Mittwoch, 22. April 2026

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Temporäre Sperrung von Wanderwegen für Amphibienschutz: Maßnahmen in Uelzen und Oldenstadt

Zum Schutz wandernder Amphibien sperren die Niedersächsischen Landesforsten in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Uelzen temporär den „Deine-Weg“ im Bereich der Revierförsterei Gohlau für den Forstverkehr. Die Sperrung erfolgt in den Monaten Februar bis Ende April jeden Jahres, um die sichere Wanderung von Kröten, Fröschen sowie anderen Amphibien und Reptilien zu gewährleisten.

In diesem Zeitraum machen sich Amphibien aus dem Waldgebiet „Deine“ auf den Weg zum Haspelbiotop und dem Oldenstädter See, wo sie ihre Laichgewässer erreichen. Das Waldgebiet, das Teil eines Landschaftsschutzgebiets ist, bietet durch seine offenen Buchenwälder ideale Überwinterungsmöglichkeiten für Amphibien. Sobald die Temperaturen milder werden, beginnt die Wanderung in das nur etwa 300 Meter entfernte Biotop.

Maßnahmen zum Schutz der Amphibien

Bereits Anfang Februar 2024 führten Vertreterinnen und Vertreter der Hansestadt Uelzen, der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), der Niedersächsischen Landesforsten und des BUND eine Begehung des betroffenen Bereichs durch, um geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen. Im Rahmen dieser Begehung wurde beschlossen, dass der Teil im Wald des „Deine-Weg“ während der Wanderungszeit nicht für die Holzabfuhr genutzt wird. Zudem wurden an markanten Punkten, drei Schilder mit dem Hinweis „Achtung Krötenwanderung“ aufgestellt, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Die Bedeutung der Amphibienwanderung

Amphibien wie Erdkröten, Grasfrösche und Molche verlassen im Frühjahr ihre Winterquartiere in den Wäldern, um ihre Laichplätze in nahegelegenen Gewässern zu erreichen. Auf ihrem Weg sind sie besonderen Gefahren ausgesetzt, da Straßen, Wanderwege und menschliche Aktivitäten ihre Routen kreuzen. Auch der „Deine-Weg“ gehört zu den Wanderstrecken, auf denen alljährlich hunderte Tiere unterwegs sind.

Das Haspelbiotop als Ziel der Wanderung

Das Haspelbiotop ist ein ökologisch wertvolles Feuchtgebiet, das zum Stadtgebiet der Hansestadt Uelzen gehört. Es wurde als Rückzugsort für gefährdete Arten angelegt und bietet ideale Bedingungen für Amphibien. Neben den Laichgewässern im Haspelbiotop ist auch der Oldenstädter See ein wichtiges Ziel für wandernde Tiere. Durch die Maßnahmen soll nicht nur der Schutz der wandernden Tiere gewährleistet, sondern auch die Bedeutung des Biotops für die Artenvielfalt hervorgehoben werden.

Appell an die Bevölkerung

Die Niedersächsischen Landesforsten und die Hansestadt Uelzen bitten Erholungssuchende, die Beschilderung zu beachten und keine Abkürzungen durch das gesperrte Gebiet zu nehmen. Wilko Ennen, Revierleiter in der Revierförsterei Gohlau erläutert: „Für uns hat der Naturschutz einen sehr hohen Stellenwert. Wenn wir die Möglichkeiten sehen, die Holzabfuhr umzulenken und somit den Tieren eine sichere Wanderung zu ihren Laichgewässern zu garantieren, nutzen wir alle Möglichkeiten die Logistik anderweitig zu organisieren.“ Auch Karin Mayer, Mitglied in der BUND Kreisgruppe Uelzen pflichtet Ennen bei: „Der Schutz unserer Amphibien ist ein gemeinsames Anliegen, bei dem jeder Einzelne helfen kann.“

Hintergrund:

Amphibien stehen europaweit unter dem Schutz der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) sowie auch bundesweit unter dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) als besonders geschützt, einige Arten sogar als streng geschützt. Diese Regelungen verbieten es, die Tiere zu töten, zu fangen oder zu verletzen. Dieser gesetzliche Schutz bildet die Grundlage für viele Schutzmaßnahmen und hebt die Verantwortung hervor, die Lebensräume dieser Tiere aktiv zu bewahren.

PR
Fotos: K. Mayer/BUND

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