Frühchen mit 550 Gramm: Nach 110 Tagen Rund-um-die-Uhr-Versorgung im AKH geht es nun putzmunter nach Hause

CELLE. 3.200 Gramm – das ist das durchschnittliche Geburtsgewicht eines Mädchens in Deutschland. Die kleine Johanna wog gerade mal 550 Gramm, als sie am 14. Oktober vergangenen Jahres, mehr als drei Monate früher als geplant, im Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH) das Licht der Welt erblickte. Eine nervenaufreibende Situation für die Eltern – und eine echte Herausforderung für das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des AKH. Nach 110 Tagen Rund-um-die-Uhr-Versorgung im Krankenhaus dürfen die Eltern ihr Kind nun endlich mit nach Hause nehmen – ein kerngesundes, putzmunteres Mädchen.

„Ich war in der 23. Woche, als ich Anfang Oktober einen Blasensprung hatte. Mein Mann hat mich dann gleich ins AKH gebracht“, sagt Tanja Fensterseifer, Mutter der kleinen Johanna. Tanja Fensterseifer wird untersucht, stationär aufgenommen und die kommenden Tage genau beobachtet. Denn bei einem Blasensprung öffnet sich die Fruchtblase, die während der Schwangerschaft den Fötus umgibt und bis dahin mit Fruchtwasser gefüllt ist. Er gilt als Zeichen der beginnenden Geburt – aber im Falle von Tanja Fensterseifer mehr als drei Monate vor dem errechneten Entbindungstermin.

In solchen Fällen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie und der Kinderintensivstation äußerst wichtig. Denn es kann zu Situationen kommen, die das Wohl der Mutter oder das Wohl des Kindes bedrohen. Und dann steht schnell die schwierigste Entscheidung an: Wann holt man das Kind? Denn die Grenze zur Lebensfähigkeit ist schmal.

„Je früher das Kind geholt wird, je größer die Gefahr für Hirnblutungen, Darmentzündungen oder Lungenprobleme“, sagt Prof. Dr. Martin Kirschstein, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des AKH. Mit oftmals gravierenden Folgen – leider sogar bis hin zum Tod. Für die Eltern ist das meist die schwerste Zeit überhaupt.

„Natürlich haben wir auch Angst um unsere Johanna gehabt, aber wir fühlten uns von Anfang an sehr gut aufgenommen auf der Station“, Jörg Mokwa, der Vater von Johanna. „Uns wurde von Anfang an alles erklärt, so haben wir schnell Vertrauen gefasst. Man spürt einfach, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier mit Herzblut bei der Sache sind“, sagt Tanja Fensterseifer.

Nach den entscheidenden ersten rund 20 Tagen entspannt sich dann die Lage langsam. Gibt es in dieser Phase keine Komplikationen, ist das Schwierigste geschafft. Jetzt heißt es eigentlich nur noch warten, bis der Säugling an Gewicht zugelegt hat. Und bei der kleinen Johanna gab es keinerlei Probleme. „Die hat einen regelrechten Durchmarsch hingelegt“, sagt Prof. Kirschstein mit einem Schmunzeln. Lediglich ein wenig extra Sauerstoff braucht das Mädchen.

Deshalb kann die kleine Johanna nun auch bald aus dem Krankenhaus entlassen werden. Doch die Unterstützung durch das AKH ist dann noch lange nicht vorbei. „Wir haben spezielle Case-Managerinnen, die die Eltern in den ersten Tagen unterstützen“, sagt der Professor. Diese speziell geschulten Krankenschwestern geben wertvolle Tipps oder stehen für medizinische Fragen bereit.

110 Tage lag die kleine Johanna dann insgesamt im Krankenhaus – am jetzt kann sie nun endlich nach Hause. Der Entlassungstag ist dabei kurioserweise der Tag des errechneten Entbindungstermins. „Wir freuen uns, unsere Tochter endlich mit nach Hause zu nehmen und danken dem ganzen Team des AKH für ihren unermüdlichen Einsatz“, sagen die überglücklichen Eltern. Und die kleine Johanna – die wiegt jetzt schon über 3000 Gramm.

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