OFFENE ZWEIERBEZIEHUNG – pures Lachen bei der Premiere im Malersaal des Schlosstheaters Celle
Die gefeierte Komödie des Autorenpaares Dario Fo und Franca Rame von 1983 sorgte am Samstagabend für viel Vergnügen beim Premierenpublikum im Malersaal.





Tanja Kübler als Ehefrau Antonia und Philip Leenders als namenloser Ehemann konnten unter der Regie von Dori Engel ihr komisches Talent voll ausspielen.
Die zeitlose Komödie beschreibt mit viel Sprachwitz eine Ehekrise, in der Liebe und Leidenschaft mit den Jahren erkaltet sind. Es geht um Freiheiten, die man sich nimmt und die, die man bereit ist zu geben.
Der Mann betrügt seine Frau seit Jahren mit ständig wechselnden Sexualpartnerinnen und einer unbekümmerten Selbstverständlichkeit.
Antonia fühlt sich gedemütigt, wertlos und unattraktiv. Sie bekommt nur noch durch ihre regelmäßigen Selbstmordversuche etwas Aufmerksamkeit von ihrem Mann, Sex hat er schon lange nicht mehr mit ihr.
Der Mann beteuert, dass er große Achtung vor ihr hat, und die anderen Frauen nur seiner sexuellen Lust dienen, Antonia hingegen wie eine Mutter ist, bei der er sich geborgen fühlt. Sie wird wütend.
Der Mann schlägt eine offene Zweierbeziehung vor, die allerdings zunächst nur nach einer Seite geöffnet ist.
Antonia zieht in eine eigene Wohnung, doch ihr Selbstwertgefühl ist am Boden, sie leidet und hat Schwierigkeiten sich auf jemanden einzulassen, während ihr Mann weiterhin seinen Affären nachjagt, und sich unwiderstehlich findet.
Antonia will sich weiterentwickeln, und trifft bald auf ein Prachtexemplar von Mann, der sie so liebt wie sie ist. Antonia blüht auf, ihr Ehemann dreht durch, als er von dem Nebenbuhler erfährt.
Plötzlich wird sein sexuelles Interesse an seiner Frau wieder geweckt, doch sie lässt ihn abblitzen.
Jetzt schlägt Antonia zurück. Sie macht sich über sein nicht mehr ganz so attraktives Erscheinungsbild lustig, über seinen Beruf, seinen Blähungen, die er bekommt, wenn er sich aufregt. Ihre neue Bekanntschaft beschreibt sie dagegen als absoluten Hauptgewinn. Er ist jünger, sieht umwerfend gut aus, ist Kernphysiker, Professor an der Universität, Nobelpreisanwärter, Rockmusiker und Lyriker. Da kann Antonias Mann nicht mithalten, er versucht zwar den Nebenbuhler durch zynische Bemerkungen zu diffamieren, das gelingt ihm aber nicht.
Die Würde der Gedemütigten ist wieder aufgerichtet, für den Mann bricht eine Welt zusammen.
Der Mann will Antonia umbringen, dann aber doch lieber sich selbst. Antonia beschwichtigt ihn, und behauptet, dass sie die Geschichte nur erfunden hätte – doch dann klingelt es.
Das Stück nimmt kurz darauf ein spontanes Ende, nach einigen Schrecksekunden gab es für die meisterliche Darstellung der Schauspieler einen tosenden Applaus. Das Publikum feierte die großartig gemachte Komödie, die modern, nah an der Textvorlage und oft mit direkter Ansprache zum Publikum inszeniert wurde.
Die Schauspieler hatten viel Spaß an ihren Rollen und für die Zuschauer war es einfach spannend zuzusehen, wie Antonia mit trockenem Humor ihren Ehemann auflaufen lässt.
Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos: Lucas Rosenbaum (Schlosstheater Celle)
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige









