Feierlicher Übergabeappell: Kommandowechsel im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit der Bundeswehr in Celle
In der Immelmann-Kaserne fand heute der feierliche Übergabeappell des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk) statt. Oberst Jörn Rohmann übergab nach siebeneinhalb Jahren das Kommando an seinen Nachfolger, Oberst Sönke Schmuck. Die Veranstaltung wurde von einer Ehrenformation mit Truppenfahne begleitet, musikalisch unterstützt vom Heeresmusikkorps Hannover. Unter den Gästen befanden sich Vertreter aus Politik und Bundeswehr, darunter Charles M. Sievers und Heiko Gevers.




















Rückblick auf eine Amtszeit mit Herausforderungen und Erfolgen
Oberst Rohmann nutzte seine Abschiedsrede, um auf die vergangenen Jahre und die Entwicklung des Ausbildungszentrums einzugehen. Er betonte, dass der Aufbau der Einheit eine besondere Herausforderung darstellte. In den Jahren seit der Gründung im Jahr 2016 habe sich das Zentrum zu einer etablierten Ausbildungsinstitution für die luftbeweglichen Kräfte des Heeres entwickelt. Insgesamt wurden über 17.000 Soldaten in mehr als 150 Übungsdurchgängen ausgebildet, bei denen über 62.500 Flugbewegungen registriert wurden.
Die Anfangsjahre seien durch begrenzte Ressourcen geprägt gewesen. So wurde in den ersten Jahren improvisiert, um die Ausbildung sicherzustellen. Mangels Ausbildungsgeräten wurden beispielsweise Hubschrauberumrisse mit Kreide auf den Hallenboden gezeichnet, und Computer aus dem Bundestag wurden zur Simulation beschafft. Doch durch den kontinuierlichen Einsatz der Soldaten und zivilen Mitarbeiter sei es gelungen, das Zentrum nachhaltig zu etablieren.
Mit den Jahren stiegen die Anforderungen, insbesondere durch internationale Kooperationen und neue Einsatzaufträge. Im Jahr 2021 wurde das Ausbildungszentrum erstmals in reale militärische Evakuierungsoperationen eingebunden – unter anderem im Zuge der Operationen in Afghanistan, dem Sudan und dem Libanon. Auch die geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre, insbesondere der Krieg in der Ukraine, hätten das Ausbildungszentrum vor neue Herausforderungen gestellt. Das Zentrum sei inzwischen fester Bestandteil der Verteidigungs- und Bündnisstrategie der Bundeswehr.
Herausforderungen und Perspektiven
Oberst Rohmann hob in seiner Rede auch die Bedeutung einer modernen Infrastruktur hervor. Während die Nutzung des Standortes Celle als Drehscheibe für Ausbildungs- und Übungsvorhaben zunehmend an Bedeutung gewinne, seien Investitionen in den Flugplatz und die Unterbringungsmöglichkeiten dringend erforderlich. Trotz politischer Anerkennung fehle es weiterhin an verbindlichen Aufträgen zur Sanierung des Standortes.
Ein weiteres Problem sei die Personalgewinnung, insbesondere in hochspezialisierten Bereichen wie der Fluglotsenausbildung. Hier müsse die Bundeswehr verstärkt Maßnahmen zur Nachwuchsförderung ergreifen.
Rohmann betonte zudem die zentrale Rolle des Ausbildungs- und Übungszentrums innerhalb der Bundeswehr: „Das Zentrum hat sich als leistungsstarke Ausbildungseinrichtung und infrastrukturelles Drehkreuz etabliert. Die Bedeutung dieses Auftrages wurde durch die sicherheitspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre nochmals unterstrichen.“
Worte des Oberbürgermeisters und der militärischen Führung
Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge hob in seiner Rede die enge Verbindung zwischen Stadt und Bundeswehrstandort hervor. Er betonte, dass Streitkräfte ein fester Bestandteil der Gesellschaft seien und eine wehrhafte Demokratie deren Verteidigungsfähigkeit benötige. Die Bundeswehr leiste dabei einen unverzichtbaren Beitrag.
Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann, stellvertretender Kommandeur des Ausbildungskommandos, würdigte die Leistungen von Oberst Rohmann und bezeichnete ihn als „Urgestein“. Er erinnerte daran, dass Rohmann mit seinen 2.840 Tagen im Amt eine außergewöhnlich lange Zeit das Kommando innehatte. Während dieser Zeit habe er das Ausbildungszentrum maßgeblich geprägt und weiterentwickelt.
Feldmann betonte zudem die Bedeutung der Infrastruktur für das Zentrum und würdigte Rohmanns Rolle bei der Erhaltung des Flugplatzes in Celle. Auch für seinen Nachfolger, Oberst Sönke Schmuck, stellte er herausragende Qualifikationen heraus. Schmuck bringe internationale Erfahrung mit und sei bestens geeignet, die Aufgaben in Celle fortzuführen.
Abschließend erinnerte Feldmann an eine inoffizielle, aber liebgewonnene Tradition: Das jährliche Grünkohlessen müsse auch unter dem neuen Kommandeur fortgesetzt werden.
Offizielle Amtsübergabe und Ausklang
Im offiziellen Teil der Veranstaltung übergab Oberst Jörn Rohmann das Kommando zunächst an Brigadegeneral Feldmann, der es anschließend an den neuen Kommandeur, Oberst Sönke Schmuck, weiterreichte.
Der Appell endete mit einer geselligen Zusammenkunft, bei der Gäste und Teilnehmer Gelegenheit hatten, sich in informeller Atmosphäre auszutauschen. Oberst Rohmann verabschiedete sich von seinen Kameraden und Mitarbeitern, bevor er seine neue Aufgabe als Lehrgangsleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr übernimmt.
Mit dem Kommandowechsel beginnt für das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit ein neues Kapitel. Die Herausforderungen bleiben, doch mit der Übergabe des Kommandos soll die erfolgreiche Arbeit fortgeführt und weiterentwickelt werden.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de
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