Vortragsreihe im Oberlandesgericht: Coaching mit Weltschiedsrichterin Bibiana Steinhaus

CELLE. Der Vortragssaal des Oberlandesgerichts war wieder bis auf den allerletzten Platz ausverkauft, als die Präsidentin des Oberlandesgerichts Stefanie Otte am 13. Februar 2019 die mehrfach als DFB-Schiedsrichterin und Weltschiedsrichterin ausgezeichnete Bibiana Steinhaus mit einem Augenzwinkern als eine Frau vorstellte, „die Männerherzen höherschlagen lässt“.

Die 39-jährige Steinhaus war selbst aktive Fußballspielerin und ist seit 25 Jahren Schiedsrichterin. Vor über zwanzig Jahren leitete sie bereits Spiele der 1. Fußball-Bundesliga der Frauen, bevor sie in der Saison 2007/2008 erstmals ein Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga der Männer sowie eine Begegnung im DFB-Pokal der Männer leitete. Bereits seit 2005 hat Steinhaus Begegnungen in der Champions League der Frauen und seit 2008 Spiele bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen geleitet.

Im Hauptberuf ist Steinhaus Polizeibeamtin im Rang einer Polizeihauptkommissarin und im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport tätig. Neben ihrer zeitin-tensiven Tätigkeit als Schiedsrichterin hat sie außerdem eine Ausbildung zum Coach absolviert. Das spürte auch das Publikum im Oberlandesgericht, als Steinhaus in ihrem mitreißenden Vortrag erklärte, dass und auf welchem Weg selbst hochgesteckte Ziele erreicht werden können. Sie habe sich schon früh das Ziel gesetzt, am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr als Schiedsrichterin Spiele der 1. Fußball-Bundesliga der Männer zu leiten. Dieses Ziel war am 10. September 2017 erreicht: als erste Frau leitete sie mit der Begegnung Hertha BSC Berlin gegen Werder Bremen ein Spiel der 1. Fußballbundesliga der Männer. Nach wie vor ist Steinhaus die einzige Frau von insgesamt 26 Schiedsrichtern in der 1. Fußball-Bundesliga der Männer.

Wie schwer es sein kann, in aufgeheizter Stadionatmosphäre binnen Sekundenbruchteilen weitreichende Entscheidungen zu treffen, veranschaulichte Steinhaus eindrucksvoll mit einigen Videosequenzen von Szenen aus Bundesligaspielen und ließ das Publikum darüber abstimmen, wie die Szenen aus Sicht des Schiedsrichters zu entscheiden seien. Nicht anders als zu erwarten, fielen die Abstimmungen höchst unterschiedlich aus und waren in keinem Fall einstimmig.

Das Publikum hatte nach dem Vortrag – wie die Präsidentin des Oberlandesgerichts Otte abschließend erklärte -, „nicht nur viel über Fußball, sondern auch über das Leben gelernt“ und das Publikum dankte der Referentin, die im Anschluss noch zahlreiche Fragen beantwortete, mit großem Beifall.

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