High-Tech zum Wohle der Patienten – Info-Nachmittag begeistert mit spannendem Vortrag zur roboterunterstützten Chirurgie
Über 80 Mitglieder und Gäste konnte die 2. Vorsitzende Gisela Janßen begrüßen, die der Einladung des SoVD Ortsverbandes Nienhagen zum Info-Nachmittag mit dem Vortrag „High Tech zum Wohle der Patienten – roboterunterstützte Operationen“ gefolgt waren. Nach der Begrüßung und Informationen über die kommenden Veranstaltungen und Fahrten wurden Brigitte und Friedel Mund für ihre 20jährige Mitgliedschaft geehrt.





Während sich die Gäste bei Kaffee, Tee und leckerem Kuchen stärkten, begann Dr. Wieland Raue, Leiter des Zentrums für Robotische Chirurgie und Oberarzt am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle, mit seinem fesselnden Vortrag. Er skizzierte eindrucksvoll den Wandel in der Medizingeschichte: von einfachen Heilmethoden vergangener Jahrhunderte bis hin zu den heute hochentwickelten Technologien und modernen Operationsverfahren. Bereits seit den späten 1990er-Jahren werden roboterunterstützte Operationen durchgeführt. Ein bedeutender Meilenstein war die Einführung des „da Vinci® Surgical System“ im Jahr 2000 – seither hat sich die Technologie stetig weiterentwickelt und ist heute in vielen medizinischen Fachrichtungen im Einsatz. Am AKH Celle wird seit November 2021 ein solches System erfolgreich genutzt.
Dr. Raue erläuterte, dass Tumorbehandlungen oftmals operativ erfolgen müssen und robotergestützte Systeme hier besonders präzise und schonend arbeiten. Er zeigte eindrucksvolle Bilder aus dem Mittelalter, um den medizinischen Fortschritt – insbesondere in der Anästhesie – zu verdeutlichen, der erst in den letzten rund 140 Jahren rasant an Bedeutung gewonnen hat.
Der große Vorteil der Robotik liegt in ihrer Präzision: Über eine Konsole wird der Operationsroboter gesteuert, unterstützt von einer hochauflösenden, dreidimensionalen Bildübertragung mit zehnfacher Vergrößerung, erklärte Dr. Wieland Raue. Die Instrumente arbeiten millimetergenau – ohne Zittern – und ermöglichen so äußerst schonende, minimalinvasive Eingriffe. Neben einer winzigen Kamera werden kleinste chirurgische Instrumente über winzige Schnitte in den Körper eingeführt. Diese Technik reduziert Gewebeschäden, Blutverlust und Schmerzen und beschleunigt die Genesung deutlich.
Aktuell gehören Operationen an Blinddarm und Gallenblase zu den Standardverfahren am AKH Celle, während bei größeren Eingriffen die Robotertechnik bislang noch seltener zum Einsatz kommt, erläuterte Dr. Raue. Interessant: Ursprünglich stammt die robotische Chirurgie aus der militärischen Forschung, wo Operationen über große Distanzen in Krisengebieten durchgeführt wurden.
Wichtig ist, so Dr. Raue: Trotz der technischen Unterstützung trägt der verantwortliche Chirurg jederzeit die volle Kontrolle und Verantwortung. Die Ausbildung für solche Eingriffe ist aufwendig und anspruchsvoll – im AKH Celle jedoch vollumfänglich gewährleistet. Auch wenn roboterassistierte Operationen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, gleichen Präzision und Patientenschonung diesen Faktor mehr als aus. Und: Der Einsatz der Technik führt nicht zum Personalabbau – im Gegenteil, das OP-Team bleibt weiterhin zentraler Bestandteil jeder Operation, erklärte Dr. Wieland Raue zum Abschluss seines spannenden Vortrages.
Mit angeregten Gesprächen und einem regen Austausch klang der informative Nachmittag aus. Vielen Anwesenden konnte die anfängliche Skepsis gegenüber der modernen Technik genommen werden – zurück blieb ein tiefes Interesse und Bewunderung für den medizinischen Fortschritt zum Wohle der Patientinnen und Patienten.
Gisela Janßen
Fotos: Annette Kesselhut
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