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Bürgerinnen und Bürger kommen am internationalen Tag gegen Rassismus in Eschede zusammen

ESCHEDE. Zum internationalen Tag gegen Rassismus kamen in Eschede rund 30 Bürgerinnen und Bürger zusammen. Vor der Zufahrt zum NPD Hof am Ortsrand von Eschede, war der Ort bewusst gewählt. Die Veranstaltung war sehr kurzfristig angekündigt worden, was den Veranstalter unter Einhaltung der Coronabedingungen dennoch freute, dass so viele Menschen sich spontan eingefunden hatten.

Marlon Gollnisch, Sprecher des Bündnisses gegen Rechtsextremismus, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gollnisch verwies darauf, dass man selbst im Ort Rassisten habe und auch ein aktiver Zuzug von Rechten in den Ort Eschede zu verzeichnen sei. Mit Spannung schaue man auf die Ankündigung der NPD, ein Kampfsportturnier noch in diesem Jahr durchführen zu wollen. Mit dem Wissen des „Kampfes der Nibelungen“, würden die Aktivitäten auf dem NDP Hof eine neue Dimension erreichen, ist sich Gollnisch sicher.  Aufklärung und Prävention sind ein wichtiges Mittel, ist der Sprecher überzeugt und setzt damit auch ein Schwerpunktthema des Bündnisses für das laufende Jahr.

Marlies Petersen, Bündnis 90/Die Grünen, erinnerte in ihrer Rede an die Entstehung des internationalen Tags gegen Rassismus. Dieser geht auf das Jahr 1960 zurück, als mehrere tausend Menschen gegen das Apartheitsregime in Südafrika auf die Straße gingen. Die Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer und richteten ein Massaker an. Viele Getötete hatten Schusswunden auf dem Rücken, was die Taten des Regimes noch grausamer wirken ließ.  Im Jahr 1966 erinnerte die UNO an diese Taten. Die Erinnerung der Südafrikaner an die Gräueltat hingegen ist umfassender und richtet sich gegen den Rassismus überall auf der Welt. Petersen machte abschließend deutlich, dass auf dem nahegelegenen Hof die Leute heute und hier auch noch Vielfalt ablehnen und wer Vielfalt ablehnt, der lehne auch die Demokratie ab.

Max-Hinrich Werner erinnerte an sein ganz persönliches Engagement im Ort. Zuerst hatte er die Demonstrationen gegen die NPD nur am Rande wahrgenommen, hingegangen sei er damals nie. Erst als der Hof vor zwei Jahren an die NPD verkauft wurde,  sei Werner wacher und engagierter geworden. Die NPD versuchte zugleich in den Sozialen Medien auf Vereine und Personen im Ort einzuwirken. Diese Versuche der Partei rüttelten Werner erst recht auf und die Neuaufstellung des örtlichen Bündnisses gegen Rechtsextremismus kam im gelegen. Werner engagiert sich nun im Bündnis und als Bürger, um ein Zeichen zu setzen, dass die NPD nicht willkommen ist – weder offline – noch online.
Obendrein zeigte Werner auf, dass die Demonstranten keine homogene Masse sind und vielerlei Beweggründe mitbringen. Eine Sache verbinde sie aber alle, dass sie die NPD nicht mehr hier haben möchten. Die Kritik an einzelnen Gruppen sollte daher nicht auf die ganze Bewegung umgewälzt werden.

Am Ende seiner Rede erinnerte Max-Hinrich Werner noch an die grausamen Attentate rechter Verbrecher, unter anderem an das Massaker, was Anders Behring in Norwegen anrichtete. An den rechten Terroranschlag in zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland), den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und an den Anschlag in Hanau.

Die spontane Kundgebung stieß auf Interesse, so waren auch der Bundestagskandidat Dirk-Ulrich Mende (SPD) und der Bürgermeisterkandidat Jan Thomas (CDU) anwesend.

Redaktion
Celler Presse





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