Kunst & Bühne platzt aus allen Nähten – mit einem Programm, das jeden Rahmen sprengt

CELLE. Am Samstag, den 18.01.2020 gab Kunst & Bühne mit einem ganz besonderen Programm, dem „Jahresspektakel“, Auskunft darüber, was im kommenden Jahr die Besucher erwarten wird. Insgesamt 9 unterschiedliche Künstler haben den Abend gefüllt und das Publikum restlos begeistert.

Die Moderation übernahm Pedro Prüßer alias Hausmeister / Facility Manager Heinrich Bloch. Durch den Abend führte der Hausmeister Heinrich Bloch mit kleinen Anekdoten über den Pümpel und gelungenen Überleitungen zwischen den Acts. Die Crazy O´Ladies mit Leitung von Gisa Borchert-Schrader brachten mit ihren über 1000 Jahren Schwung auf die Bühne. Mit dem Tanz zu „Der Mann ist das Problem“ von Udo Jürgens nahmen sie Kritik an Männer wie Erdogan oder auch Trump. Mit viel Attitude zeigen die Damen, was sie von diesem selbstherrlichen Geschlecht halten. Zum größten Teil tanzten sie synchron, aber hier und da zeigte sich auch mal kleine Patzer, die das Publikum gern übersah. Die Leiterin tanzte mit voller Begeisterung und einem Esprit, den man häufig bei jüngeren Tänzerinnen vermisst. Mimik, Bewegung und auch der Gesang war immer gut getimed und in sich stimmig. Den übrigen Tänzerinnen sah man das leuchtende Glänzen in den Augen und die Freude an der Bewegung und speziell am Tanzen.

Tenor Jürgen Meyer und der Pianist Andrej Barlog präsentierten Lieder wie das „Steinhuder Meer“ von Ulrich Tukur, Bill Ramseys „Zuckerpuppe“ und „Schenk mir noch eine Stunde“ von Udo Jürgens ausdrucksstarkt und galant. Sie nahmen die Besucher mit auf eine Zeitreise des guten Chansons. Mit seiner vollmundigen Stimme und starken Mimik und Gestik verstand der Sänger es, dass Publikum für sich einzunehmen.

Bryan Pollmann verwendete den Mopp recht vielseitig, mal als Tanzpartner mit einem anzüglichen Tanz, mal als Taktgeber oder auch als Prop wie ein Cheerleader sie einsetzt. Die Matrosen Bryan Pollmann mit seiner Tochter Jette schrubbten gemeinsam das Deck und führen eine atemberaubende  Show vor. Der Besucher merkt, die beiden sind ein stark eingespieltes Team. Die 1. Vorsitzende des Vereins stellte die anderen Vorstandsmitglieder vor und warb für den Mitmachverein Kunst & Bühne e.V.

Mit 20 Jahren Bandgeschichte betrat Martin Kleemann (Frontsänger) und mit seinem Bandkollegen Roland Epp die Bühne und brachte das Publikum zum Nachdenken. Wie mit dem  Titel „Pläne ohne Seele“ vom Album „Land des Lächelns“. Die Suche nach der inneren Freiheit, die einige Menschen schon verloren haben. Pläne, die gefasst werden, ohne dass der Mensch wirklich dahinter steht, nur um den Gepflogenheiten der Gesellschaft zu entsprechen. Stimmlich kommt der Frontsänger nah an Herbert Grönemeyer aber auch an den Frontsänger Hartmut Engler von Pur heran. Ihre Songtexte sind leicht melancholisch und kündigen den inneren Aufbruch an.

Nach einer ca. 20 minütigen Pause trompetete der Hausmeister in seinen Pümpel. Er habe auch eine Bauchrednerpuppe entwickelt: Paul Pümpel und präsentierte einen Pümpel mit Sonnenbrille und einer Mund-Klappe,die sich öffnen ließ.

Bryan Pollmann und Miriam van der Neut zeigten in einer Premiere eine ungewöhnliche Jonglage mit akrobatischen Einlagen. So steppte Bryan in der Ecke mit einem Kronleuchter auf dem Kopf und Miriam verführte das Publikum mit ihrem Lächeln und ihrer geschmeidigen Art. In einzelnen Passagen zeigten die beiden auch ihr tänzerisches Können auf.

Jürgen Meyer und Pianist Andrej Barlog traten ein zweites Mal auf sowie Martin Kleemann und Roland Epp mit einer Weltpremiere: Freifahrt. So stellte sich der Protagonist ein Riesenrad vor die Tür, um sich zu belohnen. Zu Beginn nutzt er dies nur für sich und fühlt sich dabei einsam. Damals hatte er so große Augen gehabt und träumte von vielen Freifahrtren. Dann beginnt er Freunde einzuladen, bei ihm kostenfrei zu fahren. Als Gegenleistung wollte er von ihnen Geschichten über ihr Leben hören. Nun ist sein Leben viel reicher geworden und sein Herz beginnt wieder zu schlagen vor Glück. Die beiden Sänger boten im Anschluss ein gelungenes Crossover mit dem Song „Schöner, armer Gigolo“.

Gefolgt von einer weiteren Aufsehen erregenden Darbietung durch die beiden Akrobaten Bryan Pollmann und Miriam von der Neut. In einer U-Bahn-Schlange bleiben zwei Menschen stehen und beginnen zu tanzen. Mit raumgreifender Akrobatik, Charme, Witz und vielfältigen Balance-Figuren erobern sie das Publikum im Handumdrehen.

Zum Abschluss als Abgang haben alle Künstler gemeinsam mit dem stehenden Publikum „Ein Freund, ein guter Freund“ der Comedian Harmonists gesungen. Ein kleines persönliches Highlight gab es noch: Ein Paar feierte seinen 7-jährigen Hochzeitstag und der Ehemann um Mitternacht auch noch seinen Geburtstag.

Ein wichtiger Hinweis:

Für alle, die keine Karte mehr ergattern konnten. Alle Künstler treten im Verlauf des Jahres wieder in Kunst und Bühne mit ihrem Solo-Programm auf und zum Jahresabschluss wird es noch ein Spektakel geben. Der Abend war äußert vielversprechend und ein aufregendes Jahr in Kunst und Bühne hat gerade begonnen.

Redaktion
Celler Presse

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