Kuratorenführung von Jens-Christian Wagner durch die Ausstellung Lebensläufe

BERGEN-BELSEN. Shaul Ladany überlebte zweimal: 1944, im Alter von acht Jahren, wurde er mit seiner Familie aus Ungarn in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Er gehörte zu den wenigen jüdischen Häftlingen, die aufgrund von Verhandlungen ungarischer und schweizerischer jüdischer Organisationen mit der SS gerettet wurden und im Dezember 1944 in die Schweiz ausreisen durften. Später wanderte Shaul Ladany nach Israel aus und wurde ein bekannter Wissenschaftler und Sportler. Als Geher nahm er an den Olympischen Spielen in München teil und überlebte die Geiselnahme der israelischen Mannschaft durch eine palästinensische Terrorgruppe am 5. September 1972.

Shaul Ladany verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten zu seiner Verfolgung im Nationalsozialismus. Ergänzt um Informationen zur deutschen Besatzungsherrschaft in Serbien und in Ungarn sowie zu den Rettungsbemühungen des ungarischen Zionisten Rudolf Kasztner und zum Neuanfang der Überlebenden im neu gegründeten Staat Israel und zum Anschlag auf die Olympischen Spiele von 1972 werden diese Dokumente nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Dr. Jens-Christian Wagner führt als Kurator durch die Ausstellung und zeigt Linien zwischen der Sammlung und der Lebensgeschichte Ladanys auf, die immer wieder auch den Ort Bergen-Belsen berühren. Zudem wird Wagner Einblicke in das inhaltliche und gestalterische Konzept der Ausstellung geben. Interessierte sind zu der Führung sehr herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei; Treffpunkt ist die Besucherinformation im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte.

Ausstellung Lebensläufe in der Gedenkstätte Bergen-Belsen am Sonntag, 13. Oktober 2019, 14.30 Uhr

Die Ausstellung “Lebensläufe” ist bis zum 20. Dezember in der Gedenkstätte Bergen-Belsen zu sehen.

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