Sophia, der Tod und ich – Begeisterungsstürme auf der Premiere in der Halle 19
Welch ein Spaß bei der Premiere, die am Wochenende für ein begeistertes und gutgelauntes Publikum in der ausverkauften Halle 19 sorgte. Die Bühnenfassung von Thees Uhlmanns Debütroman hat ein rasantes Tempo, mit viel Sprachwitz, Tanzeinlagen und schnellen Kostümwechseln. Es strotzt nur so vor Humor und Lebendigkeit, und beweist, dass Theater Spaß macht.












Sophia, der Tod und ich. ist eine kraftvolle Hymne auf das Leben und die Liebe, die zum Nachdenken anregt. Es ist ein Stück über all das, was im Leben wirklich zählt.
Das Stück erzählt die Lebensgeschichte eines blassen jungen Mannes, dessen Beziehungen gescheitert sind. Er ist nachlässig gekleidet, phlegmatisch, und interessiert sich nur noch für Bier und Bundesliga. Plötzlich klingelt es an der Tür, der Tod steht vor ihm und will ihn in den nächsten drei Minuten mitnehmen. Diskutieren hilft nicht, doch dann klingelt es erneut sehr energisch an der Tür. Es ist die etwas ruppige Ex-Freundin Sophie, die mit ihm zum Geburtstag seiner Mutter fahren sollte. Sie rettet ihm mit ihrem Auftauchen das Leben, da der Tod nun an der Ausführung seines Jobs gehindert ist.
Der drei Minuten Zeitraum wird ausgeweitet und eine irrwitzige Odyssee der drei beginnt, sie sind auf unbestimmte Zeit unzertrennbar miteinander vereint.
Der Tod ist gut gekleidet, hat gute Manieren und, trotz seines depressiven Jobprofils, viel Humor. Der Tod hat erstmal Urlaub, hat eine super Laune, und wird immer menschlicher. Er hat Spaß am Bus fahren und Bier trinken – er ist trotz seines üblen Jobs ein richtig netter Kerl.
Die gewonnene Zeit wird genutzt, um der strengen Mutter den geplanten Geburtstagsbesuch abzustatten. Er und Sophie kommen sich wieder näher. Auch sein Sohn, dem er täglich Postkarten schreibt, aber seit Jahren nicht mehr gesehen hat, wird kurzentschlossen besucht.
Im Angesicht des Todes ändert sich sein Blick auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Er wird neugierig auf das Leben, er lernt dazu, macht sein Herz auf. Die Reise zu sich selbst hätte er nie gemacht, wenn der Tod nicht erschienen wäre. Aus dem Mann ohne Eigenschaften, wird ein sympathischer Typ mit Haltung.
Der Tod allerdings läuft Gefahr seinen Job zu verlieren, es steht schon ein neuer Anwärter für die Stelle bereit – ein Kampf mit dem Konkurrenztod wird in Star Wars Manier ausgefochten.
Der Tod muss nun seinen Job zu Ende bringen.
Die gutgelaunten Schauspieler konnten sich in dem Stück so richtig austoben, und wurden von dem Premierenpublikum für ihre temporeiche, urkomische und gleichzeitig berührende Darstellung mit tosendem Applaus und Standing Ovations belohnt.
Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos: Marie Liebig
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