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Widerstandskraft in Krisen – wie geht das?

  • Celle

CELLE. Immer wieder erleben wir Menschen, die in schwierigen Zeiten ihres Lebens so wirken, als könnten sie auf dem Wasser laufen. Berufliche Krisen oder persönliche Probleme scheinen diesen Menschen nichts auszumachen. Ganz im Gegenteil: Sie nutzen die Herausforderung zur Veränderung und gehen mitunter gestärkt aus dieser hervor. Auch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns sind für solche Menschen eher Chance als Krise. Daniel Bleß arbeitet als Coach, Unternehmensberater und Führungskraft und beschäftigt sich seit Jahren mit Themen wie Resilienz und Gesundheit in Krisen. Er ist überzeugt: Es ist zwar nicht einfach, Krisen in Stärke umzuwandeln, aber es lässt sich lernen.

Daniel Bleß

Gerade der Anfang einer herausfordernden Zeit versperrt den Blick auf Lösungen, meint Daniel Bleß. Einige Menschen können sich angesichts großer Probleme zunächst nicht vorstellen, wie es überhaupt weitergehen soll. In den Erstkontakten beim Coaching vermitteln sie ein Gefühl der Ohnmacht. Die Corona-Pandemie wird von manchen als solch eine Hürde wahrgenommen: Die Lockdown-Maßnahmen sorgen dafür, dass eine geliebte Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Da die Ursache für die Krise in diesem Fall nicht beeinflussbar ist, macht sich ein Gefühl der Hilflosigkeit breit. Sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, ist keine Lösung; die lang anhaltende Ungewissheit wirkt kräftezehrend. Wo aber findet man die Kraft, die man braucht, um eine Krise zu überwinden?

Diese Frage stellt sich Daniel Bleß aber nicht erst seit Corona: In seinen Workshops, Coachingeinheiten und privaten Begegnungen ging es auch vorher schon genau darum. Denn es gibt eben auch diese eingangs beschriebenen Menschen, die Krisen gut bewältigen – diese Optimisten. Sie sind manchmal schwer auszuhalten und werden deshalb gern als „blinde Optimisten“ bezeichnet. Man unterstellt ihnen gern, dass Sie nicht durchblicken, Herausforderungen ausblenden und nur „mit Glück“ unbeschadet davonkommen. Dabei sind diese zumeist widerstandsfähigen Menschen keineswegs blind oder gar naiv, meint Daniel Bleß. Sie werden durch Krisen ebenso umgeworfen wie andere – aber sie stehen anders wieder auf. Deshalb können wir von ihnen lernen. Häufig reagieren sie mit flexiblen Lösungsstrategien auf Herausforderungen. Mutig holen sie sich Unterstützung, wenn es allein zu schwer erscheint – bei Freunden, der Familie, Kollegen oder ehemaligen Mentoren, so die Erfahrungen von Daniel Bleß. Und sie schöpfen Kraft aus vergangenen Krisen, weil sie wissen: Ich habe es schon einmal geschafft, ich schaffe das wieder. Dadurch schauen sie grundsätzlich positiv (optimistisch!) in die Zukunft und fürchten sich nicht vor Veränderungen.

Eine Begleitung während einer krisenhaften Zeit kann helfen, die eigene Einstellung dahingehend zu verändern. Danach – in diesen Zeiten – darf es in einem arbeiten, was im Coaching gelöst wurde, sagt Daniel Bleß. Zum Beispiel sollte man sich „ohne Not“ Ziele stecken – beruflich oder persönlich – und nach Lösungsstrategien suchen, diese zu erreichen. Wer so lebt und arbeitet, kommt auch in einer Krise nicht zum Stillstand, sondern bleibt in der wichtigen Selbstwirksamkeit.

Nicht nur eigene Krisen können zu Lernerfahrungen werden. Daniel Bleß ist überzeugt: Wie andere mit ihren Lebenskrisen umgehen, kann uns helfen, unsere eigenen einzuordnen. Aus seiner Zeit in der Kalandgasse der Celler Altstadt ist ihm eine Hausinschrift im Gedächtnis geblieben: „Ihr Jungen aber lernend von den Alten wie auch Sie von Ihren Vätern“ heißt es da. Von den Alten zu lernen, kann bedeuten, auftauchenden Problemen mit Gelassenheit und einem gewissen Abstand zu begegnen. So nehmen die negativen Gefühle nicht überhand, sondern werden zu einem stärkenden Teil unserer Lebenserfahrung. Daniel Bleß sieht sich in diesen Überlegungen durch den Resilienzforscher Georg Bonanno bestätigt: Auch der geht davon aus, dass mit dem Alter eine emotionale Reife einsetzt, die bei der Bewältigung von Krisen hilfreich sein kann.

In eigenen Krisen-Zeiten hat es Daniel Bleß geholfen, sich mit Viktor Frankl zu beschäftigen: Frankl überlebte als Psychologe das KZ; er hatte dort Furchtbares erlebt. In seinen Büchern fordert er dazu auf, in Krisen für sich den kleinsten Sinn zu suchen – und mag er noch so klein sein. Das kann ein noch nicht fertiges Musikstück sein, wartende Schüler, der liebevolle Stammkunde oder der immer wiederkehrende Museumsbesucher. Diese Ausrichtung nach dem Sinn gibt Kraft, Krisenzeiten durchzustehen.

Daniel Bleß fasst es so zusammen: In jeder Krise lassen sich Schritte nach vorn gehen. Dazu brauchen wir soziale Unterstützung, müssen in unsere eigenen Stärken und Fähigkeiten vertrauen, einen Sinn suchen und finden und selbst aktiv werden. Coaching, Beratung, Seelsorge oder gute Gespräche können den richtigen Anschub dazu geben.

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Foto: Lazar Elias Schladebusch

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