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Ein göttlicher Funken, der das Schöne in jedem von uns leuchten lässt – Bischof Hilmer spricht über den Reiz der christlichen Grundlagen unserer Gesetze

CELLE. Am 28. März 2019 begrüßte die Präsidentin des Oberlandesgerichts Stefanie Otte den Bischof von Hildesheim Dr. Heiner Wilmer SCJ zur letzten Veranstaltung der Vortrags-reihe im Winterhalbjahr 2018/2019. „Ich freue mich sehr“, so Otte, „und bin auch stolz, dass Bischof Wilmer trotz eines übervollen Kalenders seit seiner Weihe am 01. September 2018 zu uns gekommen ist“.

v. l. Stefanie Otte, Dr. Heiner Wilmer

Zu dem auf den ersten Blick vielleicht etwas sperrig anmutenden Thema des Vortrags: „Indikativ vor Imperativ – zum Reiz der christlichen Grundlagen unserer Gesetze“, entzün-dete Bischof Wilmer danach mit seinem in freier Rede und ohne schriftliches Konzept ge-haltenen, mit zahlreichen Zitaten unterlegten 45minütigen Vortrag ein wahres Feuerwerk an Gedanken, die das Publikum im ausverkauften Vortragssaal spürbar berührten.

In der deutschen Grammatik steht die Ausdrucksform des Indikativs für die Darstellung der Wirklichkeit (z. B. „ich bin hier“), also einer tatsächlichen Begebenheit, während der Impe-rativ für Aufforderungen und Erwartungen benutzt wird (z. B. „sei dort“). Die Basis unserer Gesellschaft, so Bischof Wilmer, solle aber nicht der Imperativ und damit die Erwartungen an den Einzelnen, sondern vielmehr der Indikativ sein. Jeder Mensch sehne sich danach, so sein zu können, wie er ist, und mit etwaigen Schwächen und Unzulänglichkeiten von seinen Mitmenschen angenommen und respektiert zu werden. Dieses Bedürfnis veranschaulichte Wilmer anhand der Bedeutung des lateinischen Begriffs Interesse (inter = zwischen / esse = sein). Mit einem Zitat aus der Bergpredigt (Matthäus, Kapitel 5:13-16), „Ihr seid das Salz der Erde“, „Ihr seid das Licht der Welt“, beendete Bischof Wilmer seinen Vortrag und verwies auf den „göttlichen Funken“, der in jedem Menschen leuchte: „So wie Du bist, bist Du Sohn und Tochter Gottes; gäbe es Dich nicht, wäre die Welt kälter“.

Nachdem Bischof Wilmer seinen Vortrag geschlossen hatte, erklärte er, dass er sich nun Fragen des Publikums stellen werde, bei denen es „keine Tabu-Themen“ gebe. Es war nach diesem, wie Stefanie Otte sagte, „wunderbaren Vortrag, der sehr zum Nachdenken anregt“, nicht verwunderlich, dass nur noch vereinzelt Fragen an den Bischof gerichtet wurden. Die Besucher*innen nahmen den „göttlichen Funken“, den Bischof Wilmer durch seinen Vortrag für viele sichtbar gemacht hatte, mit nach Hause.

Zum Schluss der Veranstaltung, dankte Stefanie Otte Justizamtsinspektorin Eike Brandes mit einem bunten Frühlingsblumenstrauß für ihr großes Engagement und ihre Mühe bei der Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Vortragsreihe. Die Veranstaltungen der bereits seit über 70 Jahre bestehenden Vortragsreihe des Oberlandesgerichts werden im Herbst 2019 fortgesetzt.

PR
Foto: © OLG Celle, Rainer Derks






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