Parlamentarier des Bundestages zu Gast an der FIT

HERMANNSBURG. Kürzlich bekam die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) Besuch von zwei Vertretern der SPD-Bundestagsfraktion: Kirsten Lühmann (Abgeordnete für den Wahlkreis Celle/Uelzen) und Dr. Karamba Diaby (Abgeordneter für den Wahlkreis Halle/Sale) kamen nach Hermannsburg, um die FIT kennenzulernen und mit Lehrenden, Studierenden und weiteren Vertretern der Fachhochschule sowie ihres Trägers (Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen, ELM) ins Gespräch zu kommen.

Reihe v.l.n.r: Xinyue Zhang (China), Anya Obinha (Nigeria), Dr. Karamba Diaby (MdB), Ernest Anudu (Nigeria) Reihe v.l.n.r: Sunghye Hwang (Südkorea), Kirsten Lühmann (MdB), Jessica Izzo (Deutschland), Sanjog Patro (Indien) Reihe v.l.n.r: Prof. Wilhelm Richebächer (Rektor FIT), Erich Fiebig (Geschäftsführer FIT), Pastor Thomas Wojciechowski (ELM, Vertreter des Direktors) Es fehlt: Prof. Dr. Gabriele Beckmann

Der Rektor der Fachhochschule, Professor Wilhelm Richebächer, und Professorin Gabriele Beckmann gaben zunächst einen Überblick über Entstehung, Konstitution und Studienangebote der FIT. Die Gäste aus Berlin waren beeindruckt von der internationalen und religiösen Vielfalt auf dem FIT-Campus: Rund 90 Studierende aus über 40 Nationen streben aktuell in zwei Bachelor-Studiengängen und einem Masterstudiengang einen akademischen Abschluss an. Zu den Studierenden gehören und gehörten neben Christen auch Moslems, Hindus, Buddhisten und Agnostiker.
Kirsten Lühmann wollte von den anwesenden sechs Studierenden wissen, weshalb und mit welchem Ziel sie an der FIT studieren. Während Sanjog Patro aus Südindien sich wegen seines Interesses für Themen wie Migration, Globalisierung und die dadurch zunehmenden Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft für die FIT entschieden hat, möchte Sunghye Hwang aus Südkorea ein besseres Verständnis für andere Theologien entwickeln. Geprägt von den Problemen, die in ihrem Heimatland Nigeria zwischen Christen und Moslems bestehen, wollen Anya Obinha und Ernest Anudu lernen, wie man das Miteinander von Menschen unterschiedlichen Glaubens konstruktiv gestaltet. Für Jessica Izzo aus Deutschland ist die durch das Studium gewonnene Erkenntnis, dass sich aufgrund unterschiedlicher kultureller Hintergründe verschiedene Wege und Formen des Christseins entwickelt haben, essenziell. „Da ist viel mehr als die lutherische und katholische Kirche.“ Diese Vielfalt des Christseins möchte sie auch anderen Menschen näherbringen.

Alle Studierenden hoben hervor, dass das Leben und Studieren auf dem FIT-Campus mit Studierenden aus aller Welt ihren Blick auf andere Kulturen und Religionen bereichert und ihren Umgang mit Menschen anderer Herkunft verändert habe. „Das Zusammenleben auf dem Campus bietet die Chance, über die Vorlesungen hinaus miteinander und voneinander zu lernen“, so Sanjog Patro. Xinyue Zhang aus China ergänzte: „Die intensiven Diskussionen über andere Religionen während und vor allem außerhalb der Vorlesungen sind für mich eine Herausforderung und Bereicherung zugleich. Sie bewirken einerseits eine Stärkung des Respekts für andere Glaubensrichtungen und andererseits eine Vertiefung des eigenen Glaubens.“
Als Bildungspolitiker und Integrationsbeauftragter seiner Partei interessierte sich Karamba Diaby besonders dafür, wie die Studierenden ihre Ausbildung an der FIT finanzieren. Da die Fördermöglichkeiten für ausländische Studierende durch die herkömmlichen Institutionen beschränkt sind, sind einige Studierende auf einen Hinzuverdienst angewiesen. In Hermannsburg bestehen für englischsprachige Studierende jedoch nur sehr wenige Verdienstmöglichkeiten. Und Jobs an anderen Orten sind aufgrund der zuweilen schlechten Verkehrsanbindung in unerreichbarer Ferne. Diese nicht nur FIT-Studierende betreffende Problematik war auch Kirsten Lühmann als verkehrspolitischer Sprecherin der SPD bewusst.

Auf die Frage von Karamba Diaby an die Studierenden nach ihren Wünschen an die Politik in Deutschland hatte Sanjog Patro ein konkretes Anliegen parat: „Ich wünsche mir bessere Chancen für FIT-Studierende auf Jobs und Praktika bei Behörden oder Organisationen, damit wir das wichtige know-how, das wir an der FIT erwerben, anwenden können. Ein konkretes Job-Angebot hatten die beiden Bundestagsabgeordneten für die Studierenden nicht im Gepäck, wohl aber eine Einladung zu einem Besuch des Bundestages, das die Studierenden mit Freude annahmen.

Nach seinen Eindrücken von dem Gedankenaustausch an dieser sehr besonderen Fachhochschule befragt antwortete Diaby: „Es besteht ein großer Bedarf an Menschen mit der Fähigkeit zum interkulturellen Dialog. Ich wünsche mir deshalb mehr Einrichtungen wie diese.“

PR
Fotos: Dorothea Müller

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