Schlosstheater: Mit MUT in die Spielzeit 2019/2020

CELLE. Mut als Grundhaltung ist der Schwerpunkt der Stücke in der kommenden Spielzeit. Intendant Andreas Döring bei der Vorstellung des Spielplans 2019/2020: „Theater kann die Welt nicht retten, aber es kann ermutigen, dies zu tun.“ Dazu gehöre auch, sich mit Mut schwierigen Themen zu widmen, ergänzt Dramaturgin Mona vom Dahl. So hat es dann auch zwei bis drei Monate Vorlauf gebraucht, um Stücke aus einer großen Menge herauszufiltern, die diesem Anspruch gerecht werden. Auf vielfältige Weise ist es den „Machern“ gelungen, mit der Kunst zum Leben, zur Zukunft zu ermutigen.

vlnr. Chefdramaturg Matthias Schubert, Intendant Andreas Döring, Dramaturgin Mona vom Dahl, Christina Behre, Leiterin der Theaterkasse und Theaterpädagogin Charlotte Werner

Los geht’s am 13. September mit „Wie es euch gefällt“ von William Shakespeare. Diese Komödie aus dem 16. Jahrhundert ist fester Bestandteil von Theaterbühnen und hat auch als Verfilmung Furore gemacht. Das Celler Publikum darf gespannt sein, wie Regisseur Andreas Döring die Geschichte um Missgunst, Korruption und Liebesverkettung auflöst. Auf der Suche nach einer Zukunft ist eine Familie in dem Stück „Vor Sonnenaufgang“, das am 27. September Premiere hat. Mit dem Sonnenaufgang werden die familiären Problem offenbar.

Was Hollywood kann, kann das Celler Schlosstheater schon längst und hat sich die Komödie „Sein oder Nichtsein“ vorgenommen. Eine Hamlet-Aufführung im Jahre 1939 in Warschau ist der Deckmantel für ein Liebestechtelmechtel. Der gehörnte Hamlet-Darsteller weiß nicht, dass sich während seines Monologs seine Ehefrau mit einem polnischen Fliegerleutnant vergnügt. Premiere am 6. Dezember.

Eine Geschichte zum Aufbruch in ein eigenes Leben ist „Nora oder ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen. Nachdem das selbst verschuldete finanzielle Desaster der Ehefrau auffliegt, obwohl sie ja nur helfen wollte, empfindet sie die Ehesituation als Gefängnis und hat den Mut, auszubrechen. Premiere ist am 31. Januar 2020.

„Goya und der Mut zu sehen“ ist ein musikalisch-poetisches Theaterprojekt nach dem Roman von Lion Feuchtwanger „Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis“. Premiere am 14. Februar 2020. Mit dem Schauspiel „Ein Blick von der Brücke“ ist in der neuen Spielzeit Arthur Miller vertreten. Das Stück hat die Einwanderung nach Amerika in den 50er Jahren zum Thema. Der Roman der Stadtschreiberin von Bergen, Ariella Kornmehl, „Alles, was wir wissen konnten“ ist die Grundlage für das daraus entstandene Schauspiel, eine Familiengeschichte, die den Graubereich zwischen Tätern und Opfern des Holocaust beschreibt.

„Aus dem Nichts“ ist nach dem Drehbuch von Fatih Akin entstanden. Durch einen Terroranschlag wird eine Familie zerstört. Es werden wohl zwei Neonazis als mutmaßliche Täter festgenommen aber wieder freigesprochen. „Iphigenie – Ein Traum vom Frieden“ geht auf Johann Wolfgang von Goethes „Iphigenie auf Tauris“ zurück. Kriege Katastrophen, wohin man schaut. Die Ursachen verschwinden darin. Dieser Theaterabend will den Figuren der Originalvorlage aus heutiger Perspektive begegnen.
Ein Auftragswerk des Schlosstheaters hat Daniel Ratthei geschrieben mit dem Titel „Greta“. Da geht es um die weltberühmte Aktivistin Greta Thunberg. Das Thema ist ja noch aus der aktuellen Nachrichtenlage präsent. Mit Schulstreiks will sie Politiker*innen dazu auffordern, Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele zu ergreifen.

„Bin nebenan – Monologe für Zuhause“ hat Ingrid Lausund zusammengestellt. Die Autorin zeichnet auch verantwortlich für Folgen aus der Serie „Tatortreiniger“. In zwölf Monologen erzählt sie Geschichten von Menschen und ihren Einrichtungsversuchen. Es entsteht ein Reigen wackeliger Lebensfundamente.

Für das nächste Sommertheater im Schlossinnenhof steht „Shakespeare in Love“ im Programm. Die Celler dürfen sich auf die Premiere am 5. Juni 2020 freuen.

Redaktion
Celler Presse

Foto: Celler-Presse.de
Anhang: Premieren

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