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Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf das Theater – Schlosstheater Celle: Not macht kreativ und erfinderisch

CELLE. Mit dem „Theater zu Hause“ wolle das Schlosstheater dem Publikum Grüße aus dem Theater senden und mit ihm in Kontakt bleiben. Vom Streaming ganzer Theaterstücke habe das Theater aber abgesehen, da diese immer noch am besten live erlebt werden sollten. Mit den kleinen Matinéen oder auch Lesungen zu einzelnen Stücken käme das Schlosstheater gut beim Publikum an. Viele hätten auf die Videos geklickt und einige hätten dem Schlosstheater auch erfreute Mails geschrieben und sich bedankt. Für die Dreharbeiten habe es kein gesondertes Team gegeben, sondern jeder Akteur des Schlosstheaters habe die Aufnahmen selbst getätigt und das mit einfachen Mitteln wie einem Handy. Sie hätten aber auch schon einen Förderantrag gestellt für professionelleres Equipment. Derzeit habe das Schlosstheater die Videoproduktion aus Eigenmitteln und dem laufenden Etat finanziert. Dem Schlosstheater sei es wichtig, mit seinem Publikum in Kontakt zu bleiben. Mit diesen Videos wollen sie an das Theater erinnern und Freude bereiten.

Die Schauspieler des Schlosstheaters hätten ihr Niveau gesteigert, da sie sich derzeit ganz und gar auf die Proben konzentrieren könnten. Im November hätten sie 5 interne Premieren gefeiert: „Furor“ in der Halle 19, „der nackte Wahnsinn“ und „Zusammen ist man weniger allein“ im Schlosstheater, dann „Momo“ und ein Kleinod: „Ich sing Euro Lieder“. „Es ist fast schon wie auf einer Schauspielschule, wo man probiert und probiert und nie spielt. Dafür sind wir jetzt optimal vorbereitet für eine Wiedereröffnung und das wird sich zeigen!“ verrät uns Andreas Döring. Die Pause hätten sie für Proben und das „Theater zu Hause“ genutzt. Und als kleine Überraschung für das Publikum würden sie gerade an einen digitalen Adventskalender, der am 1. Advent (30.11.) mit einer Überraschung aufwartet, arbeiten.

Das Schlosstheater habe das ABO in dieser Spielzeit durch Gutscheinpakete ersetzt, die sie Theater-Aktien nennen. Diese würden mehr Flexibilität bieten. Leider hätten auch zahlreiche Abonnenten gekündigt, obwohl das Theater ein Aussetzen mit Sitzplatzgarantie über diese Aktien-Idee angeboten habe. Manche hätten aber auch angekündigt, zu pausieren. Gründe wären gesundheitlicher Art aber auch, dass altvertraute Plätze durch den pandemiebedingten Umbau vorübergehend nicht angeboten werden könnten. Abonnenten – und damit derzeit die Theater-Aktionäre – sind das Rückgrat des Theaters. Das Schlosstheater hoffe, dass sie nach der Pandemie neue Abonnenten gewinnen können. „Das Schlosstheater braucht Sie!“ diesen dringenden Appell richtet Andres Döring an die Leser.

Das Schlosstheater habe wegen Corona vieles umstrukturieren müssen. Die Planung mehrerer Spielpläne samt Dispo [Anm.d.R.: Koordinierung der Einsätze von Schauspielern, Komparsen und Sängern], die Planung von Kurzarbeit und Einschränkungen – all das käme einer systemischen Änderung gleich. Und auch die Umsetzung der Hygienestrategie des Schlosstheaters habe tatsächlich viel Zeit und Arbeit in Anspruch genommen. Angefangen bei der Wege-Planung und Beschilderung bis zum Ausbau der Sitze im Theater. Auch die Rückabwicklung bereits gekaufter Tickets und die Umstellung auf die Theateraktie sei ein echter Kraftakt gewesen, vor allem für die Kolleginnen und Kollegen an der Theaterkasse und in der Verwaltung. Für ebendiese, aber auch die Schauspieler und weitere Mitarbeiter werde weiterhin das Gehalt gezahlt, notfalls mit Kurzarbeit. Andreas Döring gehe es um den „Erhalt des Theaters und Erhalt der Arbeitsplätze, wie in allen anderen Betrieben derzeit auch.“

Derzeit sei noch zu klären, inwieweit das Theater die Ausfälle erstattet bekommen könnte. Es müsse vor allem geklärt sein, dass das Schlosstheater die Einnahmeausfälle erstattet bekomme. Diese wären derzeit ohnehin viel niedriger geplant als sonst. Daher fordert Andreas Döring Theaterliebhaber auf: „Kommt ins Theater, sobald das geht – und bringt Freunde und Familie mit! Werden Sie Aktionär oder Abonnent.“ Andreas Dörings  größte Sorge ist die der Entwöhnung. Die Gesellschaft brauche eine Revitalisierung, eine Zeit der Verwöhnung.

Redaktion
Celler Presse






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