben“, berichtet Silke Woltersmann. Den Rest steuerte Phillip Lorenz bei. „Das Besondere sind die Rollen“, erläutert der Fachmann und betont: „Die sind unverwüstlich, wirklich sehr robust, die können auch draußen gelagert werden.“

Bestens geeignet also für extreme Wetterlagen, vor denen die Bewohner der Süd- und Westohe nicht gefeit sind, vor denen sie sich lediglich so gut wie irgend möglich schützen können. Die neuen multifunktional einsetzbaren Rettungsboote sind ein Baustein dieser Präventionsarbeit, den Silke Woltersmann kurz und knapp kommentiert: „Wir freuen uns wie Bolle!“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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