Montag, 15. Dezember 2025

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Rückschau auf Hochwasser – Großes Interesse an Nachbereitung

„Die Pferde liefen das ganze Jahr im Wasser“, sagte Landwirt Dieter Köneke in der Einwohnerfragestunde des gestrigen Feuerschutz- und Gefahrenabwehr-Ausschusses der Samtgemeinde Wathlingen im Hagensaal. Lange hatten er und die vielen anderen Interessierten, die Fragen stellen wollten, warten müssen. Die Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer hatte sich zu Beginn der Sitzung viel Zeit genommen für eine Rückschau auf das Hochwasserereignis zur Jahreswende.

Köneke blieb sehr sachlich, doch der Unmut war ihm anzumerken. Der Nienhägener Landwirt, der 60 Hektar Grünland im Überschwemmungsgebiet bewirtschaftet, schilderte den Zustand der Aue zehn Monate nach dem Hochwasser: „Das Wasser der Aue fließt nicht ab, schon seit Mai ist die Aue komplett zugewachsen und zugeschwemmt.“ Sie leite kein Wasser weiter. Das Flussbett müsse dringend vom Unterhaltungsverband ausgemäht werden. „Die Bürger haben das ganze Jahr ihre Keller ausgepumpt, weil die Aue nicht abfloss“, sagte er und der voll besetzte Hagensaal applaudierte. Die klare Forderung lautete: Die Aue muss mehr als zweimal im Jahr gemäht werden. Ein weiterer Kritikpunkt, der in der Fragestunde formuliert wurde: Die Mängel, die bei der Gewässerschau festgestellt und protokolliert würden, werden nicht beseitigt. Sehr zufrieden zeigte man sich, dass Matthias Plagemann als neuer Leiter des Bauhofes der Samtgemeinde Wathlingen nun für diese Aufgabe zuständig ist. Auch im Hinblick auf die Grabensäuberung, die einige Teilnehmer anmahnten, war Plagemann der richtige Ansprechpartner. Ab dem 1. Oktober dürften die Gräben gemäht werden, man sei dabei, allerdings ist die beauftragte Firma überlastet, daher verzögere sich die Arbeit.

Auf Antrag der CDU-Fraktion unter Leitung von Hauke Hauschildt wurde das Thema Hochwasser-Nachbereitung auf die Tagesordnung gesetzt. Nach dem ausführlichen Referat von Sommer trug der Geschäftsbereichsleiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Heiko Warnecke, vor. Er war sozusagen in Doppelfunktion beim Hochwasserereignis im Einsatz, sowohl als Mitglied der Feuerwehr als auch als Wasserbauingenieur in Diensten des NLWKN. Sein Urteil fiel rückblickend sehr positiv aus: „Ich habe eine sehr, sehr aktive Samtgemeinde erlebt“, lobte er und wies adressiert an Zweifler und Unzufriedene darauf hin, dass Entscheidungen bei derartigen Großschadenslagen häufig binnen Sekunden getroffen werden müssten.

Zwei Kernfragen wurden an Warnecke gerichtet: Ob die Schaffung von Flächen, damit der Fluss sich ausbreiten könne, nicht hilfreich wären, beantwortete er mit dem Hinweis, dieses sei grundsätzlich richtig, es werde empfohlen, stets zu prüfen, ob man dem Fluss mehr Raum geben könne. Um einen Effekt zu erzielen, benötige man jedoch sehr viel Land, als Richtgröße nannte er 20 bis 50 Hektar. Durchaus wirksam, weil stabilisierend, wären auch Spundwände in der Verwallung. „Dabei handelt es sich jedoch um eine teure Lösung“, sagte Heiko Warnecke, der unter der Überschrift „Ausblick und Empfehlungen“ unter anderem darauf hinwies, dass das Gewässer und dessen Hochwasserschutz ganzheitlich betrachtet werden müsste. Hochwasserpartnerschaften seien hier ein wichtiger Schritt. Diese wurden in der Samtgemeinde, wie die Bürgermeisterin ausgeführt hatte, bereits realisiert. Darüber hinaus sprach der Experte die Möglichkeit an, die Verwallung langfristig in einen Deich zu verwandeln. Auch die Etablierung einer Organisationsstruktur zur Überwachung der Verwallung im Hochwasserfall sei wichtig. Abschließend betonte er die enorme Bedeutung ehrenamtlicher Helfer, ohne die Krisensituationen nicht zu handhaben sind.

DRK, DLRG, KESS und nicht zuletzt die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde waren zum Jahreswechsel im Einsatz gewesen. Ein großer Dank war ihnen bereits von Claudia Sommer ausgesprochen worden. Im Anschluss an den Fachvortrag erhielten sie Gelegenheit, ihre Arbeit darzustellen. Gemeindebrandmeister Axel Kernbach benannte konkrete Lehren, die er gezogen hat: „Das Personal muss in Schichten arbeiten. Insgesamt muss achtsamer mit Personal umgegangen werden, um Überlastung vorzubauen. Auch eine zweite Meinung einzuholen ist enorm wichtig“, führte er zwei Punkte aus einer längeren Liste an, um auch „zukünftige Katastrophen gemeinsam zu stemmen“.

Anke Schlicht
Celler Presse
Foto: Anke Schlicht

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