Architektur-Entwürfe von Studierenden: Ausstellung „Kultur-Forum für Celle“ eröffnet

CELLE. Die Ernst-Schulze-Gesellschaft feierte die Eröffnung der Ausstellung von Architekturmodellen für ein „Ernst-Schulze-Forum – Kulturforum in Celle“ mit sehr vielen Gästen in der Galerie Dr. Jochim im Haesler Haus. Die zwölf Arbeiten: Zeichnungen, mit dem Computer erstellte großformatige perspektivische Bilder, vielgestaltige Modelle, dabei auch ein Standort-Übersichtsmodell, sind die Ergebnisse einer Bachelor-Prüfungsaufgabe der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Hannover.

Dr. Jochim begrüßte die Anwesenden. Er freue sich sehr darüber, dass diese bemerkenswerten Arbeiten auf Wunsch der Studenten und ihres Dozenten Dr. Broszeit im Direktorenhaus, einem Haesler-Bau von 1930/31, gezeigt werden. Gedanken des Neuen Bauens seien hier und dort sichtbar aufgenommen worden und hätten im fiktiven „Kultur-Forum“ eine Fortführung und Würdigung bekommen.

Dr. Jens Broszeit dankte für die Ausstellungsmöglichkeit und auch für die anhaltende Unterstützung durch die Ernst-Schulze-Gesellschaft. Im Spätsommer 2017 sei er durch Veranstaltungen zum Ernst-Schulze-Jubiläum auf den bedeutenden Celler Dichter aufmerksam geworden. Seine Studierenden, die aus Deutschland und aus anderen europäischen und aus asiatischen Ländern kommen, führte er deshalb in einer Exkursion nach Celle. Sie besuchten nicht nur die damalige Ausstellung zu Ernst Schulze im Stadtarchiv sowie die dem großen Dichter gewidmete Säule, sondern auch das Haesler-Direktorenhaus ebenso wie den virtuellen Bauplatz an der 77er-Straße. 22 der Studierenden wählten dann für ihre Bachelor-Prüfung das Celler Thema: Ein „Kultur-Forum“ sollte erarbeitet werden als ein Ort des Austausches, des Treffens, des Entdeckens, des Bewahrens mit Ausstellungen, Musik und auch Arbeitsmöglichkeiten. Als prominenten Standort habe er, nach Kontakt mit der Stadt, einen fiktiven Bauplatz an der 77er-Straße festgelegt, dem Neuen Rathaus gegenüber in den Grünanlagen und mit verschiedenen Haesler-Bauten in Reichweite. So sei auch die Führung der Studierenden durch Dr. Jochim im Direktorenhaus sehr zielführend gewesen. Die Prüfungsaufgabe habe schließlich einen Bezug zur Umgebung verlangt, einschließlich der Straßenperspektive. Das Beispiel eines turmartigen Gebäudes bedeute z.B. einen Hingucker in der relativ gesichtslosen 77er-Straße. Die Studierenden fertigten innerhalb von 12 Wochen Grundrisse, Skizzen, perspektivisch richtige Ansichten der Gebäude mit Umgebung sowie Modelle in den Größen 1:500 sowie 1: 200 an. Eine Auswahl von 12 naturgemäß sehr unterschiedlichen Prüfungsarbeiten: Entwürfen eines Pavillons, von kompakten bis turmartigen Bauten, ist jetzt in Celle zu sehen. Über diese ermöglichte Präsentation freue er sich.

Für die Ernst-Schulze-Gesellschaft dankte Dr. Lothar Haas der Galerie Dr. Jochim für die wunderbaren Ausstellungsräume. Den Studierenden wie Dr. Jens Broszeit sprach er hohes Lob aus für all ihre Arbeit und Kreativität bei diesem Vorhaben. Aus den Entwürfen sei zu ersehen, wie sie sich nicht nur um die Gestaltung des Gebäudes bemüht hätten, sondern intensiv um die Funktion eines Kultur-Forums als einen Ort der schönen Künste, als einen Raum zum Schaffen, Präsentieren, Bewahren und zum Wahrnehmen, Lesen, Hören, zu Gesprächen. Den Besuchern der Ausstellung riet Haas, sich vorzustellen, wie man in solchen Gebäuden die Bibliothek nutzen könnte, einen Vortrag hören, der Musik lauschen oder wie man sich in der Cafébar niederlassen könnte.

Besonders betonte Haas, die Prüfungsaufgabe sei kein realer Planungsauftrag gewesen, keiner der Entwürfe werde so realisiert werden. Aber die Vorstellung von einem solchen Gebäude, von der möglichen Nutzung sei in den Köpfen konkretisiert worden, im Computer, auf dem Papier und in Modellen. Und diese Vorstellungen setzten sich in den Köpfen fest. Utopien könnten auch wahr werden.
Die Besucher der Ausstellung betrachteten die perspektivischen Darstellungen, die Grundrisse und Erläuterungen mit großer Aufmerksamkeit, sahen die Modelle von allen Seiten an und nahmen hier und das Dach oder eine Seitenwand ab. Sie überlegten wohl auch, ob ein niedriges oder ein mehrstöckiges Gebäude ihnen besser zusagte, und kamen mit anderen Besuchern ins Gespräch. So sollte es bei einer Ausstellung sein.

Lothar Haas hatte bei seinen einleitenden Worten daran erinnert, dass in der Ausstellung am Donnerstag, den 14. Februar, 18 Uhr, ein Podiumsgespräch zu dem Thema „Ein Kultur-Forum für Celle – wozu?“ stattfindet.

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