Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 – 1933: Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand – Noch bis zum 30. März in der Stadtbibliothek Celle zu sehen

CELLE. Am vergangenen Samstag wurde die Ausstellung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 – 1933: Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ in der Stadtbibliothek am Arno-Schmidt-Platz offiziell eröffnet. Nach einer Begrüßung von Dagmar Behrens, Stadtbibliothek Celle, führte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann in die Ausstellung ein und erläuterte die besondere Bedeutung des Reichsbanners.

„Unsere Demokratie ist nur so stark wie die Menschen, die sie verteidigen. Und das Reichsbanner steht mit seiner langen und traditionsreichen Geschichte genau dafür,“ beschreibt Lühmann, die auch selbst Mitglied ist, diese besondere Bedeutung. Zum Abschluss erläuterte Marco Rösler, stellv. Vorsitzender im Landesverband Hamburg und Ansprechpartner für Niedersachsen des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V., die aktuelle Arbeit und Struktur des Reichsbanners heute: „Verglichen zu damals sind wir heute ein kleiner Verein, jedoch sind wir ein Verband mit einer großen Geschichte, dessen Ziele heute der des historischen Reichsbanner in Nichts nachstehen. Mittels politisch- historischer Bildungs- und Erinnerungsarbeit betonen wir den Wert unserer heutigen Demokratie und engagieren uns für ein entsprechendes Bewusstsein.“

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer e.V. wird nach den schweren politischen Unruhen des Jahres 1923 als parteiübergreifende Organisation zum Schutz der Weimarer Republik gegründet. Anders als der Wehrverband Stahlhelm oder der Rote Frontkämpferbund engagieren sich seine Mitglieder nicht gegen sondern für die noch junge deutsche Demokratie. Der Verband will eine demokratische und republikanische Staatsgesinnung in der Bevölkerung verankern. Erklärtes Ziel ist die Festigung der Republik und die Achtung der Verfassung. Schnell entwickelt sich das Reichsbanner zu einer Massenorganisation mit bis zu drei Millionen Mitgliedern. Nach dem Wahlerfolg der Nationalsozialisten 1930 verstärkt das Reichsbanner seinen Einsatz gegen die nationalsozialistische Gewalt und schließt sich Ende 1931 mit Gewerkschaften, SPD und Arbeitersportorganisationen zur Eisernen Front zusammen. Doch mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 ist die Niederlage der Republikaner besiegelt. Das Reichsbanner wird verboten, seine Aktivisten werden verfolgt, inhaftiert und ins Exil getrieben. Auf 31 Bannern (19 Themenbanner und 12 Biografiebanner) dokumentiert die Ausstellung mit ausdrucksstarken Fotos und Dokumenten den umfassenden Einsatz des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold für die demokratische Republik von Weimar. Sie macht deutlich, dass von einer „Republik ohne Republikaner“ nicht gesprochen werden kann. „Das ist ein sehr lehrreicher Teil der Geschichte unseres Landes,“ so Kirsten Lühmann. Dagmar Behrens von der Stadtbibliothek Celle freut sich über die Ausstellung: „Ausstellungen sind eine tolle Ergänzung für unsere Arbeit und die Stadtbibliothek ist als Ausstellungsort hervorragend geeignet. Nach der Mandela-Ausstellung und der Wanderausstellung „Oh, eine Dummel!“ 2018 freut es uns sehr, dass wir dies 2019 fortsetzen können.“

Die Ausstellung ist bis zum 30. März in der Stadtbibliothek Celle, Arno-Schmidt-Platz 1, 29221 Celle während der Öffnungszeiten (Dienstag-Freitag: 10 – 19:00 Uhr; Samstag 10 – 14:00 Uhr) zu sehen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Informationen über die aktuelle Arbeit des Reichsbanners sind unter www.reichsbanner.de zu finden.

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