„Baumeister 4.0 – Für das Klima, gemeinsam + digital.“ – Neujahrsempfang des Bundes Deutscher Baumeister

CELLE. Der traditionelle 24. Neujahrsempfang des Bundes Deutsche Baumeister fand am Samstag, 11.01.2020, im Schlosstheater statt. 10 Landesverbände Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Nordrheinwestfalen, Rheinland-Pfalz und 12 Bezirksgruppen u.a. aus Celle-Uelzen, Hannover-Hildesheim sowie Westthüringen folgten der Einladung. Das Mitglied des Bundestages Kirsten Lühmann und der Bürgermeister Heiko Gevers als Vertreter des OB Dr. Nigge wohnten auch dem Empfang bei. Aufgeführt wurde das Theaterstück „Das Appartement“ des gleichnamigen Films des preisgekröhnten Regisseurs Billy Wilder.

Der 1. Vorsitzender der Bezirksgruppe Celle-Uelzen Hans-Jörg Wisch und der Organisator Hans-Dietrich Hagen begrüßten die Gäste. Er leitete Grüße von verhinderten Politikern und BDB-Präsidium an die geladenen Gäste weiter. Hans-Jörg Wisch dankte den zahlreichen Sponsoren. Ebenso begrüßte er die ehrenamtlichen Gäste: eine Delegation der Jugendfeuerwehr der Hauptwache Celle. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste unserer Sicherheit gilt ein ganz besonderer Dank.

Wie der BDB-Präsident und dem 1.Vorsitzender des Landesverbandes, Christoph Schild, ausführte, stünden sie vor folgenden Herausforderungen: Digitalisierung, Klimawandel und die Sicherung des Gemeinwohls. Daher habe der BDB folgendes Jahresleitthema entwickelt: „Baumeister 4.0 – Für das Klima, gemeinsam + digital.“ „Wir haben also kein Erkenntnisproblem, wir haben immer mehr ein Handlungsproblem.“ Schon Bundespräsident Roman Herzog habe auf unsere ängstliche, mutlose, bedenkenhafte und besitzstandwahrende Mentalität hingewiesen. Durch Deutschland müsse ein Ruck gehen, dies sei aktueller denn je. Die Gesellschaft stünde vor großen Herausforderungen und starken Ümbrüchen: Flüchtlinge, Wohnungen, Infrastruktur, Digitalisierung und Klimawandel.

Mit 60% des Ressourcenverbrauchs und 35% der Emissionen durch Produktion und Verarbeitung von Zement sei die Baubranche der größte Klimafeind. Neue Gebäudekonzepte, eine Hinterfragung der Bauformen und andere bzw. innovative Bauprodukte werden gebraucht. So könne die Sanierung von Bestandsgebäuden in Deutschland dazu beitragen, die Ressourcen zu schonen. Eine CO2 Bilanzierung für die zur Verwendung kommenden Baustoffe könne Baumeister motivieren, nachhaltiger z.B. mit Holz zu bauen. Das Baumaterial wachse nach, speichere CO2, habe gute Wärmedämmeigenschaften und sei auch noch wiederverwendbar.

Architekten und Ingenieuren müssten Lösungen für den demographischen Wandel entwickeln. Wie könnte die Zukunft des altersgerechten Wohnens und Lebens in den Städten und in den ländlichen Gebieten aussehen? Auch die Versieglung des Erdbodens müsse dringend reduziert werden, derzeit würden täglich 82 Fußballfelder Land verbraucht werden. Eine weitere Herausforderung seien die stetig steigenden Mieten in den Ballungszentren. Ländliche Räume und Kleinstädte müssten also eine attraktive Alternative zu den Ballungszentren bleiben bzw. wieder werden.

Digitalisierung des Planungs- und Bauprozesses berühre die Themen Nachhaltigkeit, Innovation und Produktivität gleichermaßen. „Building Information Modeling“ kurz BIM führe zu einer ganzheitlichen Betrachtung und Beschleunigung von Prozessen. BIM bringe den „digitalen Baumeister“ hervor, den „Baumeister 4.0“. Er verbinde Netzwerk und integrale Zusammenarbeit der Planungsdisziplinen mit modernen Instrumenten der digitalen Welt. Das integrale Zusammenwirken der Planer und die Integration des Bauausführenden erfordere ein neues Denken und Selbstverständnis im Umgang miteinander. Mehr Kooperation sei gefragt. „Wenn es den BDB nicht schon gäbe, müsste er wohl an diese Stelle gegründet werden. Sein Markenkern, seine Philosophie des Zusammenwirkens aller am Bau Beteiligten ist aktueller denn je!“

Gemeinschaftliches Wirken mit Kreativität, Inspiration und Wagnis waren die Triebfedern des Bauhauses vor 100 Jahren. Es wäre Zeit für eine neue Bauhaus Bewegung. Um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, brauche das Land neue Ideen und mutigeres Denken und Handeln. Ein Leitspruch von Billy Wilder war: „If you´re going to tell people the truth, be funny or they´ll kill you.“ In diesem Sinne sollten die Baumeister den Herausforderungen der zwanziger Jahre ideenreich und tatkräftig mit einem Lächeln im Herzen begegnen.

Heiko Gevers griff das Thema Bauhaus auf und erwähnte die Bauten von Otto Haesler. Er freue sich über die neuen Entwicklungen in der Baubranche. Ebenso lud er die Baumeister ein, sich Celle anzuschauen und mit der Stadt gemeinsam Pläne zur Verschönerung zu entwickeln. Der Sprecher des BDB-Freundeskreises, Thomas Deist, trug ein Gedicht über die Wirkung des Bauhauses und der mutigen Bauherren Walter Gropius und Otto Haesler vor. Darauf begann das Stück „Das Appartement“ des Schlosstheaters Celle.

Die Jugendfeuerwehrwartin Beatrice Engel und der stellv. Jugendfeuerwehrwart Kay-Simon Kasten wohnten mit 7 jungen Kamerad*innen der Veranstaltung bei. Sie fühlten sich geehrt, zu so einer großen Veranstaltung eingeladen worden zu sein. Überraschende Entwicklung der letzten Jahre: Jugendliche kämen zuerst zur Jugendfeuerwehr und daraufhin träten Eltern der freiwilligen Feuerwehr bei. Beispielsweise entschied Paula Maria Niesner bereits mit 6 Jahren beim Tag der offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr, dort einzutreten. Ihr Grund: Sie wollte immer Feuerwehrfrau sein. Schließlich sei Feuerwehr nicht nur was für Jungs entgegen der landläufigen Meinung. Kurze Zeit später folgte ihr Vater als Betreuer. Bemerkenswerter Einsatz: Die jungen Feuerwehrleute verbringen im Durchschnitt 600-700 Stunden/Jahr damit, zu üben und zu arbeiten. Insgesamt sind derzeit 37 Kinder im Alter von 10-16 Jahren bei der Jugendfeuerwehr, davon sind 6 Mädchen.

Übrigens: In diesem Jahr findet der Tag der offenen Tür am 27.06. statt.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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